Übersicht / Verband der Ersatzkassen e. V. / Meldung vom 01.07.2021

Donnerstag, 01. Juli 2021, 10:20 Uhr

Verband der Ersatzkassen e. V.

Insolvenz des Apothekendienstleisters AvP

Ersatzkassen richten Treuhandkonten für offene Forderungen von Apotheken ein

Berlin – Der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) hat mit dem Insolvenzverwalter des Apotheken-Abrechnungsdienstleisters AvP eine Treuhandvereinbarung geschlossen. Demnach werden die sechs Ersatzkassen (TK, BARMER, DAK-Gesundheit, KKH, hkk und HEK) noch offene Vergütungsansprüche von Apotheken auf das Konto eines neutralen Treuhänders (hww) einzahlen, bis die Apotheken mit dem AvP-Insolvenzverwalter die strittige Rechtslage geklärt haben. Hintergrund: Der Insolvenzverwalter geht davon aus, dass die von ihm nicht freigegebenen Forderungen der Apotheken zur Insolvenzmasse von AvP gehören. Einige betroffene Apotheken und deren Interessenvertreter haben hier teilweise eine andere Rechtsauffassung. Die Ersatzkassen hatten an die AvP bis einschließlich August 2020 umfangreiche Abschlagszahlungen für Forderungen aus Rezepten getätigt, die dem Dienstleister zur Abrechnung vorlagen. In Folge der Insolvenz wurden diese Gelder aber nicht mehr an die Apotheken ausgezahlt.

Klärung von Ansprüchen kann nur mit Insolvenzverwalter erfolgen

Der vdek weist darauf hin, dass den Ersatzkassen eine unmittelbare Zahlung an die Apotheken aufgrund des eröffneten Insolvenzverfahrens nicht erlaubt ist. Die Apotheken können ihre etwaigen Ansprüche deshalb nur mit dem Insolvenzverwalter klären.

Der vdek geht insgesamt davon aus, dass die noch offenen Beträge - vor allem bei den öffentlichen Apotheken – wesentlich geringer sind als die von den Apotheken ursprünglich geforderten Rechnungsbeträge. Grund sind die vor Insolvenzeröffnung an die AvP bereits geleisteten Abschlagszahlungen.

Die AvP betrieb eines der größten Apothekenabrechnungszentren Deutschlands mit circa 3.500 Kunden und einem jährlichen Abrechnungsvolumen von rund sieben Milliarden Euro. Nach Insolvenzantragstellung am 16. September 2020 hat sie sukzessive ihren Geschäftsbetrieb eingestellt.

Der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) ist Interessenvertretung und Dienstleistungsunternehmen aller sechs Ersatzkassen, die zusammen rund 28 Millionen Menschen in Deutschland versichern:

- Techniker Krankenkasse (TK), Twitter: @TK_Presse

- BARMER, Twitter: @BARMER_Presse

- DAK-Gesundheit, Twitter: @DAKGesundheit

- KKH Kaufmännische Krankenkasse, Twitter: @KKH_Politik

- hkk – Handelskrankenkasse, Twitter: @hkk_Presse

- HEK – Hanseatische Krankenkasse, Twitter: @HEKonline

Der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) wurde am 20. Mai 1912 unter dem Namen „Verband kaufmännischer eingeschriebener Hilfskassen (Ersatzkassen)“ in Eisenach gegründet. Bis 2009 firmierte der Verband unter dem Namen „Verband der Angestellten-Krankenkassen e. V.“ (VdAK).

In der vdek-Zentrale in Berlin sind mehr als 270 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. In den einzelnen Bundesländern sorgen 15 Landesvertretungen mit insgesamt rund 360 sowie mehr als 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Pflegestützpunkten für die regionale Präsenz der Ersatzkassen.