Schließen

Registrierung

Melden Sie sich noch heute an, um gezielt und effektiv Ihre Nachrichten in der Gesundheitsbranche verbreiten zu können.

Kontoinformationen

Ansprechpartner:in

Adresse

Kontakt

Es wurde eine E-Mail zur Bestätigung an Sie gesendet. Nach der Bestätigung sind Sie erfolgreich registriert.


Krankenkassen eröffnen Unterbietungswettbewerb – trotz laufenden Pharmadialogs

Erste exklusive Biosimilar-Ausschreibung gestartet
  • Noch vor Inkrafttreten des G-BA-Beschlusses: Spectrum K startet erste exklusive Ausschreibung für Biosimilars
  • Zuschlag allein nach Preis: faktischer Einstieg in einen Unterbietungswettbewerb
  • Laufender Pharmadialog wird konterkariert, die AG Pro Biosimilars fordert Politik zum Handeln auf

Berlin Die Krankenkassen (Spectrum K) haben auf Grundlage des jüngsten G-BA-Beschlusses die erste exklusive Ausschreibung für Biosimilars gestartet. Betroffen sind Wirkstoffe, die unter anderem in der Therapie von rheumatischen Erkrankungen eingesetzt werden. Den Zuschlag soll jeweils der günstigste Anbieter (bzw. die günstigsten zwei Anbieter) erhalten. Damit etablieren die Kassen einen reinen Preiswettbewerb – nach dem Prinzip „nur der Billigste gewinnt“.

Im Pharmadialog sollten eigentlich Lösungen gefunden werden

Dieses Vorgehen erfolgt, obwohl im laufenden Pharmadialog zwischen Politik, Industrie und Krankenkassen intensiv darüber beraten wird, wie die Kassen höhere Einsparungen durch Biosimilars erwirtschaften können und zugleich ein ruinöser Unterbietungswettbewerb verhindert werden kann. Ziel der Gespräche ist es, stabile Marktbedingungen zu schaffen, um Versorgungsengpässe und Standortschwächungen zu vermeiden – Entwicklungen, wie sie im Generikamarkt infolge massiven Preisdrucks bereits eingetreten sind.

In mehreren Sitzungen des Pharmadialogs wurde erörtert, wie regulatorische Rahmenbedingungen ausgestaltet werden müssen, um bei Biosimilars Versorgungssicherheit und Wettbewerb in ein tragfähiges Gleichgewicht zu bringen. Die nun gestartete exklusive Ausschreibung konterkariert all diese Bemühungen. Sie schafft Fakten, noch bevor politische Lösungen verabschiedet sind.

AG Pro Biosimilars hat seit Jahren vor diesem Moment gewarnt

„Es ist genau das eingetreten, wovor wir immer gewarnt haben“, erklärt Dr. Christopher Kirsch, stellv. Vorsitzender der AG Pro Biosimilars. „Mit exklusiven Ausschreibungen und einem reinen Preisfokus droht auch im Biosimilar-Markt eine Entwicklung, die wir aus dem Generikabereich kennen – mit erheblichen Risiken für Grundversorgung und Produktionsstandort.“

Jetzt muss Politik handeln – und schnellstmöglich eingreifen

Aus Sicht der AG Pro Biosimilars ist nun die Politik gefordert. Diese darf nicht länger zögern, sondern muss jetzt gesetzliche Leitplanken einziehen, um eine Schwächung diversifizierter Lieferketten, Standort und Versorgungssicherheit zu verhindern.

„Wenn Versorgungssicherheit und ein starker Standort politisch gewollt sind, müssen exklusive Rabattverträge für Biosimilars gesetzlich ausgeschlossen werden“, so Kirsch. „Andernfalls droht die nachhaltige Erosion eines Zukunftsmarktes, der für Patientinnen und Patienten sowie für den Biotech-Standort Europa von zentraler Bedeutung ist.“

Die AG Pro Biosimilars ist die Interessenvertretung der Biosimilarunternehmen in Deutschland. Sie steht allen Unternehmen offen, die Biosimilars entwickeln, herstellen und für die Versorgung bereitstellen. Die Arbeitsgemeinschaft unter dem Dach des Pro Generika e.V. engagiert sich für einen bedarfsgerechten Zugang der Patient:innen zu modernen biopharmazeutischen Arzneimitteltherapien, für eine bezahlbare Versorgung und für faire und nachhaltige Wettbewerbsbedingungen.