Übersicht / Saarland - Ministerium für Justiz, Arbeit, Gesundheit und Soziales / Meldung vom 17.07.2009

Freitag, 17. Juli 2009, 10:57 Uhr

Saarland - Ministerium für Justiz, Arbeit, Gesundheit und Soziales

Ursache ist unzureichender Sonnenschutz und übermäßiger Besuch von Solarien

Gesundheitsminister Vigener: Hautkrebserkrankungen haben sich mehr als vervierfacht

Saarbrücken – „Seit 1975 haben sich die Erkrankungsraten an Hautkrebs im Saarland bei Frauen mehr als vervierfacht und bei Männern sogar versechsfacht. Von 2004 bis 2006 sind 493 neue Diagnosen gestellt worden. Viel davon wären vermeidbar gewesen, denn übermäßiger und ungeschützter Sonnengenuss ist immer noch die Hauptursache der Erkrankung“, so der saarländische Gesundheitsminister Prof. Dr. Gerhard Vigener.

„Rund 60.000 Menschen sterben in Deutschland jährlich an den Folgen der Ultravioletten-Strahlung. UV-Strahlung sei maßgeblich für die Auslösung von Hautkrebs verantwortlich. Saarlandweit erkrankt jeder hundertste Bürger im Verlauf seines Lebens an malignen Melanomen. Seit 1970 erlitten 23.946 Männer und Frauen bösartige Neubildungen der Haut. Bösartige Melanome hatten im gleichen Zeitraum 3160 Saarländer, daran starben 820 Personen. Allein im Jahr 2006 erkrankten 168 Männer und Frauen an Melanomen der Haut. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei Männern bei 65,2 Jahren und bei Frauen bei 59,4 Jahren. Die Überlebensrate liegt bei Männern bei 84 Prozent und bei Frauen bei 92 Prozent.

Die bösartigen Melanome sind vor allem bei Frauen aufgetreten. Auch bei sonstigen bösartigen Neubildungen der Haut sind Frauen stärker betroffen als Männer, so Gesundheitsminister Vigener. Mit dem richtigen Schutz steht sonnigen Sommerferien nichts im Wege. Sonnen mit Verstand schütze vor Sonnenbrand und beuge Hautkrebs vor. Allzu häufige Solarienbesuche können Folgen haben: Selbst wenn es hier nicht zu Sonnenbränden kommt, schadet die dauernde intensive UV-Strahlung doch der Haut. Sie altert viel schneller. Das Ergebnis ist zwar auf Dauer sonnengebräunte, aber auch faltige Haut.

Neben Vorsorge durch ausreichenden Schutz vor Sonne empfiehlt Vigener regelmäßige Hautkrebskontrolle. Alle zwei Jahre wird das Hautkrebsscreening von den Krankenkassen gezahlt. Gefährdet sind vor allem Menschen mit heller Haut und vielen Muttermalen. 'Wichtig ist auf Auffälligkeiten der Haut oder veränderter Muttermale zu achten und gleich zum Arzt zu gehen. Je früher Hautkrebs erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen', so Vigener.

Um den richtigen Sonnenschutz zum richtigen Zeitpunkt zu wählen, stellt der Deutsche Wetterdienst (DWD) UV-Indexwerte zur Verfügung. Die Skala reicht von UV-Index 1 (schwache Intensität) bis UV-Index 12 (extrem hohe Belastung) und wird tagesaktuell veröffentlicht. 'Ab einem UV-Index von 2 sind Sonnenschutzmaßnahmen empfehlenswert, ab 5 erforderlich und ab 8 unverzichtbar'. Die Gefährlichkeit der UV-Strahlung für die Haut hängt von der Höhe der Sonne über dem Horizont, der Bewölkung und der Menge des Ozons in zehn bis 50 Kilometern Höhe ab. Je weniger Ozon in der Stratosphäre vorhanden sei, desto höher die Gefahr. Dabei schwanke der stratosphärische Ozonwert, auch in Abhängigkeit von der Jahreszeit, erheblich.

Informationen erhalten Sie auf folgenden Internetseiten:

http://www.sonne-mit-verstand.de http://www.wettergefahren.de http://www.uv-index.de http://www.dwd.de