Übersicht / Apothekerkammer Hamburg / Meldung vom 15.02.2007

Donnerstag, 15. Februar 2007, 15:43 Uhr

Apothekerkammer Hamburg

Pressemitteilung

Hamburgs Apotheker begrüßen Pläne für Rauchverbot / Apotheken als Anlaufstelle für Entwöhnung

Hamburg – Nachdem Bund und Länder beim Nichtraucherschutz den Ball monatelang hin und her gespielt haben, macht die Bundesregierung nun ernst: Am Mittwoch hat das Kabinett um Kanzlerin Angela Merkel beschlossen, dass in öffentlichen Verkehrsmitteln wie Zügen, Bussen, Fähren, Flugzeugen und in Taxis künftig nicht mehr geraucht werden darf. Auch aus Bahnhöfen sowie aus allen Bundesbehörden soll der blaue Dunst verschwinden. Das Mindestalter für den Kauf von Tabakwaren soll auf 18 Jahre angehoben werden. Bundestag und Bundesrat müssen über die Verbote noch entscheiden. Bereits in der kommenden Woche treffen sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern in Hannover, um über ein Rauchverbot in Gaststätten zu entscheiden.

Die Hamburger Apotheker begrüßen den Beschluss der Bundesregierung ausdrücklich. "Wer zur Zigarette greift, kann schnell körperlich und psychisch abhängig werden", warnt Rainer Töbing, Präsident der Apothekerkammer Hamburg. Allzu oft würden die negativen Effekte des Nikotins und der unzähligen Schadstoffe, die in Zigaretten enthalten sind, verdrängt. "Teer und Kohlenmonoxid führen zu einer schlechteren Durchblutung des Körpers. In der Folge werden die Gewebe mit weniger Sauerstoff versorgt."

Schleimhautschädigende Gase verursachen Raucherhusten und chronische Bronchitis. Vor allem spätere, durch das Rauchen verursachte Erkrankungen wie Lungenkrebs, Herz-Kreislauferkrankungen und Arteriosklerose stellen eine große Belastung für Betroffene und die Gesellschaft dar: Allein in Deutschland sterben jährlich weit mehr als 100 000 Menschen an den Folgeerkrankungen.

Dr. Jörn Graue, Vorsitzender des Hamburger Apothekervereins, kennt aus seiner Berufserfahrung die Schwierigkeiten, mit denen Raucher bei der Entwöhnung oft kämpfen: "Der Organismus hat sich an eine regelmäßige Zufuhr von Nikotin gewöhnt. Unruhe, schlechte Laune und Gewichtszunahme sind daher beim Aufhören die Folge."

Eine Kombination aus bewusster Freizeitgestaltung und Nikotinersatztherapie kann das Aufhören erleichtern. "Die Apotheker sind beim Thema Raucherentwöhnung kompetente Ansprechpartner", sagt Graue. Erfahrungen aus anderen Ländern, in denen bereits Regelungen zum Nichtraucherschutz umgesetzt wurden, zeigten, welche Schlüsselposition die Apotheken als niedrigschwellige Anlaufstelle für Betroffene bei der Einführung von Rauchverboten spielen. "Als Arzneimittelexperten kennen wir die physiologischen Hintergründe der Nikotinsucht. Und wir kennen Mittel und Wege für ein erfolgreiches Aufhören." Töbing: "Wir beraten und helfen Rauchern, die ihre Sucht besiegen möchten, gerne."

Hinweis an die Redaktion: Die Apothekerkammer Hamburg ist die Berufsorganisation aller Apothekerinnen und Apotheker in der Freien und Hansestadt Hamburg. Der Hamburger Apothekerverein e.V. ist der Verband der selbständigen Apothekenleiter in Hamburg.