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Donnerstag, 25. Oktober 2007, 10:48 Uhr

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Pressemitteilung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Kinderschutz verbessern

Köln – "Wir müssen Kinder früher und besser vor Gefährdungen schützen, um Fälle wie Kevin so unwahrscheinlich wie möglich zu machen. Dies steht im Mittelpunkt des Treffens von Forscherinnen und Forschern, zu dem das Nationale Zentrum Frühe Hilfen eingeladen hat" sagt Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), die gemeinsam mit dem Deutschen Jugendinstitut (DJI) das Nationale Zentrum Frühe Hilfen im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) eingerichtet hat.

Am 25. und 26. Oktober 2007 treffen sich erstmalig 7 Forschungsgruppen, die ausgesuchte Länderprojekte zu Frühen Hilfen und Sozialen Frühwarnsystemen wissenschaftlich begleiten. Es geht bei diesem und den geplanten Folgetreffen darum, voneinander zu lernen, die Erfahrungen aus unterschiedlichen Projekten in den Ländern zusammenzuführen und erfolgreiche Modelle für alle Kommunen zugänglich zu machen.

Die Modellprojekte sind Teil des vom BMFSFJ initiierten Aktionsprogramms "Frühe Hilfen für Eltern und Kinder und soziale Frühwarnsysteme", mit dem der Vernachlässigung und Misshandlung von Kindern wirksam vorgebeugt werden soll. Ziel ist es, Risiken für Kinder möglichst frühzeitig zu erkennen und die Erziehungskompetenz ihrer Eltern zu stärken. Im Mittelpunkt des Programms stehen Kinder bis etwa drei Jahren aus Familien in belasteten Lebenslagen.

Wirksamkeit der Hilfen

Im Hinblick auf die Zielgruppen Früher Hilfen stellen sich folgende Fragen: Wie werden hoch belastete Familien erreicht, so dass die Hilfen auch bei ihnen ankommen? Wie motiviert man sie, die angebotenen Hilfen auch in Anspruch zu nehmen? Welche Angebote helfen ihnen langfristig und welche zeigen die größte Wirkung? Welche Hilfe ist für welche Familie die richtige?

Aber auch das Hilfesystem verlangt nach Antworten: Welche Strukturen müssen vor Ort geschaffen werden, damit kein Kind durchs Netz fällt? Welche Kooperationsformen zwischen dem Gesundheitssystem und der Kinder- und Jugendhilfe bewähren sich, welche sind eher hinderlich für eine effektive Zusammenarbeit?

Um praxisrelevante Antworten auf diese und andere Fragen zu erhalten und das Wissen über die Wirksamkeit der bereits angebotenen Hilfen zu steigern, fördert das Nationale Zentrum Frühe Hilfen, in gemeinsamer Trägerschaft der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und dem Deutschen Jugendinstitut, im Rahmen des vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aufgelegten Aktionsprogramms die wissenschaftliche Begleitung unterschiedlicher Länderprojekte. Die Ergebnisse und Befunde dienen unter anderem dazu, anderen Kommunen bei dem Aufbau Früher Hilfen und sozialer Frühwarnsysteme zu helfen.

Folgende renommierte Forschungseinrichtungen beteiligen sich daran: Universität Halle-Wittenberg, Universität Münster, Universität Osnabrück, Universität Ulm, Fachhochschule Potsdam, Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen, HAW Hamburg, Universität Heidelberg. Sie nehmen in diesen Tagen ihre Arbeit auf. Um sich von Anfang an zu vernetzen und Synergieeffekte auch in der Forschung zu erzielen, bietet das Nationale Zentrum Frühe Hilfen ein Forum für einen kontinuierlichen Austausch. "Auf allen Ebenen müssen wir jetzt eng zusammenarbeiten, um möglichst schnell Erkenntnisse darüber zu erhalten, wie wir Kinder wirkungsvoll vor Misshandlung und Vernachlässigung schützen können. Und dies möglichst präventiv", betont Prof. Dr. Thomas Rauschenbach, Direktor des Deutschen Jugendinstituts.

Konkrete Informationen über die Arbeit der Forschungsgruppen können abgerufen werden unter: http://www.fruehehilfen.de