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Mittwoch, 27. April 2011, 12:23 Uhr

Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz

Pressemitteilung

Lärm trennt - also Lärm reduzieren!

Berlin – Unter dem Motto "Lärm trennt" finden heute bundesweit Veranstaltungen statt, die sich mit dem Umweltproblem Lärm befassen. Anlass ist der Tag gegen Lärm. Die Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz beteiligt sich gemeinsam mit der Deutschen Tinnitus-Liga e.V. und dem Arbeitsring Lärm der DEGA mit einem Informationsstand am Hackeschen Markt an den Aktionen. Staatssekretär Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff informiert dabei über Strategien zur Lärmminderung, die im Berliner Lärmaktionsplan festgelegt sind. Unsere Fachleute demonstrieren vor Ort, wie Lärm gemessen wird.

In einer Großstadt wie Berlin sind die Bürgerinnen und Bürger sehr vielen und unterschiedlichen Lärmquellen ausgesetzt - neben dem Verkehr sind es auch Baustellen, Betriebe und Maschinen, die Lärm verursachen. Doch Lärm entsteht auch bei Freizeitaktivitäten und geht von Nachbarn aus. Staatssekretär Prof. Dr. Hoff: "Lärm gehört zu unserem Leben, gerade in einer Großstadt, aber wenn es zu laut wird oder der Lärm dauerhaft auf den Menschen einwirkt, kann dies zu Gesundheitsschäden führen."

Die höchsten Lärmbelastungen werden in Berlin genauso wie in anderen großen Ballungsräumen durch den Verkehr verursacht. Allein durch den Kraftfahrzeugverkehr sind an Berlins Hauptverkehrsstraßen tagsüber etwa 220.000 und nachts sogar 340.000 Menschen Geräuschpegeln ausgesetzt, die als gesundheitlich bedenklich gelten. Aber auch durch den Schienen- und Flugverkehr werden oft dauerhaft Lärmbelastungen verursacht. Für die davon betroffenen Menschen ist dieser Lärm nicht nur störend, sondern erhöht auch die Anfälligkeit für Herz- und Kreislauferkrankungen. Die Minderung hoher Verkehrslärmbelastungen ist daher in Berlin ein wichtiger Schwerpunkt der Umweltpolitik.

Der Berliner Lärmaktionsplan enthält Strategien und Maßnahmen, mit denen der Verkehr ruhiger und damit umweltverträglicher gestaltet werden soll. Damit wird die Wohn- und Aufenthaltsqualität in unserer Stadt weiter verbessert. Weitgehend umgesetzt sind bereits Maßnahmen wie das Tempo-30-Nachtkonzept und die modellhafte Erprobung straßenräumlicher Maßnahmen zur Lärmminderung. Bei diesen Pilotprojekten, die im Rahmen des Umweltentlastungsprogramms II durchgeführt und von der Europäischen Union aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung kofinanziert werden, wird der motorisierte Verkehr in der Fahrbahnmitte gebündelt. Dadurch wird es an den Gebäuden leiser. Zudem entsteht Platz für Fahrradstreifen, womit ein lärmarmer Verkehrsträger gefördert wird. Die Auswirkungen auf den Verkehr und auf die Lärmbelastung in diesen Pilotprojekten werden durch Untersuchungen begleitet, unter anderem durch eine Anwohnerbefragung. Die Ergebnisse sollen noch in diesem Sommer vorgestellt werden.

Zudem konnten in den letzten Jahren viele Fahrbahnoberflächen saniert werden – finanziert durch das Konjunkturprogramm II und das Schlaglochsanierungsprogramm. An der Gneisenaustraße in Kreuzberg und der Berliner Straße in Tegel wird darüber hinaus ein neuartiger Fahrbahnbelag erprobt, der eine deutliche Lärmminderung bewirkt.

„Wegen der insgesamt hohen Verkehrslärmbelastung in Berlin kann die notwendige Lärmminderung nicht von heute auf morgen erreicht werden“, betont Staatssekretär Prof. Dr. Hoff. „Mit dem Lärmaktionsplan haben wir einen kontinuierlichen Prozess eingeleitet, der in den nächsten Jahren konsequent weitergegangen werden muss. Es kann aber jeder und jede dazu beitragen, dass unsere Stadt etwas ruhiger wird und Belästigungen für Nachbarn und Mitmenschen abnehmen. Man sollte möglichst viel Rücksicht auf andere nehmen und selbst versuchen, Lärm zu reduzieren. Unvermeidbare Geräusche sollten dabei auf ein Mindestmaß beschränkt werden.“

Informationen zur Lärmbelastung und zum Lärmaktionsplan Berlin im Internet unter:

http://www.berlin.de http://www.stadtentwicklung.berlin.de