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Freitag, 30. Mai 2008, 14:43 Uhr

Saarland - Ministerium für Justiz, Arbeit, Gesundheit und Soziales

Pressemitteilung

Gesundheitsminister Prof. Dr. Vigener: Rund 6 Prozent der Bevölkerung leiden an Asthma und Allergien

Saarbrücken – Viele der Todesfälle sind bei einer verbesserten Aufklärung vermeidbar. Säuglinge und Kleinkinder können durch präventive Maßnahmen wie eine rauchfreie Umgebung und Stillen geschützt werden.

Anlässlich des Welt-Asthma-Tages am 31. Mai 2008 erklärt der saarländische Gesundheitsminister Prof. Dr. Gerhard Vigener:

„Erkrankungen der Atemwegsorgane und Allergien sind als Volkskrankheit weiter auf dem Vormarsch: in Deutschland leiden rund 6 Prozent der Erwachsenen und bis zu 10 Prozent der Kinder an Asthma und Allergien.“ So fand sich das Asthma bronchiale in den internistischen Fachpraxen im Saarland im Jahr 2007 bei den häufigsten Diagnosen mit 9,5 Prozent an sechster Stelle und ist damit seit 2005 um knapp drei Prozent angestiegen. In den Kinderarztpraxen fand sich Asthma 2007 mit 10,8 Prozent aller Behandlungsfälle als zehnt häufigste Diagnose. Die Diagnosedaten der Krankenhäuser zeigen, dass die Zahl der Asthmafälle von 2000 bis 2006 sowohl bundesweit als auch im Saarland kontinuierlich abgesunken ist. Die gleiche Tendenz findet sich auch für die Anzahl der Sterbefälle. Jährlich sterben aber immer noch etwa 4.000 Menschen an Asthma bronchiale. „Viele dieser Todesfälle könnten durch eine verbesserte Aufklärung vermieden werden“, so Vigener.

Die Krankheit besteht in einer andauernden Entzündung der Bronchialschleimhaut, was zu einer Verengung und teilweise auch zu anfallartigen Verkrampfungen der Bronchialmuskulatur führt. Die häufigsten Beschwerden sind Luftnot, Husten, eine pfeifende Atmung, ein Engegefühl in der Brust und eine verminderte Belastbarkeit. Asthma kann unterschiedliche Auslöser haben: Häufig dabei sind Allergien – z.B. auch Pollen, Tierhaare oder Hausstaubmilben. Aber auch körperliche Belastungen, bestimmte Medikamente, Schadstoffe oder Infekte können eine Asthmaverschlechterung hervorrufen. Gelegentlich spielen auch psychosomatische Faktoren eine Rolle. Um die Erkrankung richtig behandeln zu können, ist es wichtig, nicht nur die verordneten Medikamente regelmäßig einzunehmen, sondern auch auf die individuellen Auslöser Rücksicht zu nehmen. Hier gilt die Faustregel: „Kein Medikament ist so wirksam, wie das Meiden ihrer Auslöser“.

Gesundheitsminister Vigener: „Jeder Einzelne kann durch eine entsprechende Vorsorge die Entstehung und den Verlauf von Erkrankungen der Atemwegsorgane und Allergien positiv beeinflussen. Da immer mehr Kinder erkranken, sollten gerade Eltern das Vorbeugepotential voll ausschöpfen.“

Zigarettenrauch ist ebenfalls Ursache vieler Asthma-Erkrankungen. Gerade Kinder von Rauchern sind besonders belastet. Der wesentliche vermeidbare Risikofaktor ist das Rauchen der Eltern. Bekannt ist, dass besonders Säuglinge und Kleinkinder sehr sensibel auf Tabakrauch reagieren. Um sie nicht unnötigen Gesundheitsgefahren auszusetzen, sollten sie in einer rauchfreien Umgebung aufwachsen.

Aber auch im sekundär– und tertiärpräventiven Bereich gibt es Möglichkeiten, wie die Betroffenen selbst ihre Lebensqualität verbessern können. Minister Vigener: „Regelmäßige körperliche Aktivität trägt zu einer erhöhten Leistungsfähigkeit von Herz und Lunge bei, steigert die allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit und erhöht das Wohlbefinden. Auch eine Umstellung der Ernährung kann hilfreich sein.“

Bei Empfänglichkeit für Allergien sollte dies auch bei der Berufs- und Arbeitsplatzwahl berücksichtigt werden. „Positiv ist“, so Vigener, „dass bei der Hälfte der erkrankten Kinder das Asthma mit dem Ende der Pubertät wieder abklingt, im Erwachsenenalter heilt die Erkrankung in etwa 20 % der Fälle aus. Die Wahrscheinlichkeit besteht, dass das Asthma geheilt wird, wenn die Erkrankung frühzeitig erkannt und behandelt wird.“ Hervor hob Minister Vigener die Bedeutung einer guten Kooperation von Arzt, Patient und Familie. Dies gilt besonders auch für Kinder, die frühzeitig in die eigene Verantwortung für ihr Befinden einbezogen werden sollten. Auch können sich Betroffene an die zahlreichen Selbsthilfegruppen im Saarland wenden.

Weitere Infos unter http://www.justiz-soziales.saarland.de