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Montag, 09. Juni 2008, 09:52 Uhr

Saarland - Ministerium für Justiz, Arbeit, Gesundheit und Soziales

Organspenden können helfen, Leben zu retten. Landesregierung plant Werbeaktion für Spender-Organe

Gesundheitsminister Prof. Dr. Gerhard Vigener füllt einen Organspender-Ausweis aus

Saarbrücken – Gesundheitsminister Prof. Dr. Gerhard Vigener hat am Samstag 07. Juni, um 10.30 Uhr, in der Saarbrücker Bahnhofstraße gegenüber der Thalia-Buchhandlung seinen Organspende­ausweis ausgefüllt. Er unterstützte damit die Vereine "Junge Nierenkranke Deutschland e.V." und die "Interessengemeinschaft der Dialysepatienten und Nierentransplantierten Saar e.V.", die zum "Tag der Organspende" ganztags in der Bevölkerung für Organspenden warben. Unterstützt wurde die Werbeaktion auch von der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) sowie saarländischen Medizinern der Uniklinik Homburg und des Nierenzentrums der SHG-Klinik Völklingen. "Es ist wichtig, dass möglichst viele Menschen solch einen Ausweis ausfüllen: Organspenden können helfen, Leben zu retten."

Minister Vigener erklärte: „Vor über zehn Jahren wurde nach kontrovers geführter Debatte vom Deutschen Bundestag das Transplantationsgesetz verabschiedet. Seitdem haben sich Praxis und Organisation der Organtransplantation wesentlich verbessert. Das Gesundheits­ministerium ist seither mit den Transplantationsbeauftragten der saarländischen Kliniken und Vertretern der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) im Dialog, um die Lage der Organtrans­plantation im Saarland weiter zu verbessern.“

Im Jahr 2006 wurden in Deutschland über 4.200 Transplantationen durchgeführt. Damit habe sich der erfreuliche Trend zu mehr Organspenden der letzten Jahre fortgesetzt. In Deutsch­land kamen 2007 durchschnittlich 16 Organspenden auf eine Million. Einwohner. Im Ver­gleich zu anderen Ländern sei dies jedoch immer noch zu wenig. Das Potential der Organ­spenden wird internationalen Studien zufolge auf rund 50 pro eine Million Einwohner ge­schätzt.

Wie Vigener erklärte, sei im Saarland die Ablehnungsrate bei Organspenden erfreulicher­weise relativ niedrig. Im Jahr 2007 lag das Saarland mit 20 Organspendern auf eine Million Ein­wohner über dem Bundesdurchschnitt. Um die Zahl der Organspenden weiter zu erhö­hen, werden in den saarländischen Kliniken in Kooperation mit der DSO Qualitätszirkel einge­richtet, die von den jeweiligen Transplantationsbeauftragten geleitet werden. Sie sollen in regelmäßigen Abständen die verschiedenen an der Umsetzung einer Organspende betei­lig­ten Disziplinen in den Krankenhäusern zusammenbringen und durch engere Abstimmung und Koordination dazu beitragen, die Zahl der Organspenden weiter zu erhöhen.

„Jeder von uns kann von heute auf morgen durch einen schweren Unfall oder eine Krankheit in die Situation geraten, auf ein fremdes Organ angewiesen zu sein. Allein in Deutschland warten rund 12000 Menschen auf eine lebensrettende Transplanta­tion. Aus diesem Grunde ist es für jeden von uns wichtig, die Entscheidung zu treffen, ob man bereit ist, anderen Men­schen nach dem eigenen Tod mit einer Organspende zu helfen“, erklärte der Minister.

Die gesellschaftliche Akzeptanz und Anerkennung der Organspende ist hoch. Weiterhin aber stehen viele Patientinnen und Patienten auf der Warteliste, für die eine Organtransplantation oft die letzte Hoffnung bedeutet. Doch manche Organspende kann auch deshalb nicht durchgeführt werden, weil die Einwilligung hierzu fehlt. „In Deutschland besteht weiterhin ein erheblicher Organmangel, und die durch das Transplantationsgesetz eingeführte Gemein­schaftsaufgabe Organspende weist in ihrer Um­setzung Defizite auf“, stellte Vigener mit Be­sorgnis fest. Der Minister hält es daher für erforderlich, dass Krankenhäuser, die Deutsche Stiftung Or­gantransplantation (DSO) sowie Länder und Kostenträger ihre Maßnahmen zur Verbesse­rung der Rahmenbedingungen dieser Gemeinschaftsaufgabe intensivieren.

Überdies sei eine Steigerung der Transparenz beim Prozess der Organvergabe unver­zicht­bar, so der Minister. Dadurch könne die Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger zur Organ­spende verbessert werden. Minister Vigener: „Die Transparenz ist von hoher Bedeu­tung für die gesellschaftliche Akzeptanz der Transplantationsmedizin und Organspendebe­reitschaft der Bevölkerung.“

Im ersten Quartal 2008 war ein deutlicher Rückgang der Spenderzahlen gegenüber 2007 sowohl im Saarland als auch in Gesamtdeutschland zu verzeichnen. Angesichts des Man­gels an Spenderorganen kündigte der Minister an, eine Initiative zur Förderung der Bereit­schaft zur Organspende durch aufklärende Informationen zu ergreifen. Dazu sei auch ein weiterer Ausbau der Angehörigenbetreuung anzustreben.

Hintergrund:

Seit 1982 wird am 1. Samstag im Juni jedes Jahre bundesweit ein "Tag der Organspende" durchgeführt. Viele Selbsthilfegruppen, die Deutsche Stiftung Organstransplantation und andere Institutionen beteiligen sich an Veranstaltungen.