Übersicht / Saarland - Ministerium für Justiz, Arbeit, Gesundheit und Soziales / Meldung vom 05.06.2008

Donnerstag, 05. Juni 2008, 15:47 Uhr

Saarland - Ministerium für Justiz, Arbeit, Gesundheit und Soziales

Saarland belegt bei Zahnprophylaxe bundesweit Spitzenplätze - 290 Zahnarztpraxen in Kindergärten und Schulen im Einsatz

Gesundheitsminister Prof. Dr. Gerhard Vigener: Schon früh auf gute Zahngesundheit achten

Saarbrücken – „Es ist wichtig, dass Kinder möglichst früh auf Ihre Zahngesundheit achten und sich regelmäßig die Zähne putzen. Nur wer in jungen Jahren auf die richtige Mund- und Zahnhygiene achtet, bleibt im Alter vor bösen Überraschungen verschont“, so der saarländische Gesundheitsminister Gerhard Vigener.

Im Saarland werden seit mehr als 16 Jahren flächendeckend Kinder in Kindergärten, Grund- und Sonderschulen über Maßnahmen zur Gesunderhaltung der Zähne informiert, Zähne putzen geübt und die Kinder zahnärztlich durch Zahnärztinnen und Zahnärzte der Gesundheitsämter und aus dem niedergelassenen Bereich untersucht. Betrachtet man die Kariesmorbidität in den Grundschulen, so bestand im Schuljahr 1998/99 noch bei über 15 % der untersuchten Schülerinnen und Schüler ein besonders hohes Kariesrisiko und bei 47,5 % Karies an Milch- und bleibenden Zähnen; wogegen im Schuljahr 2006/2007 nur noch bei 10,9 % ein besonders hohes Kariesrisiko und bei 38,4 % Karies an Milch- und bleibenden Zähnen festzustellen war.

In Deutschland ist es durch langjährige Aufklärungsmaßnahmen über Zahngesundheit und Vorsorgeangebote gelungen, die Zahngesundheit bei Kindern zu verbessern; das Saarland nahm 2004 in einer bundesweiten Studie zur Zahngesundheit der 6-, 12- und 15-Jährigen sogar Spitzenplätze ein. „Im Vergleich zu Ländern wie Schweden oder Schweiz können wir durch mehr Vorsorge noch mehr erreichen“, so Vigener. Auch bei Erwachsenen sind Zahnverluste rückläufig. Gleichzeitig nehmen jedoch chronisch-entzündliche Erkrankungen von Zahnfleisch und Kieferknochen zu: 20 Prozent der Erwachsenen und bis zu 40 Prozent bei den Senioren leiden unter Paradontitis.

Zu dieser Schlussfolgerung kommt auch die neueste Mundgesundheitsstudie (DMS IV, 2006): 12-jährige Kinder haben im Durchschnitt nur noch 0,7 Zähne mit Karieserfahrung. Das bedeutet, dass statistisch betrachtet 0,7 Zähne kariös, gefüllt oder aufgrund einer Karies bereits verloren gegangen sind. Siebzehn Jahre zuvor lag dieser Wert noch bei 4,1 Zähnen (DMS I, 1989).

Wie Minister Vigener ausführte, führten im Saarland von den insgesamt 290 Praxen im Jahr 2006/2007 zahnärztliche Untersuchungen in den Kindergärten bei 20.469 Jungen und Mädchen durch, sowie in den Grundschulen bei 30.460 Schülern und in den Sonderschulen bei 655 Schülern. Im Vergleich der letzten Jahre hat sich in den Kindergärten der Anteil der Kinder mit gesunden Milchzähnen von 64 auf 71 % erhöht; der Behandlungsbedarf ist von 25,6 auf 21,2% zurückgegangen. In den Grundschulen hat sich die Zahl der behandlungsbedürftigen Kinder von 47,5 auf 38,4 % reduziert; hier ist der Anteil mit Hochkariesrisko von 15 auf 11% zurückgegangen. In den Sonderschulen war ein Rückgang der Hochkariesrisikogruppen von 27% auf 12% zu verzeichnen.

Gesundheitsminister Vigener weist auf die wichtigsten Maßnahmen für gesunde Zähne, wie zahngesunde Ernährung, regelmäßige Zahnpflege, Zahnschmelzhärtung durch Fluorid und regelmäßige zahnärztliche Untersuchung hin und appelliert an die Kinder, aber auch an alle Eltern, Erzieherinnen/Erzieher und Lehrerinnen/Lehrer, auch weiterhin dem Thema Zahngesundheit eine besondere Bedeutung beizumessen, denn „die bisherigen Erfolge sprechen für sich und unser Bemühen sollte es weiter sein, die Zahngesundheit unserer Kinder zu erhalten; denn Menschen mit gesunden Zähnen haben gut lachen“.