Übersicht / Saarland - Ministerium für Justiz, Arbeit, Gesundheit und Soziales / Meldung vom 09.03.2009

Montag, 09. März 2009, 16:55 Uhr

Saarland - Ministerium für Justiz, Arbeit, Gesundheit und Soziales

Darmkrebs frühzeitig erkennen – Regelmäßige Vorsorge wichtig

Große Nachfrage am Darmkrebstelefon mit Minister Vigener und Gesundheitsexperten

Saarbrücken – Die Resonanz auf das heutige Darmkrebstelefon mit Minister Gerhard Vigener war sehr gut. Viele Saarländerinnen und Saarländer haben die Gelegenheit genutzt, sich am Telefon über Präventionsangebote, Kostenübernahme und Ablauf der Koloskopie zu informieren. „Das Interesse war groß und die Aktion zeigt, dass Krebsvorsorge für viele Mitbürger ein Tabuthema ist“, so Gesundheitsminister Vigener. Besonderer Dank richtete der saarländische Gesundheitsminister an Dr. Thomas Stolz von Genesis sowie an Dr. Christa Stegmeier und Dr. Bernd Holleczek vom Krebsregister und an Dr. Dagmar Hutzler vom Gesundheitsministerium, die mit Rat und Information den Anrufern zur Verfügung standen.

Anbei übersenden wir in Kooperation mit der Stiftung Lebensblicke eine Zusammenfassung der wesentlichen Fragen der Anrufer:

Welche Symptome können bei Darmkrebs auftreten? Krampfartige Schmerzen im linken Unterbauch, kein regelmäßiger Stuhlgang, wechselhaft, Änderung der Konsistenz, mit Schmerzen verbunden, Blutbeimengungen, Teerstuhl, Gewichtsabnahme, Blutarmut- dies alles können Symptome des Dickdarmkrebs sein. Diese Symptome weisen aber häufig schon auf Krebs im fortgeschrittenen Stadium hin. Das Frühstadium ist meist symptomlos.

Was tun bei Beschwerden ? Die genannten Beschwerden können Indikatoren für eine Vielzahl von Erkrankungen sein. Wichtig ist es, die als „harmlos" (z.B. Hämorrhoiden) betrachteten Ursachen ernstzunehmen und durch weiterführende Untersuchungen (Darmspiegelung) den Dickdarmkrebs auszuschließen.

Was gehört zur Vorsorgeuntersuchung? Familiäre Anamnese, rektal-digitale Austastung und Test auf nicht sichtbares Blut – manchmal verläuft der Dickdarmkrebs völlig ohne Symptome ! Bei positivem Stuhltest (ein positiver Test reicht schon) oder Beschwerden muss eine Koloskopie erfolgen.

Darmkrebsvorsorge - Ab wann? Zur Übersicht der verschiedenen Vorsorgemaßnahmen (Patienten-Info des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen) gelangen Sie hier.

Kann die Todesrate an Darmkrebs durch diese Maßnahmen gesenkt werden? Die Krebstodesrate kann durch den Stuhltest um 23 %, in Kombination mit der endoskopischen Untersuchung (Koloskopie) um bis zu 90 % gesenkt werden.

Wie gut ist die Testung auf nicht sichtbares Blut? Der Stuhltest hat bei ordnungsgemäßer Durchführung eine Sensitivität von etwa 50 %. Der Test ist kein Krebstest, auch andere Darmerkrankungen (z.B. Hämorrhoiden, Entzündungen) können ihn beeinflussen.

Positiver Stuhltest - was dann? Ein positives Testergebnis erfordert zwingend die Durchführung einer endoskopischen Untersuchung des Darms (Koloskopie).

Wie oft sollte eine Koloskopie wiederholt werden? Eine unauffällige Koloskopie sollte, wenn sie im 50. Lebensjahr durchgeführt wurde, nach zehn Jahren wiederholt werden.

Können Divertikel zu Krebs führen? Nein

Ist Darmkrebs vererbbar? Patienten mit einer positiven Familienanamnese für Darmkrebs haben ein erhöhtes Risiko im Vergleich zur Normalbevölkerung. Menschen die an einer erblichen Polypenkrankheit (Polyposis) leiden, weisen eine Risiko von fast 100% auf und müssen gesondert überwacht und behandelt werden.

Dickdarmkrebs in der Familie – Welche Vorsorgemaßnahmen sind angebracht? Früherkennungsmaßnahmen (Stuhltest, Koloskopie) beginnend 10 Jahre vor dem Lebensalter, in dem der Krebs beim Familienmitglied aufgetreten ist. Sollte in der Familie eine erblich bedingte Polypenkrankheit (FAP) bekannt sein, so muss eine endoskopische Kontrolle (Koloskopie) bei Betroffenen bereits ab dem 10.Lebensjahr erfolgen und in jährlichem Abstand durchgeführt werden.

Werden bei Koloskopien immer Biopsien entnommen? Bei unauffälliger Koloskopie werden keine Biopsien entnommen. Sollten Polypen vorhanden sein, werden diese abgetragen und histologisch untersucht.

Besteht bei einer Biopsie nicht die Gefahr einer Verbreitung des Tumors? Nein

Wie ist der Erfolg auf Heilung bei Darmkrebs einzuschätzen? Im Stadium I fast 100%, dann immer geringer. Die mittlere Überlebenszeit im Stadium IV (wenn Metastasen vorliegen) beträgt nur 9 – 12 Monate.

Wo kann ich eine Koloskopie durchführen lassen? Bei Ärzten, die diese Untersuchung in ihrem Behandlungskatalog haben (z.B. Internisten, Gastroenterologen, z.T. Chirurgen)

Wie erfolgt eine Darmspiegelung, ist das eine größere Sache? Heute nicht mehr. Flexible Untersuchungsinstrumente und geeignete Beruhigungsmaßnahmen ermöglichen es, dass man von der Untersuchung kaum etwas spürt. Die Untersuchung dauert etwa 15-25 Minuten, bei Polypenentfernung etwas länger. Die Sicherheit der Tumorentdeckung liegt bei 85-100%.

Spielt die Ernährung eine Rolle bei der Entstehung des Dickdarmkrebs? Vermutlich ist eine fleischreiche und faserarme Kost mit einem erhöhten Dickdarmkrebsrisiko verbunden. Die Einnahme von Vitaminpräparaten und Spurenelementen hat möglicherweise einen protektiven Effekt. Eindeutig beweisende Daten gibt es derzeit nicht.