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Kampfpreise gefährden Qualitätsstandards

Gesundheitsreform

Hamburg – Im Nachgang zum Gammelfleisch-Skandal haben sich die Agrarminister von Bund und Ländern auf ihrer Herbstkonferenz gegen das Verramschen von landwirtschaftlichen Produkten ausgesprochen. Nur durch angemessene Preise ließen sich die hohen deutschen Qualitätsstandards einhalten und kontrollieren, so die Experten. Ulla Schmidt und anderen an der geplanten Gesundheitsreform beteiligten Politikern fehlt diese wichtige Einsicht offenbar. “Brauchen wir wirklich erst einen Arzneimittel-Skandal, damit die Verantwortlichen den hohen Wert der pharmazeutischen Betreuung begreifen”, fragt Rainer Töbing, Präsident der Apothekerkammer Hamburg. Denn: Schutzmechanismen, die berechtigterweise im Lebensmittelbereich greifen, sollten erst recht in der Arzneimittelversorgung Geltung haben. “Medikamente enthalten hochwirksame Substanzen. Weder Patienten noch Apothekenmitarbeiter wollen künftig über Rabatte feilschen – und dabei die Arzneimittelsicherheit gefährden.”

Wer die Arzneimittelversorgung ausschließlich ökonomischen Interessen unterstelle und dabei sinnvolle Schutzzäune einreiße, riskiere in verantwortungsloser Weise das Wohlergehen der Patienten und Verbraucher, kritisiert Töbing. Im Rahmen der anstehenden Gesundheitsreform will die Bundesregierung auch verschreibungspflichtige Arzneimittel einer Höchstpreisregelung unterstellen. Das heißt: Anders als im Buchhandel sollen ausgerechnet für Medikamente – also für sensible Waren – künftig keine einheitlichen Preise mehr gelten. “Das klingt nach Schnäppchen. Aber für Dumpingpreise im Arzneimittelbereich gibt es absolut keine Rechtfertigung”, sagt Töbing. Kampfpreise – ob echt oder nur vermeintlich – führen nach Ansicht des Kammerpräsidenten zu einer Verschlechterung der Versorgung. Der Gammelfleisch-Skandal müsse Politik und Bevölkerung ein warnendes Beispiel sein.

“Apotheker sind hochqualifizierte Arzneimittelexperten im Dienste der Patienten und Verbraucher. Jeder, der das bestehende Festpreissystem ändern will, sollte sich der Konsequenzen für die Versorgung bewusst sein”, warnt Töbing. “Discount bedeutet Masse – und kein fachliches Abwägen.” Der Hamburger Apotheker fordert die Entscheider in Ausschüssen, Fraktionen und Parlament auf, verantwortungsbewusst über die Zukunft der Arzneimittelversorgung zu entscheiden: “Die Weichen werden jetzt gestellt. Ein späteres Umstellen von Masse auf Klasse wird nicht mehr möglich sein.”

Hinweis an die Redaktion: Die Apothekerkammer Hamburg ist die Berufsorganisation aller Apothekerinnen und Apotheker in der Freien und Hansestadt Hamburg.