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Donnerstag, 26. Februar 2009, 17:29 Uhr

Saarland - Ministerium für Justiz, Arbeit, Gesundheit und Soziales

Allergiker müssen mit Beeinträchtigungen rechnen

Gesundheitsminister Vigener: schwacher Pollenflug im Saarland

Saarbrücken – Die Winterpause ist noch nicht richtig zu Ende und schon machen sich die Pollen auf den Weg. Sowohl Gräserpollen, als auch schwacher Pollenflug von Erle, Hasel, Ulme, Pappel und Weide machen Allergikern in diesen Tagen zu schaffen“ so Gesundheitsminister Gerhard Vigener. Aufgrund der milden Witterung - vor allem im Oktober und November des letzten Jahres- ist die Entwicklungsphase der früh blühenden Bäume Hasel und Erle ihrer Zeit gut sechs Wochen voraus. Das zeigen die bundesweiten Meldungen der gut 1300 phänologischen Beobachter des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Deshalb müssen die rund zwölf Millionen Allergiker in Deutschland vor Hasel- und Erlen-Pollen gewarnt werden. In vielen Teilen Deutschlands konnten die ersten Pollen von Hasel und Erle über das Pollenmessnetz der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID) bereits Anfang Dezember beobachtet werden. "Wir müssen davon ausgehen, dass die Leidenszeit der auf Hasel- und Erlenpollen reagierenden Allergiker regional bereits jetzt beginnen kann", so Minister Vigener.

„Die Ursachen für eine allergische Erkrankung sind bis heute nicht endgültig geklärt. Die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens eine Allergie zu entwickeln, steigt sprunghaft, wenn Eltern oder Geschwister Allergiker sind. Reagieren sogar beide Eltern auf allergische Reize, so ist das Allergierisiko acht Mal so hoch!“, so Minister Vigener.

Typischerweise erkrankt bereits der Säugling an Neurodermitis, einer entzündlichen Hautveränderung. Nur in einigen Fällen ist dafür eine Nahrungsmittelallergie der Grund. Sobald diese erste Neurodermitis langsam abklingt, tritt in vielen Fällen eine zweite Krankheitsphase mit allergischen Beschwerden der Atemwege ein. Die Beschwerden können zu bestimmten Jahreszeiten oder das ganze Jahr hindurch auftreten. Dies hängt davon ab, welche Allergene als Auslöser besonders wichtig sind.

Heuschnupfen ist mittlerweile die häufigste allergische Erkrankung bei Schulkindern in Deutschland. Etwa jeder vierte ABC-Schütze plagt sich bereits zum Zeitpunkt der Einschulung mit den klassischen Symptomen herum: Tränende, juckende Augen, eine laufende Nase und ein ständiger Niesreiz zählen neben Müdigkeit und Kopfschmerzen zu den unangenehmen Begleiterscheinungen, wenn die Pollen im Anflug sind. Auch Teenager bleiben nicht verschont. Etwa jeder Fünfte leidet an den Folgen von Heuschnupfen - mit steigender Tendenz!

Der wirksamste Schutz vor einer Pollenallergie ist es, den Pollen aus dem Weg zu gehen. Damit das überhaupt funktionieren kann, muss man natürlich erst einmal wissen, welche Pollen genau die körpereigene Abwehr in die Irre leiten. Und das kann nur der Arzt zweifelsfrei heraus finden. Denn manche Menschen reagieren besonders empfindlich auf die Haselnuss, bei anderen sind es vor allem Roggen und Beifuß, die zu roten Augen und Niesattacken führen. Der Name "Heuschnupfen" jedenfalls ist irreführend - neben dem Blütenstaub der Gräser gibt es viele andere allergieauslösende Pollen.

„Nur wer weiß, wogegen er allergisch ist, kann bewusster leben. Daher ist es wichtig, sich testen zu lassen wogegen man allergisch ist“, so der Gesundheitsminister. Kennt man seine Peiniger, kann man sich besser darauf einstellen. Hasel, Erle und Birke sind vor allem zu Beginn des Frühjahres aktiv. Die vielen verschiedenen Gräser sorgen dagegen eher im späten Frühling und im Frühsommer für Beschwerden - teilweise sogar bis in den August hinein.

Läuft die entzündliche Reaktion in der Nase ab, sind Beschwerden wie Fließschnupfen, eine durch die geschwollene Schleimhaut verstopfte Nase, heftige Niesattacken, gerötete Augen sowie Juckreiz die Folge. Zusätzlich gibt es noch viele andere Symptome, die bei den einzelnen Allergikern allerdings sehr unterschiedlich ausfallen können. Dazu zählen: Juckreiz in Ohren und Mundraum, Kopfschmerzen sowie Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Reizbarkeit aufgrund einer beeinträchtigten Nachtruhe. In jedem Fall beeinflusst Heuschnupfen die Betroffenen sehr stark, was zu Problemen im Beruf und sehr eingeschränkten Möglichkeiten der Freizeitgestaltung führen kann – und das in der schönsten Zeit des Jahres.

Glücklicherweise gibt es im Internet inzwischen viele Pollenflugkalender, die eine ortsgenaue Vorhersage ermöglichen. Alle Pollenallergie-Geplagten können sich damit gezielter vor dem krank machenden Blütenstaub schützen. Zwar kann man den Pollen kaum vollständig aus dem Weg gehen, aber mit wenigen einfachen Maßnahmen lässt sich die Belastung reduzieren: Möglichst wenig im Freien unterwegs sein. Fenster geschlossen halten, auch nachts, oder Pollenflugfilter anbringen. Tagsüber getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer ablegen und abends die Haare waschen, denn die Pollen setzen sich in der Kleidung und in den Haaren fest. Erwischt einen die Pollenallergie dennoch, helfen Antihistaminika. Das sind spezielle Medikamente, die die allergische Reaktion mildern. Wer unter einem starken "Heuschnupfen" leidet, sollte solch ein Mittel immer bei sich haben, als Nasenspray oder Augentropfen. Diese Medikamente stoppen die aus dem Ruder laufende Immunreaktion.

Alle Pollenflugvorhersagen des DWD sind im Internet kostenlos abrufbar unter http://www.dwd.de