Übersicht / Apothekerkammer Hamburg und Hamburger Apothekerverein e.V. / Meldung vom 30.06.2010

Mittwoch, 30. Juni 2010, 14:52 Uhr

Apothekerkammer Hamburg und Hamburger Apothekerverein e.V.

Pressemitteilung

Jeder vierte Hamburger braucht fünf oder mehr verschiedene Medikamente

Hamburg – Die gleichzeitige Anwendung mehrerer Arzneimittel kann unerwünschte Wechselwirkungen zur Folge haben und bedarf deswegen besonderer Aufmerksamkeit bei Ärzten, Apothekern und Patienten. Zum Umfang der Problematik gibt es jetzt aktuelle Zahlen.

Für jeden vierten Versicherten einer gesetzlichen Krankenkasse (GKV) in der Hansestadt – das sind etwa 360.000 Bürger – waren im Lauf des Jahres 2009 fünf oder mehr unterschiedliche Wirkstoffe zur Behandlung notwendig. Das wertete das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut e.V. (DAPI) im Auftrag der Bundesapothekerkammer (BAK) aus. Für 8 Prozent der Versicherten – und damit rund 120.000 Hamburger – verordneten Ärzte sogar elf oder mehr verschiedene Wirkstoffe.

Mit der Anzahl der gleichzeitig angewendeten Wirkstoffe steigt auch das Risiko für Wechselwirkungen. „Besonders wenn verschiedene Ärzte Medikamente verordnen, kann nur der Apotheker Wechselwirkungen erkennen und mögliche Probleme gemeinsam mit den verordnenden Ärzten lösen“, so Rainer Töbing, Präsident der Apothekerkammer Hamburg.

Der Apotheker kann nur dann die relevanten Wechselwirkungen erkennen, wenn er einen Überblick über alle eingenommenen Medikamente hat – auch die der Selbstmedikation oder zusätzlich privat verordnete Medikamente, wie zum Beispiel die Antibabypille. Hierzu rät Dr. Jörn Graue, Vorsitzender des Hamburger Apothekervereins, allen Patienten: „Informieren Sie Ihren Apotheker über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen. Nur wenn Patienten, Ärzte und Apotheker eng zusammenarbeiten, ist die Arzneimitteltherapie sicher.“

Das DAPI wertete Rezeptdaten für das Jahr 2009 aus für alle GKV-Versicherten. Bundesweit lösten im letzten Jahr mehr als 80 Prozent aller Versicherten mindestens ein Rezept in einer Apotheke ein. In Hamburg benötigten 43 Prozent der Versicherten einen, 18 Prozent zwei rezeptpflichtige Wirkstoffe. Drei Wirkstoffe verordneten Ärzte für 10 Prozent, vier für 6 Prozent ihrer Patienten. Bei dieser Auswertung konnten allerdings Wirkstoffe aus der Selbstmedikation und von Privatrezepten nicht erfasst werden.

Ansprechpartner: Dr. Reinhard Hanpft, Tel. 040 - 44 80 48-30

Hinweise an die Redaktion: Die Apothekerkammer Hamburg ist die Berufsorganisation aller Apotheker in der Freien und Hansestadt Hamburg. Der Hamburger Apothekerverein e.V. ist der Verband der selbstständigen Apothekenleiter in Hamburg.