Übersicht / Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB) / Meldung vom 14.09.2021

Dienstag, 14. September 2021, 11:07 Uhr

Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB)

Online Nesselsucht-Urtikaria-Woche

Jucken, Quaddeln, mysteriöse Schwellungen - Managen Sie Ihre Erkrankung
5 Experten – 5 Tage – 5 Themen mit Workbooks und Live Events
1. bis 5.Oktober 2021

Online – Sie leiden unter Nesselsucht – Urtikaria oder sind am Thema interessiert? Bei diesem neuen Format der Online-Tage wird täglich morgens ein Video-Impuls zum Tagesthema von Experten gegeben. Dazu erhalten die TeilnehmerInnen ein Workbook, das grundlegendes Wissen rund um das Thema vermittelt und zur Reflexion über den Umgang mit der eigenen Krankheitsgeschichte einlädt. Zum thematischen Abschluss findet abends ein Live-Event mit dem jeweiligen Tagesexperten statt, bei dem die aktuellen Fragen des Tages gestellt werden können.
Freuen Sie sich auf eine Sketchnote Zeichnerin und viele neue Online Formate.
Die Veranstaltung ist kostenfrei. Infos und Anmeldung unter: www.online-urtikariawoche.de

Es juckt, die Haut zeigt Rötungen, Quaddeln oder Schwellungen – ähnlich wie nach dem Kontakt mit Brennnesseln. Diese gaben der Urtikaria auch ihren umgangssprachlichen Namen: Nesselsucht.

Die Auslöser einer Urtikaria sind vielfältig, ihre Ursachen komplex und wissenschaftlich noch nicht völlig geklärt. Nach Angaben des Deutschen Allergie- und Asthmabunds (DAAB) kennt hierzulande jeder Vierte eine Urtikaria aus eigener Erfahrung – Frauen häufiger als Männer. Je nach Auslöser, Dauer und Verlauf der Erkrankung werden spezielle Formen unterschieden. Besonders die chronische Variante setzt den Betroffenen in Alltag und Beruf zu. Die Behandlung zielt in erster Linie auf die Symptomfreiheit ab, aber auch die Suche nach den Auslösern ist Teil der Therapie. Was Betroffene selber tun können um sich Ihrer Erkrankung nicht ausgeliefert zu fühlen, erfahren Sie in der Online Nesselsucht-Urtikaria-Woche des DAAB vom 1.- 5.10.2021.

Ein Name – viele Formen

Die Spontane Urtikaria-Form ist die häufigste Form der Nesselsucht. Der Begriff „spontan“ beschreibt das plötzliche Auftreten der Beschwerden ohne erkennbaren Grund. Auslöser und Ursache sind im ersten Moment nicht ersichtlich. Hält die spontane Urtikaria nur einige Tage an, spricht der Arzt von einer akuten spontanen Urtikaria. Bei längerem Krankheitsverlauf ist es die chronisch spontane Urtikaria (csU).

Dem gegenüber stehen die chronisch induzierbaren Urtikaria. Hierbei entstehen die Symptome nur nach Kontakt mit zum Beispiel bestimmten physikalischen Reizen. Diese Reize können durch Wärme, Kälte, Druck oder Vibration entstehen. Auch können Arzneimittel, Nahrungsmittel oder der Kontakt mit bestimmten Substanzen oder Pflanzen eine Urtikaria auslösen.

Histamin in der Hauptrolle

Doch warum reagiert die Haut überhaupt so extrem auf Reize? Einen Teil der Antwort liefert der Botenstoff Histamin. Er wird bei einer Urtikaria verstärkt von bestimmten Abwehrzellen, den so genannten Mastzellen, in der Haut und der Schleimhaut freigesetzt. Das Histamin macht die umliegenden Blutgefäße weiter und durchlässiger; es sammelt sich Flüssigkeit in Form der typischen quaddelförmigen Schwellungen. Tritt der Effekt in tieferen Hautschichten oder Schleimhäuten auf, zum Beispiel an den Lippen oder Augenlidern, können schmerzhafte Angioödeme entstehen, die langsamer abklingen als die Quaddeln auf der Haut. Zusätzlich werden durch das Histamin Sinnesnerven aktiviert, die wiederum Juckreiz und Rötung verursachen. Warum die Mastzellen vermehrt Histamin ausschütten, ist bis heute medizinisch nicht vollständig geklärt.

Schnell behandeln, gründlich suchen

Besonders zu Beginn der Erkrankung kommt es darauf an, die Symptome der Nesselsucht schnell zu behandeln, anstatt das Augenmerk nur auf die Diagnose und mögliche Auslöser zu richten. Die aktuelle Leitlinie empfiehlt für die Diagnostik deshalb ein gezieltes, systematisches Vorgehen bei gleichzeitiger Therapie der Symptome. Die Suche nach den Auslösern kann bis zu zwei Jahre dauern; in einigen Fällen lässt sich gar kein Trigger ausfindig machen. Besonders bei der chronischen Urtikaria ist detektivische Kleinarbeit beim Aufspüren der individuellen Trigger gefragt. Zunächst sind andere Erkrankungen sicher auszuschließen, die ähnliche Symptome verursachen. Dann gilt es, mit Hilfe des Patienten die möglichen Trigger einzugrenzen. Eine präzise Dokumentation, unter welchen Umständen und in welcher zeitlichen Abfolge die Beschwerden auftreten, kann Patient und Arzt auf die richtige Spur bringen. Die Liste möglicher Zusammenhänge ist lang. Sie reicht von bestimmten Medikamenten und Nahrungsmitteln über Infektionen, Stress, Allergien und Autoimmunerkrankungen bis zu Begleitsymptomen, Menstruationszyklus und körperlicher Belastung.

Therapieziel: Lebensqualität verbessern

Eine chronische Urtikaria bedeutet für die Betroffenen eine schwere körperliche und psychische Belastung, denn zum einen sind die Krankheitsschübe nicht vorhersehbar, zum anderen können Symptome wie der ständige Juckreiz Schlafstörungen verursachen, die wiederum zu Einbußen in der Leistungsfähigkeit und im seelischen Wohlbefinden führt. Nicht wenige Patienten ziehen sich wegen ihrer Erkrankung aus ihrem sozialen Umfeld mehr und mehr zurück. Umso wichtiger ist es, das gesamte zur Verfügung stehende Therapiespektrum zu nutzen. Das ist nach Erkenntnissen des Deutschen Allergie- und Asthmabundes längst nicht immer der Fall: „Die Behandlungsmöglichkeiten der Urtikaria haben sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Schaut man sich allerdings die aktuelle Behandlung der Patienten an, stellt sich die Frage, warum die neuen und effektiveren Therapieoptionen noch so selten eingesetzt werden“, erklärt Andrea Wallrafen, Bundesgeschäftsführerin des DAAB.

Der Deutsche Allergie- und Asthmabund e.V. - DAAB hat zu diesen wichtigen Aspekten der Erkrankung ein neues Format entwickelt und nimmt die Betroffenen mit und lädt zur Reflektion ein. Bei diesem neuen Format der Online-Tage wird täglich morgens ein Video-Impuls zum Tagesthema von Experten gegeben. Dazu erhalten die TeilnehmerInnen ein Workbook, das grundlegendes Wissen rund um das Thema vermittelt und zur Reflexion über den Umgang mit der eigenen Krankheitsgeschichte einlädt. Zum thematischen Abschluss findet abends ein Live-Event mit dem jeweiligen Tagesexperten statt, bei dem die aktuellen Fragen des Tages gestellt werden können.
Freuen Sie sich auf unsere Online-Urtikariawoche vom 1.- 5.10.2021 und sind live mit dabei. Die Beiträge sind bis zum 8.10.2021 zugänglich.

Anmeldung unter www.online-urtikariawoche.de