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Dienstag, 30. November 2010, 14:59 Uhr

Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen Rheinland-Pfalz

Pressemitteilung

Malu Dreyer: Aids-Aufklärung darf nicht nachlassen

Mainz – Mangelhafte Aufklärung und ein geringes Problembewusstsein sind nach Auffassung von Gesundheitsministerin Malu Dreyer die größten Hindernisse im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit Aids. Im Vorfeld des diesjährigen Welt-Aids-Tages am 1. Dezember wies die Ministerin heute in Mainz darauf hin, dass es keinen Anlass gibt, mit dem Thema sorgloser umzugehen, und konsequente Anstrengungen zur Prävention weiterhin unverzichtbar sind.

Die Kampagne zum Welt-Aids-Tag 2010 steht in diesem Jahr unter dem Motto "Positiv zusammen leben. Aber sicher!". Dabei gelte es auch, Fehleinschätzungen und unnötigen Ängsten am Arbeitsplatz oder im sozialen Umfeld von HIV-infizierten Menschen durch gezielte Information und Aufklärung entgegenzutreten, so die Ministerin weiter.

Die Präventionsarbeit in Rheinland-Pfalz sei insgesamt erfolgreich, sagte die Ministerin. Die Anzahl der HIV-Infektionen sowie die Zahl der mit einer AIDS-Erkrankung lebenden Menschen in Rheinland-Pfalz sei im Vergleich zu anderen Bundesländern als niedrig einzustufen, ebenso die Neudiagnoserate. So lag die Zahl der HIV-Erstdiagnosen in Rheinland-Pfalz im Jahr 2009 bei 90, damit lebten rund 2.100 HIV-infizierte Menschen in Rheinland-Pfalz. „Mit diesem Ergebnis liegt Rheinland-Pfalz unter dem Bundesdurchschnitt von 3,48 Neudiagnosen pro 100.000 Einwohner und im Vergleich der westlichen Länder noch immer auf einem erfreulichen fünften Platz“, unterstrich die Ministerin.

Trotz der grundsätzlich positiven Tendenzen betrachtet Ministerin Dreyer dabei weiterhin die geschlechtsspezifische Entwicklung der HIV-Erstdiagnosen für Rheinland-Pfalz kritisch. Eine Steigerung von 32 auf 49 Fällen bei den HIV-Erstdiagnosen in der Gruppe der Männer mit gleichgeschlechtlichen Sexualkontakten in Rheinland-Pfalz gebe Hinweise für zielgruppenspezifische Beratungsangebote.

Mit Landesmitteln seien in den vergangenen Jahren zahlreiche Projekte, vor allem der Aids-Hilfen zur Verbesserung des Beratungs- und Hilfeangebotes, ins Leben gerufen worden. Die Ministerin wies darauf hin, dass allein die AIDS-Hilfen pro Jahr etwa 300 Veranstaltungen in Schulen und Jugendgruppen durchführen und durch zahlreiche Infostände und zielgruppenspezifische Aktionen auf die Übertragbarkeit von HIV und anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen, sowie auf Schutzmöglichkeiten vor einer Infektion hinweisen, und das nicht nur zum Welt-AIDS-Tag.

Das Land verfüge über ein gut funktionierendes Netz von Angeboten der Beratungsstellen, Gesundheitsämter, Schwerpunktambulanzen und Kliniken zur Betreuung und Versorgung der betroffenen Menschen, so Malu Dreyer. Auch in diesem Jahr werden wieder in vielen Städten des Landes als Zeichen der Solidarität rote Schleifen verteilt und regionale Veranstaltungen durchgeführt.

Die Gesundheitsministerin hob hervor, dass der seit 1988 jährlich stattfindende Gedenktag dazu beiträgt, die Krankheit im Bewusstsein der Öffentlichkeit präsent zu halten. Das sei wichtig, denn trotz der verbesserten Therapiemöglichkeiten sei die Erkrankung nach wie vor nicht heilbar und oft mit einer starken Beeinträchtigung der Lebensqualität für die Betroffenen verbunden.