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Freitag, 01. Juni 2007, 08:31 Uhr

Apotheker ohne Grenzen Deutschland e.V.

Apotheker ohne Grenzen kritisieren Patentstreit um Aidsmedikament in Thailand

Menschenrecht auf Versorgung mit essenziellen Arzneimitteln verletzt

Eschborn – Thailands Aids-Patienten werden derzeit nicht mit der neuen hitzebeständigen Version des HIV-Medikaments Kaletra behandelt. Die Interessen der betroffenen Menschen als schwächstes Glied in der Kette bleiben einmal mehr auf der Strecke im Streit um Geld, Zwangslizenzen und den Patentschutz. Zwar sichern Patentrechte die pharmazeutische Forschung, die Gesundheit ist aber eines der wichtigsten Menschenrechte. Dies haben die Mitglieder der Welthandelsorganisation in der Doha-Erklärung zur Erlaubnis von Zwangslizenzen und Parallelimporten von essenziellen Arzneimitteln ausdrücklich bekräftigt. "Wir fordern die Pharmaindustrie auf, bei ihren aktuellen Verhandlungen mit der Weltgesundheitsorganisation und den einzelnen Staaten wie Thailand neben ihrem Gewinnstreben die Patienteninteressen stärker zu berücksichtigen", betont Ulrich Brunner, Erster Vorsitzender von Apotheker ohne Grenzen Deutschland e. V.

Der unzureichende Zugang zu essenziellen Arzneimitteln hat gerade in Ländern mit geringem Bildungsstand und unzulänglicher medizinischer Aufklärung fatale Folgen. Daher sieht der Verein eine große Herausforderung im weltweiten Kampf gegen das skrupellose Geschäft mit gefälschten Arzneimitteln. "Gegen diese Gefährdung engagieren sich die Apotheker ohne Grenzen bei IMPACT, dem internationalen Bündnis gegen Arzneimittelfälschungen", so Brunner.

Die Apotheker ohne Grenzen Deutschland haben sich als Nichtregierungs-Organisation auf pharmazeutisch- medizinische Hilfsprojekte spezialisiert, deren Spektrum den Aufbau einer Krankenhausapotheke in Sri Lanka ebenso umfasst wie die Arzneimittelversorgung von Gesundheitszentren in Argentinien, Mexiko und Pakistan oder die Unterstützung der pharmazeutischen Ausbildung in Moldawien.

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