Übersicht / AOK - Die Gesundheitskasse in Hessen / Meldung vom 19.09.2019

Donnerstag, 19. September 2019, 09:25 Uhr

AOK - Die Gesundheitskasse in Hessen

PRESSEMITTEILUNG - AOK HESSEN

Leistenhernie: Ursache, Symptome und Therapiemöglichkeiten

Bad Homburg – Ein Großteil der Männer erleidet im Laufe des Lebens einmal einen Leistenbruch. Meistens ist er jedoch harmlos, deshalb heißt es oft: abwarten und beobachten. In einigen Fällen sollte er jedoch operiert werden, in seltenen Fällen kann er sogar zum Notfall werden. Eine Beule im Bauch? Ein unbestimmtes Ziehen, Druck oder Schmerzen in der Leistengegend? Dann kann es sich um einen Leistenbruch handeln, medizinisch Leistenhernie genannt. Die AOK Hessen informiert über die Erkrankung und Therapiemöglichkeiten.

Männern sind in der Regel häufiger von einer Leistenhernie betroffen als Frauen, da ihr Leistenkanal anatomisch anfälliger ist. Bei einem Leistenbruch brechen jedoch keine Knochen, sondern Gewebe wird durchstoßen. Schichten der Bauchwand dringen dann durch eine Lücke im Leistenkanal, so dass sich das Bauchfett sackartig nach vorne wölbt. Manchmal befinden sich in dem "Bruchsack" auch Eingeweide, welche meist Teile des Darms sind.

Die Ursache für einen so genannten direkten Leistenbruch liegt in einer Wandschwäche des Leistenkanals. Das Bauchgewebe drückt sich direkt durch die Wand nach vorne. Eine schwache Bauchmuskulatur oder ein schwaches Bindegewebe können dabei eine Rolle spielen. Zudem können schweres Heben, Husten oder Pressen eine bereits vorhandene Hernie vergrößern. Patienten, die eine Ausstülpung im Bauch bemerken, wird geraten, sich untersuchen zulassen. Wenn sich der Bruch in den Bauchraum zurückschieben lässt, ist die Diagnose meist eindeutig. Auch wenn sich die Beschwerden beim Husten oder Pressen verstärken und im Liegen nachlassen, kann dies für einen Leistenbruch sprechen. Eine zusätzliche Ultraschalluntersuchung kann für die Diagnose hilfreich sein.

Die häufigste Methode einen Leistenbruch zu therapieren, ist die allgemeinchirurgische Operation. Es wird offen operiert, also mit einem größeren Bauchschnitt, oder minimalinvasiv, also mit kleinen Schnitten, durch die dann eine Kamera und die OP-Instrumente geführt werden. Wenn der Patient jedoch keine Beschwerden hat, der Bruch nicht fortschreitet und das Risiko für Komplikationen gering ist, wird in der Regel erst einmal abgewartet. Allerdings sollte dann regelmäßig kontrolliert werden, ob sich der Bruch vergrößert und somit doch eine Operation notwendig wird.