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Donnerstag, 29. November 2012, 15:28 Uhr

Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familien und Senioren

Ministerin Katrin Altpeter und Geschäftsführerin Gaby Wirz: "Schützen Sie sich vor HIV und lassen Sie sich nach Risikokontakten testen"

Landesregierung stockt Zuschuss für AIDS-Hilfe deutlich auf

Stuttgart – Mit umfassender Aufklärungsarbeit wollen Sozialministerium und AIDS-Hilfe Baden-Württemberg ihren Einsatz gegen HIV-Neuansteckungen verstärken. Zu diesem Zweck stockt die Landesregierung die Förderung für die AIDS-Hilfe ab 2013 deutlich auf – von zuletzt 480.000 Euro auf mehr als 650.000 Euro. „Die AIDS-Hilfen und ihr Landesverband sind ein wichtiger Teil des sozial- und gesundheitsorientierten Beratungsangebots in Baden-Württemberg. In Zukunft können sie ihre Präventionsmaßnahmen und Betreuungsangebote ausweiten und noch stärker in die Fläche gehen“, erklärte Sozialministerin Katrin Altpeter im Vorfeld des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember in Stuttgart.

Die AIDS-Vereine haben auf die immer besseren Behandlungsmöglichkeiten von HIV und Aids reagiert und ihr Beratungs- und Betreuungsangebot in den letzten Jahren deutlich ausgebaut – eine spürbare finanzielle Mehrbelastung. Vergeblich hatte sich der Landesverband bei der alten Landesregierung um eine stärkere Förderung bemüht. Ministerin Altpeter hat unmittelbar nach dem Regierungswechsel reagiert und die Unterstützung für die Verbandsmitglieder bereits damals von 450.000 Euro auf 480.000 Euro erhöht. Im kommenden Jahr wird diese

Summe - vorbehaltlich der Zustimmung des Parlaments - um mehr als ein Drittel erhöht.

Altpeter: „Angesichts der wichtigen Arbeit des Vereins freue ich mich, dass es mir gelungen ist, den Landeszuschuss für die AIDS-Hilfen so deutlich aufzustocken.“ Die Ministerin hob den Einsatz der Organisation gegen die Diskriminierung und Stigmatisierung von Menschen mit HIV und den besonders von HIV betroffenen Gruppen hervor.

Gaby Wirz, Geschäftsführerin der AIDS-Hilfe Baden-Württemberg e.V., betonte: „AIDS-Hilfen sind häufig erste Kontaktadresse für Menschen, die von einer HIV-Infektion erfahren. Während der Erkrankung werden die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu oft langjährigen Begleitern für Menschen in außergewöhnlich schwierigen Lebenslagen.“

Beide Frauen betonten die Notwendigkeit, alle Maßnahmen zur HIV/AIDS-Prävention auch in Zukunft ohne Einschränkungen fortzusetzen. Aktuelle Studien belegen, dass der frühe Beginn einer antiretroviralen Therapie (medikamentöse Behandlungsstrategie bei HIV-Patienten) die Lebensqualität und Lebenserwartung von HIV-positiven Menschen steigert und eine konsequente Therapie deren Infektiosität minimiert. „Nur durch Präventionsarbeit kann es uns gelingen, bei der Bevölkerung ein Problembewusstsein für alle sexuell übertragbaren Krankheiten zu schaffen. Nur wenn Schutzmaßnahmen - und damit meine ich insbesondere Kondome - konsequent angewendet werden, können wir die Zahl der Neuansteckungen auf Dauer senken“, betonte die Ministerin. Die Geschäftsführerin der AIDS-Hilfe Baden-Württemberg ergänzte: „Wir müssen Menschen sensibilisieren und ermutigen, sich nach Risikokontakten auf alle sexuell übertragbaren Infektionen testen zu lassen. Nur wer von einer Infektion weiß, kann sich entsprechend verhalten und behandeln lassen. Aber dazu bedarf es eines politischen und gesellschaftlichen Klimas, in dem Menschen mit HIV nicht diskriminiert und stigmatisiert werden.“

In Baden-Württemberg sind für das Jahr 2012 bislang 217 HIV-Neudiagnosen gemeldet worden. Damit bleibt die Zahl der Neuinfektionen im Vergleich zu den Vorjahren stabil. Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass in Baden-Württemberg derzeit etwa 7.600 Menschen mit HIV/Aids leben. Rund 50 Personen sind in diesem Jahr in Baden-Württemberg an den Folgen einer HIV-Infektion verstorben.