Übersicht / Saarland - Ministerium für Justiz, Arbeit, Gesundheit und Soziales / Meldung vom 18.07.2008

Freitag, 18. Juli 2008, 13:27 Uhr

Saarland - Ministerium für Justiz, Arbeit, Gesundheit und Soziales

Pressemitteilung

Gesundheitsminister Gerhard Vigener: Saarländer sind mit Folsäure unterversorgt - Ministerium startet Aktion mit Ärzten

Saarbrücken – * Saarländer sind mit Folsäure unterversorgt. * Schutz vor Missbildungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. * Folatreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse wichtig.

Die Versorgung der Saarländischen Bevölkerung mit Folsäure muss deutlich verbessert werden, denn immer noch wird die empfohlene Mindestmenge von 400 Mikrogramm verfehlt“, so Gesundheitsminister Gerhard Vigener. 91% der Frauen und 85% der Männer nehmen weniger Folsäure als die DGE-Empfehlung auf. Das Gesundheitsministerium wird daher in den nächsten Monaten mit den Ärzten eine Aktion starten, um für die verbesserte Versorgung mit Folsäure zu werben.

"Mit keinem anderen Vitamin ist die Bevölkerung schlechter versorgt als mit dem B-Vitamin Folat. Dabei ist Folat wichtig für den Abbau von Zellgiften, die sonst langfristig die Gefäßwände schädigen oder die Zellteilung negativ beeinflussen können. Eine ausreichende Versorgung kann nach aktuellen Studien das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und Demenz verringern. Zusätzliche Folsäure-Gaben schon zu Beginn der Schwangerschaft mindern das Risiko für Missbildungen des Embryos erheblich", warb Minister Vigener für eine entsprechende Folat-Zufuhr. An erster Stelle stünde dafür eine folatreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse, besonders Spinat, Mangold oder Feldsalat, auch Kohl Brokkoli, Spargel, Tomaten, sowie Vollkornprodukten, Nüssen und Hülsenfrüchten. Bei erhöhtem Bedarf, besonders bei Frauen mit Kinderwunsch sei die gezielte Gabe von Folsäurepräparaten angezeigt.

"Folsäure ist ein extrem empfindliches Vitamin. Langes Kochen und Garen und zu lange Lagerung von folatreichem Obst und Gemüse führen zu Folat-Verlusten von bis zu 90 %. Eine Anreicherung von Grundnahrungsmitteln würde dagegen die Folat-Zufuhr für alle auf einfache Weise sichern, so der Gesundheitsminister. Vigener appelliert daher an alle Betriebe, Kantinen und Gaststätten, auf eine folatreiche Zusammenstellung der Gerichte zu achten.

Empfohlene Tagesdosis an Folat sind 400 Mikrogramm. Frauen sollen vor Beginn der Schwangerschaft und in den ersten Schwangerschaftsmonaten die Zufuhr auf 600 Mikrogramm erhöhen. Denn Folsäuremangel bei Schwangeren kann zu Missbildungen des Kindes, wie Lippen-, Kiefer- oder Gaumenspalten oder schweren Neuralrohrdefekten, wie dem sogenannten offenen Rücken führen. Nur 13 % der Frauen im gebärfähigen Alter erreichen optimale Folatwerte.

Ernährungsempfehlungen:

* Um Versorgungsdefiziten mit Folaten zu begegnen, sollten bevorzugt Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Milch und Milchprodukte (vor allem Weichkäse) und gelegentlich auch Eier und Innereien wie Leber auf dem Speiseplan stehen. * Geeignete Zubereitungsverfahren wie das schonende Garen in wenig Wasser (Dünsten, Dämpfen) sowie der Mitverzehr des Kochwassers können z. B. dazu beitragen, die Vitaminverluste bei der Speisenzubereitung zu verringern. * Am besten ist es, Gemüse und Obst immer frisch zu kaufen oder zu ernten und möglichst roh zu verzehren, wenn das Produkt es zulässt.