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Drogentodesfälle weiterhin reduzieren

Nationaler Gedenktag für verstorbene Drogenabhängige

Berlin – Heute jährt sich zum 10. Mal der bundesweite Gedenktag, an dem in über 40 Städten vor allem engagierte Elterninitiativen an die Menschen erinnern, die an den Folgen ihres Drogenkonsums verstorben sind.

Leider ist in Deutschland im letzten Jahr die Zahl der Drogentodesfälle wieder angestiegen, nachdem sie in den sechs Jahren zuvor gesunken war. Diese Entwicklung zeigt, dass noch immer zu viele Menschen an den Folgen einer Drogenabhängigkeit sterben und die Bemühungen fortgesetzt werden müssen, dies zu verhindern. Denn es gibt weiterhin erhebliche Risiken, an Überdosierungen, an Folgen von Infektionskrankheiten wie Hepatitis und AIDS oder Folgen von riskantem Mischkonsum zu versterben.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Sabine Bätzing erklärt dazu: „Es geht um Menschenleben. Es geht darum, dass Menschen überleben können müssen, auch mit einer schweren chronischen Krankheit und dass wir alles unternehmen müssen, um vermeidbare Todesfälle zu verhindern. Jeder Todesfall ist mit viel Leid für die Angehörigen verbunden. Jeder Todesfall ist ein Todesfall zu viel. Deshalb müssen die Bemühungen fortgesetzt werden, niedrigschwellige Hilfsangebote einschließlich von Drogenkonsumräumen anzubieten sowie die Vergabe von sauberem Spritzbesteck weiterzuführen. Diese Maßnahmen sollten auch drogenabhängigen Menschen in Haft zur Verfügung stehen. Auch eine Überführung der Modellprojekte einer diamorphin-gestützten Behandlung in eine Regelbehandlung kann dazu beitragen, drogenbedingte Todesfälle zu reduzieren.“

Nicht alle Suchtmittelabhängigen werden durch die bestehenden Behandlungsangebote erreicht bzw. sind einer Behandlung zugänglich. Das Behandlungsziel „Dauerhafte Abstinenz“ scheint für sie unerreichbar fern. Das gilt insbesondere für Heroinabhängige und Alkoholabhängige mit einer langen Suchtkarriere. Überlebenshilfen und Maßnahmen zur Schadensreduzierung sollen helfen, die Zahl der Todesopfer unter diesen Suchtkranken zu reduzieren und die Folgeschäden des Suchtmittelkonsums zu begrenzen, um die Chance zu wahren, nach Überwindung der Sucht ein produktives Leben in Gesundheit zu führen.

Bei Heroinabhängigen ist ein vorrangiges Ziel die Vermeidung von HIV- und Hepatitis-C-Infektionen. Drogenkonsumräume sind ein wichtiger Bestandteil der Überlebenshilfe und nehmen zudem eine Brückenfunktion in weiterführende Angebote der Drogenhilfe ein. Das Modellprojekt der diamorphin-gestützten Behandlung ist ein weiterer wichtiger Baustein zur Verringerung der Sterblichkeitsrate bei Schwerstdrogenabhängigen. Es hat gezeigt, dass sich der Gesundheitszustand und die Lebensqualität der Betroffenen signifikant gebessert hat.

Sabine Bätzing: „Drogen- und Suchtprobleme sind eine persönliche Herausforderung, Sucht ist eine schwere chronische Krankheit, die zu erheblichen gesundheit-lichen Beeinträchtigungen führen kann und auch in den Tod. Wer jedoch den Mut findet, sich seine Betroffenheit einzugestehen, kann auf ein vielfältiges Angebot ambulanter und stationärer Hilfen zurückgreifen und hat gute Chancen, die Suchtkrankheit zu überwinden. Drogen- und Suchtprobleme sind auch eine Herausforderung für die Gesellschaft. Leidvolle Einzelschicksale dürfen uns nicht gleichgültig sein. Die Zielsetzung der Drogen- und Suchtpolitik ist die Reduzierung der drogen- und suchtbedingten Probleme in unserer Gesellschaft.

Ihr Engagement hilft dabei. Ich wünsche den Aktionen zum Gedenken an die verstorbenen Drogenabhängigen die gebührende Aufmerksamkeit.“