Übersicht / DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei gemeinnützige Gesellschaft mbH / Meldung vom 09.12.2011

Freitag, 09. Dezember 2011, 10:35 Uhr

DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei gemeinnützige Gesellschaft mbH

DKMS: Zwei "Freunde fürs Leben" stellten sich den Quizfragen bei "Rette die Million"

Geheilter Leukämiepatient gewann zusammen mit seinem Lebensretter 50.000 Euro

Köln – Am Mittwoch, den 07. Dezember traten die "genetischen Zwillingsbrüder" Michael und Michael im ZDF bei Jörg Pilawa an und erspielten 50.000 Euro. Michael Pollmüller (36) hatte chronische Leukämie. DKMS-Spender Michael Heske (42) schenkte ihm mit seiner Knochenmarkspende 2001 Chance auf Leben.

"Du Teufelskerl!", ruft DKMS-Spender Michael Heske laut aus, als feststeht, dass der beliebteste Weihnachtsbaum der Deutschen die Tanne und nicht die Fichte ist. Der 42-jährige Versicherungskaufmann aus Telgte nimmt seinen genetischen Zwillingsbruder, der ihn zwei Köpfe überragt, feste in den Arm. Ohne ihn hätte es diese Möglichkeit für Michael Pollmüller wahrscheinlich nicht gegeben, denn 2001 wurde bei dem Heizungsbauer aus Hirschaid Leukämie diagnostiziert. Für den damals 28-Jährigen gab es nur eine Überlebenschance: die Spende von einem fremden Stammzell- bzw. Knochenmarkspender. Weltweit wurde nach einem passenden Spender gesucht und schließlich wurde er gefunden. Im Frühjahr 2001 hatte sich Michael Heske bei einer Betriebstypisierung der DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei in seiner Firma aufnehmen lassen. Nur wenige Monate später, im Dezember 2001 stand fest, die Gewebemerkmale von Michael und Michael stimmen nahezu fast 100-prozentig überein. Im Februar 2002 fand dann die Transplantation statt. Michael Heskes Zellen taten ihre Arbeit in Michael Pollmüllers Körper, und wuchsen an. Sein Immunsystem begann wieder gesunde Blutzellen zu produzieren. Nach Ablauf der Anonymität von zwei Jahren waren beide sehr neugierig aufeinander und stimmten einem Datenaustausch über die DKMS zu. Im Herbst 2004 trafen sie sich dann zum ersten Mal. Michael und Michael verstanden sich auf Anhieb sehr gut. „Nach ein paar Minuten wusste ich bereits, wir haben die gleiche Wellenlänge“, sagt Michael Pollmüller. Seither stehen die Männer in engem Kontakt. Sie mailen und telefonieren regelmäßig und sehen sich auch ab und an. Jährlich fährt Michael Heske mit seiner Familie nach Österreich in Urlaub. Dann macht er Zwischenstopp bei Michael Pollmüller in Bayern. Oder sie treffen sich in Köln, um nicht Leben, vielmehr die Million zu retten.

Hintergrund: Die DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei ist mit über 2,5 Millionen registrierten Spendern die weltweit größte Stammzellspenderdatei. In den letzten 20 Jahren hat sie über 27.000 Stammzelltransplantationen ermöglicht. Doch immer noch kann für jeden fünften suchenden Patienten kein passender Spender gefunden werden. Und darum arbeitet die DKMS mit Hochdruck am Ausbau der Datei. Kommt es tatsächlich zu einer Spende, gibt es zwei gibt zwei Möglichkeiten zur Gewinnung der lebensrettenden Stammzellen: Zum einen die periphere Stammzellentnahme, die in etwa 80 Prozent der Fälle erfolgt und zum anderen die Entnahme von Knochenmark (nicht Rückenmark) aus dem Beckenkamm. Vor der Knochenmark- oder Stammzellentnahme wird der Spender zu-nächst ärztlich untersucht. Bei der ambulanten Entnahme wird dem Spender vorab mehrere Tage ein körpereigener hormonähnlicher Stoff (Wachstumsfaktor) gegeben. Dieses Medikament bewirkt ein vermehrtes Ausschwemmen der Stammzellen in den Blutkreislauf. Diese werden aus dem Blut gesammelt, ähnlich einer Blutwäsche. Bei der Knochenmarkentnahme wird dem Spender unter Vollnarkose aus dem Beckenkamm ca. fünf Prozent seines Knochenmarks entnommen. Innerhalb von zwei Wochen regeneriert sich das Knochenmark beim Spender vollständig. Moderator Jörg Pilawa ist übrigens auch als potenzieller Spender bei der DKMS registriert. Bildmaterial erhalten Sie beim ZDF Bilderdienst!