Übersicht / Deutsche Leberstiftung / Meldung vom 24.07.2018

Dienstag, 24. Juli 2018, 12:00 Uhr

Deutsche Leberstiftung

Presseinformation

„Hepatitis: Findet die fehlenden Millionen!“ Deutsche Leberstiftung unterstützt Aufruf zum Welt-Hepatitis-Tag

Hannover – Am 28. Juli 2018 ist Welt-Hepatitis-Tag. Mit dem Motto „Hepatitis: Findet die Millionen!“ ruft die World Hepatitis Alliance (WHA) in Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit dazu auf, sich über Risiken, Schutz- und Diagnosemöglichkeiten der viralen Leber-Infektionskrankheit Virushepatitis zu informieren. Allein an der chronischen Hepatitis B oder C sind weltweit über 300 Millionen Menschen erkrankt – in Deutschland gehen Experten von bis zu 600.000 infizierten Menschen aus. Da die Erkrankungen häufig mit unspezifischen Symptomen verlaufen, bleiben sie oft unbemerkt – und unbehandelt. Die Deutsche Leberstiftung unterstützt die Forderung des Welt-Hepatitis-Tages, die unentdeckten Erkrankten zu identifizieren, damit sie therapiert werden können.

Seit 2011 findet der Welt-Hepatitis-Tag am Geburtstag des amerikanischen Forschers Baruch Samuel Blumberg am 28. Juli statt, der 1965 das Hepatitis B-Virus (HBV) entdeckte. Hepatitis B ist die weltweit häufigste Virusinfektion. Als Therapie gegen chronische Hepatitis B können wirksame Medikamente verordnet werden. Die Behandlungsmöglichkeiten haben sich in den letzten Jahren enorm verbessert. Mittlerweile kann bei fast jedem Patienten eine Viruskontrolle erreicht werden. Eine Impfung, die von der WHO seit 1992 empfohlen wird, schützt vor Hepatitis B.

Die chronische Hepatitis C zählt nach der Fettleberhepatitis beispielsweise durch Alkohol oder Übergewicht und Diabetes mellitus zur zweithäufigsten Ursache von Leberzirrhose und Leberzellkrebs in Deutschland. Eine Impfung gegen das Hepatitis C-Virus (HCV) existiert noch nicht. Seit 2014 sind in Deutschland zahlreiche Medikamente zur Behandlung der Hepatitis C zugelassen, die direkt in den Vermehrungszyklus des Virus eingreifen (sogenannte DAAs – Direct Acting Antiviral Agents). Damit kann die chronische Hepatitis C bei sehr vielen Patienten geheilt werden. Die Heilungsraten dieser Interferon-freien Therapien mit acht bis zwölf Wochen Therapiedauer sind sehr hoch, sie liegen in der Regel bei über 90 Prozent.

Nach Angaben der WHO verursachen virale Hepatitiden weltweit jährlich mehr Todesfälle als jeweils Malaria, HIV oder Tuberkulose. Viele der an einer Hepatitis erkrankten Menschen wissen nichts von ihrer Infektion, die häufig über einen langen Zeitraum symptomlos bleibt. Unbehandelt können Hepatitis-Virusinfektionen zu Leberzirrhose, Leberkrebs und Tod führen. Hepatitis als Infektionskrankheit einzudämmen, gehört zu den Zielen der Vereinten Nationen. Auch die deutsche Bundesregierung signalisiert mit „BIS 2030 – Strategie zur Eindämmung von HIV, Hepatitis B und C und anderen sexuell übertragbaren Infektionen“, dass ihr das Thema wichtig ist.

Experten sehen die größte Herausforderung bei der Eliminierung der Virushepatitis in der hohen Dunkelziffer: „Nur wer weiß, dass er krank ist, kann behandelt werden. Wer behandelt wird, hat eine sehr hohe Chance auf Heilung. Ein einfacher Bluttest kann Klarheit schaffen“, sagt Professor Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung und ergänzt: „Wir unterstützen das Motto des diesjährigen Welt-Hepatitis-Tages. Hepatitis-Diagnostik muss ein aktuelles „Public Health“-Thema werden. Um die unbekannt Infizierten zu entdecken, sollten die Bevölkerung und auch spezifische Zielgruppen über die Erkrankung, die Präventions- und Therapiemöglichkeiten aufgeklärt werden. Beispielsweise ist die hohe HBV- und HCV-Prävalenz bei Insassen in Justizvollzugsanstalten eine Herausforderung, die politische Maßnahmen für Screening und Behandlung dieser Personengruppen dringend notwendig machen.“

Diese dringende Notwendigkeit, über das Thema Virushepatitis zu informieren, belegt eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsinstitutes TNS EMNID: Nur 14 Prozent der Deutschen denken über das eigene Hepatitis C-Risiko nach. Entsprechend gering ist die Motivation der Menschen, das Thema Virus-Hepatitis mit dem Hausarzt zu besprechen und sich testen zu lassen. Ein erster Schritt zur Einschätzung der eigenen „Leber-Gesundheit“ kann der „Lebertest “ der Deutschen Leberstiftung sein, mit dem Interessierte feststellen können, ob bei ihnen ein erhöhtes Risiko für das Vorliegen einer Lebererkrankung besteht. Auf der Website www.deutsche-leberstiftung.de steht der „Lebertest“ unter dem Menüpunkt „Service“ zum Download bereit. Eine individuelle medizinische Beratung ist in der Telefonsprechstunde möglich, in der ärztliche Experten alle Fragen zu den Themen Leber und Lebererkrankungen beantworten. Die Telefonsprechstunde ist von Montag bis Donnerstag zwischen 14:00 und 16:00 Uhr besetzt und unter 01805 – 45 00 60 (€ 0,14/Min. aus dem deutschen Festnetz, max. € 0,42/Min. aus dem Mobilfunk) erreichbar.

Deutsche Leberstiftung

Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch Forschungsförderung und eigene wissenschaftliche Projekte zu verbessern. Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung die öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher erkannt und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sowie für Ärzte und Apotheker in medizinischen Fragen. Diese Aufgaben erfüllt die Stiftung sehr erfolgreich. Weitere Informationen: www.deutsche-leberstiftung.de.

BUCHTIPP: „Das Leber-Buch“ der Deutschen Leberstiftung informiert umfassend und allgemeinverständlich über die Leber, Lebererkrankungen, ihre Diagnosen und Therapien – jetzt in dritter, aktualisierter und erweiterter Auflage! „Das Leber-Buch“ ist im Buchhandel erhältlich: ISBN 978-3-89993-899-9, 16,99 Euro. Weitere Informationen: www.deutsche-leberstiftung.de/Leber-Buch.