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Mittwoch, 20. Juni 2007, 13:46 Uhr

Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz

Schnappauf: Bayern sagt Koma-Saufen den Kampf an

"Kontrollen verschärfen, Aufklärung ausweiten, Exzesse eindämmen"

München – Bayern verstärkt die Maßnahmen gegen schädlichen Alkoholkonsum bei Jugendlichen: Aufklärungskampagnen gegen übermäßigen Alkoholkonsum werden ausgeweitet, Flatrate-Partys eingedämmt und die Einhaltung des Jugendschutzrechts verschärft kontrolliert. Dies betonte Gesundheitsminister Werner Schnappauf bei der Präsentation der neue Wanderausstellung ''Na toll!'' für Schulen, die er heute im Landtag zusammen mit Landtagsvizepräsidentin Barbara Stamm eröffnete. Schnappauf: "Immer häufiger greifen Jugendliche in exzessivem Maß zur Flasche. Zudem steigt die Gewaltkriminalität unter übermäßigem Alkoholeinfluss besorgniserregend. Die Staatsregierung sagt daher dem Koma-Saufen den Kampf an." Jeder zweite Jugendliche im Alter zwischen 16 und 17 Jahren hat nach einer aktuellen Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) im letzten Monat an mindestens einem Tag mehr als fünf Gläser Alkohol getrunken. Bei der Gruppe der jugendlichen! Straftäter verzeichnet die polizeiliche Kriminalstatistik innerhalb der letzten zehn Jahre eine Steigerung von 10,8 Prozent im Jahr 1996 auf 26,8 Prozent in 2006. Wegen eines Verbots von Flatrate-Partys arbeite der Freistaat bereits an einer Regelung im Gaststättenrecht; zudem sollen die Jugendschutzkontrollen in Kneipen massiv verstärkt werden.

Neben klaren Regeln und Grenzen brauchen Kinder und Jugendliche nach den Worten des Ministers auch gute Vorbilder nach dem Motto ''Ohne Alkohol geht?s besser''. Elternhaus, Schule, Handel und Getränkewirtschaft müssen hier an einem Strang ziehen. Aufklärungskampagnen über schädliche Folgen und verantwortlichem Umgang mit Alkohol sind dabei ein wesentlicher Baustein. Die neue Ausstellung ''Na toll!'', entstanden in Kooperation mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der Landeszentrale für Gesundheit in Bayern, richtet sich an Schüler und Schülerinnen ab 13 Jahre. Sie zeigt die Wirkungen von Alkoholmi! ssbrauch und schlägt Alternativen vor.

Alkoholkonsum bei Jugendlichen ist nach einem Rückgang 2004/2005 wieder deutlich angestiegen. Besonders auffällig ist der Anstieg des Konsums bei 16 bis 17jährigen männlichen Jugendlichen: die durchschnittliche wöchentliche Trinkmenge liegt bei 150 Gramm reinem Alkohol; das entspricht 2 Gläsern Alkohol an jedem Tag in der Woche.

Weitere Informationen: http://www.gesundheit.bayern.de