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Kardiologen in Bayern sagen Gesundheitsfonds den Kampf an

PRESSEMITTEILUNG

München/Nürnberg – Auf das Abstellgleis geschoben und von der CSU getäuscht fühlen sich dieser Tage die niedergelassenen Kardiologen in Bayern. Denn für sie beginnt das Jahr 2009 mit der bitteren Gewissheit, im ersten Quartal des neuen Jahres im Vergleich zum Vorjahr Honorareinbußen um durchschnittlich 35 Prozent hinnehmen zu müssen. Diese Zahl bestätigt eine Umfrage, die die Regionalvertretung des Bundesverbandes Niedergelassener Kardiologen (BNK) landesweit unter etwa 80 Kardiologen in mehr als 50 Praxen, Praxisgemeinschaften und medizinischen Versorgungszentren (MVZ) durchgeführt hat.

Dabei hatte vor der Landtagswahl in Bayern noch alles ganz anderes geklungen: In einem Schreiben der CSU-Landesleitung an die niedergelassenen Haus- und Fachärzte sicherten der damalige Vorsitzende der CSU, Erwin Huber, und der damalige bayerische Ministerpräsident, Günther Beckstein, Anfang September beiden Berufsgruppen ein steigendes Honorarvolumen für das kommende Jahr zu. Außerdem versicherten die Politiker, dass die Strukturverträge, die in Bayern zur Qualitätssicherung der ärztlichen Versorgung beitragen, auch im neuen Jahr mit Preisen außerhalb des Budgets fortgeführt werden könnten. Dies entspricht nicht den Tatsachen.

„Die CSU hat uns gegenüber ihr Wahlversprechen gebrochen“, stellt hierzu der Regionalvorsitzende des BNK in Bayern, Volkmar Männl, fest. „Es ist erklärtes Ziel der gegenwärtigen Politik, dass wir freiberuflich tätigen Fachärzte über kurz oder lang von der Bildfläche verschwinden sollen. In Bayern können wir im gesamten Fachärztekreis keine Reformgewinner ausmachen, sondern sehen uns geschlossen auf das Abstellgleis geschoben: auf einem Verschiebebahnhof namens Gesundheitsfonds, mit einer Rangierlok namens Regelleistungsvolumen. Wir Kardiologen werden dieser Politik den Kampf ansagen. Denn tun wir das nicht, werden gesetzlich versicherte Herzpatienten in Bayern zu den eigentlichen Verlierern dieser Reform. Das ist mit uns nicht zu machen“, so Männl weiter.

Tatsächlich werden im kommenden Jahr für die vertragsärztliche Vergütung bundesweit 2,7 Milliarden Euro mehr zur Verfügung stehen. Bei den einzelnen Fachärzten in Bayern, und das gilt keineswegs nur für Kardiologen, kommt davon jedoch nichts an. Der Bundesvorsitzende des BNK und Regionalvorsitzende von Baden-Württemberg, Norbert Smetak, ergänzt: „Die Kolleginnen und Kollegen in Bayern werden durch nicht nachvollziehbare Berechnungen und undurchsichtige Umverteilungen nun auf einen Schlag 35 Prozent ihres bisherigen Honorars verlieren. Einbußen in dieser Höhe sind niemandem zu vermitteln“. Smetak führt weiter aus, dass mit der auf viel zu niedrigem Niveau festgesetzten Honorierung die in der ambulanten Kardiologie praktizierte Qualitätsmedizin nicht zu halten sei. Vielerorts bliebe künftig nur mehr die Möglichkeit, Wartelisten einzuführen und Patienten für Leistungen, die niedergelassene Fachärzte aus Kostengründen nicht mehr selbst erbringen könnten, an Krankenhäuser zu überweisen. „Ironischerweise würde das aber letztlich die Kosten in die Höhe treiben und keineswegs für mehr Wirtschaftlichkeit sorgen. Und dass am Ende die staatliche Einheitsmedizin stehen würde, liegt auf der Hand“, ist der BNK-Vorsitzende überzeugt.

Bereits vor Weihnachten hatte sich Smetak mit deutlichen Worten an die Kassenärztlichen Vereinigungen gewandt und eine unverzügliche Nachbesserung der Regelleistungsvolumen gefordert.