Übersicht / GESUNDHEIT ADHOC / Meldung vom 22.01.2007

Montag, 22. Januar 2007, 15:23 Uhr

GESUNDHEIT ADHOC

ONLINE-UMFRAGE

Jetzt abstimmen: Seehofer besser in München oder Berlin?

Berlin – Der Machtkampf um den CSU-Vorsitz dauert an: Ein Gespräch zwischen dem scheidenden CSU-Chef Edmund Stoiber und Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer hat am Sonntag keine Entscheidung gebracht. Zentrales Anliegen seiner Bemühungen sei es gewesen "aus dem Gegeneinander von Herrn Huber und Herrn Seehofer, ein Miteinander zu machen", erklärte Stoiber nach dem Treffen. Spätestens bis zur Parteivorstandsvorsitzung in drei Wochen solle eine Lösung vorliegen.

Seehofer ist als langjähriger Gesundheitsminister und aktueller Verbraucherschutzminister das bedeutendste politische CSU-Schwergewicht in Berlin. Schon in den vergangenen Monaten wurde allerdings auch deutlich, wie sehr die CSU und mit ihr die Bundestagsfraktion der Union insgesamt daran laboriert, dass Seehofer nicht mehr an vorderster Front sozial- und gesundheitspolitisch agiert. In der eigenen Fraktion und der CSU-Landesgruppe gilt Seehofer mitunter als Querulant und Querdenker, der nur schwer "einzufangen" ist. Mit einem tatsächlichen Wechsel nach München würde es in der CSU-Spitze nicht zwingend ruhiger - und in Berlin käme der prominenteste und auch in der Bevölkerung beliebteste Christsoziale abhanden. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) dürfte sich freuen, wenn die Union bei einem Umzug Seehofers sozialpolitisch vollends abgemeldet ist.

Derzeit lotet der Partei-Vize noch seine Chancen aus: Nachdem er vergangene Woche nach einer "Bild"-Berichterstattung über seine angebliche Geliebte in die Defensive geraten war, brachte er sich vergangenen Donnerstag bei Gesprächen um den Posten des Parteichefs wieder ins Gespräch. Seehofer betonte zwar, dass es keinen Rechtsanspruch auf den Parteivorsitz gebe. Allerdings schloss er eine Kampfkandidatur auf dem im Herbst stattfindenden CSU-Parteitag nicht aus.

Nutzer und Besucher des Branchendienstes GESUNDHEIT ADHOC können ihre Meinung zum internen Besetzungsstreit abgeben: Wäre Seehofer der richtige Mann für den CSU-Parteivorsitz? Oder sorgt die Kandidatur des Bundesministers nur für noch mehr Unruhe in den Reihen der CSU? Die Abstimmung läuft noch bis zum 28.Januar.