Startschuss für das Nationale Herz-Netz ab 2027 angekündigt
Wie bleibt das Herz bis ins hohe Alter gesund? Welche Rolle spielen Prävention, Früherkennung und moderne Therapien im Kampf gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des dritten BILD-Herzgipfels, der gestern am 17. März 2026 bei Axel Springer in Berlin stattfand.
Unter der wissenschaftlichen Leitung von Kardiologie-Professor Dr. Ulf Landmesser vom Deutschen Herzzentrum der Charité (DHZC) kamen mehr als 100 Expertinnen und Experten aus Medizin, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft zusammen, um über aktuelle Herausforderungen und Innovationen in der Herzmedizin zu diskutieren.
Im Fokus standen unter anderem Bluthochdruck und seine Auswirkungen auf den gesamten Körper, neue Therapieansätze bei Herzrhythmusstörungen sowie bislang unterschätzte genetische Herzerkrankungen wie die hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie (HOCM). Der ehemalige Fußballnationalspieler Gerald Asamoah, der selbst mit einer angeborenen Herzkrankheit lebt, sowie TV-Moderator Johannes B. Kerner sprachen über ihre Erfahrungen und ihr Engagement für mehr Aufmerksamkeit für Herzkrankheiten.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken und Bundesforschungsministerin Dorothee Bär bekräftigten beim BILD-Herzgipfel eine gemeinsame Offensive zur Stärkung der Herzgesundheit in Deutschland, die sie im Interview mit Kati Degenhardt, Chefredaktion BILD und Stefanie May, Gesamtressortleitung Leben & Gesellschaft bei BILD, vorgestellt hatten. Beide hoben die Bedeutung von Daten für Prävention und Diagnostik heraus.
Dorothee Bär: „Hightech rettet unser Leben und deswegen liegt mir die Hightech Agenda auch so am Herzen. Daten sind Trumpf, ohne sie kommt die Wissenschaft nicht voran. Gerade bei der künstlichen Intelligenz ist es offensichtlich, dass der Einsatz ohne gute Daten überhaupt nicht funktioniert.“
Nina Warken: „Daten sind ein Schatz und wir sollten viel mehr dazu hingehen, Daten noch stärker zu nutzen, als sie immer nur wegzusperren. Wir brauchen noch viel stärker den Einsatz von KI, um die Daten auszuwerten, um auch gerade in der Bildgebung noch bessere Ergebnisse zu erzielen.“
„Daten können Leben retten“: Nationales Herz-Netz (NHN) startet 2027
Am Abend des dritten BILD-Herzgipfels kündigte Kardiologie-Professor Stefan Blankenberg, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie und Direktor der Herzklinik am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, beim BILD-Herzgipfel das Nationale Herz-Netz (NHN) an. Der Start der Datenerfassung ist ab Anfang 2027 zunächst in Berlin, im Ruhrgebiet sowie in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern geplant.
„Das Ziel ist, lückenlos über alle Krankenhäuser hinweg die Behandlungsdaten und die Auswirkungen der Behandlung von Herzpatienten zu erfassen“, sagt Professor Blankenberg und stellt klar:„Daten können Leben retten.“ Trotz der hohen Zahl an Betroffenen gebe es bislang keine systematische Erfassung dieser Daten. „Wir wissen häufig nicht genau, welche Therapien, Medikamente oder Operationen langfristig für einzelne Patienten am besten wirken.“
Das Nationale Herz-Netz soll diese Lücke schließen. Durch den Austausch anonymisierter Daten sollen Therapien gezielter ausgewählt, Behandlungsergebnisse verbessert und unnötige Herztodesfälle langfristig reduziert werden. Träger des Projekts ist die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie. Operativ soll das Register über eine eigene NHN-gGmbH organisiert werden, gesteuert von einem wissenschaftlichen Gremium aus Fachgesellschaften und Forschungseinrichtungen. Die Friede-Springer-Stiftung unterstützt das Nationale Herz-Netz.
Sarah Majorczyk, Mitglied der BILD-Chefredaktion: „In Deutschland wird noch immer viel zu wenig für die Herzgesundheit getan – dabei braucht unsere Gesellschaft ein starkes Herz. Deshalb bringen wir beim BILD-Herzgipfel Medizin, Politik, Wirtschaft und Patienten zusammen, um gemeinsam Lösungen zu diskutieren.“
Der BILD-Herzgipfel versteht sich als Plattform für Austausch, Aufklärung und Innovation rund um das Thema Herzgesundheit. Mehr Informationen unter www.bild.de/herzgipfel. Unterstützt wurde die Veranstaltung von den Partnern Bristol Myers Squibb, AstraZeneca und Asklepios.
