Übersicht / Apothekerkammer Hamburg / Meldung vom 09.09.2009

Mittwoch, 09. September 2009, 17:41 Uhr

Apothekerkammer Hamburg

Hamburgs Apotheker:

Lieferwege für Arzneimittel vor Fälschungen schützen

Hamburg – Gefälschte Arzneimittel aus der Apotheke: Eine Horrorvorstellung für jeden Patienten und Verbraucher. Während im Internet die Zahl der Fälschungen seit einigen Jahren regelrecht explodiert, verhindert die enge Zusammenarbeit von Pharmaherstellern, Großhandel und Apotheken, dass Arzneimittel-Plagiate in Deutschland zum tragischen Alltag gehören. Hamburgs Apothekerinnen und Apotheker sprechen sich dringend dafür aus, die regulären Lieferwege weiter zu stärken.

Ein aktueller Fall aus Norddeutschland zeigt, dass die kriminelle Energie der Fälscher im Arzneimittelbereich zunimmt: Im Raum Bremen waren in der regulären Lieferkette gefälschte HIV-Medikamente aufgetaucht, die offensichtlich über einen Zwischenhändler in den deutschen Markt gekommen waren.

„Der Fall macht deutlich, wie wichtig nachvollziehbare Lieferwege für die Arzneimittelsicherheit sind“, sagt Dr. Jörn Graue, Vorsitzender des Hamburger Apothekervereins. „Daher ist es absolut unerlässlich, dass es nur einen Vertriebsweg für Arzneimittel gibt: Vom Hersteller über den Großhandel in die Apotheke.“

„Den hohen Sicherheitsstandards ist es zu verdanken, dass Arzneimittelfälschungen im regulären Lieferweg bislang so gut wie nicht vorkommen”, ergänzt Rainer Töbing, Präsident der Apothekerkammer Hamburg. „Nach Zahlen des Bundeskriminalamtes sind seit 1996 in der legalen Verteilerkette 38 Fälle von Arzneimittelfälschungen bekannt geworden.“

„In Zukunft wird es darauf ankommen, dass der hohe Standard erhalten werden kann“, so Töbing. „Arzneimittelfälschungen sind in der kriminellen Szene heute lukrativer als das Geschäft mit illegalen Drogen. Der Druck auf die Vertriebswege für Arzneimittel wird daher weiter zunehmen.“

„In einer globalisierten Welt ist es für 'Rucksackhändler' ein Leichtes, die Herkunft nicht legaler Ware zu verschleiern“, so Graue. „Nur wenn der komplette Weg eines Arzneimittels vom Hersteller in die Apotheke lückenlos dokumentiert ist, können auch in Zukunft potenzielle Einfallstore geschlossen bleiben.“

„Die Gesundheitspolitik ist gefordert, den Vertriebsweg für Arzneimittel zu fixieren und die Einhaltung von Sicherheitsauflagen streng zu überwachen“, so Graue. „Jeder erfolgreiche Versuch, eine Fälschung auf dem legalen Weg zu platzieren, ist einer zu viel.“

Ansprechpartner: Dr. Reinhard Hanpft, Tel. 040 - 44 80 48-30

Hinweise an die Redaktion: Die Apothekerkammer Hamburg ist die Berufsorganisation aller Apotheker in der Freien und Hansestadt Hamburg. Der Hamburger Apothekerverein e.V. ist der Verband der selbstständigen Apothekenleiter in Hamburg.