Übersicht / Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) / Meldung vom 04.07.2006

Dienstag, 04. Juli 2006, 15:58 Uhr

Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV)

Gesundheitsreform

Gesundheitsreform ohne konzeptionellen Ansatz

Berlin – Regelungen im zahnärztlichen Bereich teilweise zufriedenstellend

"Für den engeren zahnärztlichen Bereich sind die Eckpunkte zwar in Ordnung. Aber die Honorarreform für Ärzte birgt Probleme. Zudem vermissen wir generell bei der Reform eine klare konzeptionelle Richtung und eine nachhaltige Lösung der Probleme der gesetzlichen Krankenversicherung", so kommentierte der Vorsitzende der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), Dr. Jürgen Fedderwitz, die heutige Konkretisierung der Eckpunkte zur Gesundheitsreform durch die Bundesregierung.

Laut Fedderwitz ist positiv zu werten, dass der Gesetzgeber das Festzuschusssystem für Zahnersatz bestätigt und die Bedeutung der kassenzahnärztlichen Vereinigungen für das Gesundheitswesen festigt, indem er ihre Kompetenzen im Bereich der Qualitätssicherung erweitert.

Wesentliche Elemente der Reform hält der Zahnärztechef indes für kritisch: "Die skizzierte Reform der ärztlichen Vergütung ist nicht durchschaubar. Es steht zu befürchten, dass sie auf eine Einheitsgebührenordnung für PKV und GKV hinausläuft. Das wäre das falsche Signal. Es ist auch noch nicht ersichtlich, ob man sie auf die zahnärztliche Versorgung übertragen will. Da brauchen wir dringend eine Klarstellung."

Insgesamt, so Fedderwitz weiter, sei die Reform in sich konzeptionell nicht stimmig: "Die Regierung möchte die Lohnnebenkosten senken, beschließt aber eine Beitragserhöhung für die Krankenversicherung. Sie will eine teilweise Steuerfinanzierung der Kosten einführen, stoppt aber zuerst mal die Subventionierung der Kassen aus der Tabaksteuer. Das ist nicht logisch, nicht nachhaltig, und auch keine Reform."