Übersicht / Apothekerkammer Hamburg / Meldung vom 06.08.2009

Donnerstag, 06. August 2009, 10:39 Uhr

Apothekerkammer Hamburg

Apotheker warnen:

Mineralstoffe und Arzneimittel – nicht immer eine gute Kombination

Hamburg – Magnesium gegen Wadenkrämpfe, Calcium für die Knochen und Zink zur Stärkung des Immunsystems – Mineralstoffpräparate sind bei den Deutschen sehr beliebt. Jeder zweite Senior nimmt nach einer Studie der Verbraucherzentrale Nordrhein regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel ein. Werden gleichzeitig mit den Präparaten auch Arzneimittel eingenommen, kann es allerdings zu Wechselwirkungen kommen, informieren Hamburgs Apotheker.

Häufig hemmen Mineralstoffe die Aufnahme von Arzneimitteln im Verdauungstrakt: „Die Salze können mit bestimmten Medikamenten Verbindungen eingehen, die dann nicht mehr in den Körper aufgenommen werden können“, erläutert Dr. Jörn Graue, Vorsitzender des Hamburger Apothekervereins. Dadurch werde die Wirkung der Arzneimittel abgeschwächt oder gar völlig aufgehoben.

„Problematisch ist dies vor allem bei den so genannten Bisphosphonaten. Das sind Medikamente zur Therapie der Osteoporose, die häufig in Kombination mit Calcium und Vitamin D eingenommen werden. Calcium kann im Darm aber schwer lösliche Komplexe mit Bisphosphonaten bilden, die dann nicht mehr gut resorbiert werden können“, informiert der Präsident der Apothekerkammer Hamburg, Rainer Töbing.

„Bisphosphonate sollten generell auf nüchternen Magen eingenommen werden, um eine optimale Wirkung zu erzielen“, so Töbing weiter. Eine halbe Stunde nach der Einnahme sollten Patienten nichts essen und nichts trinken. Müssen zusätzlich Calcium-Tabletten eingenommen werden, ist ein zeitlicher Abstand von zwei Stunden einzuhalten. „Auch Mineralwässer, die viel Calcium enthalten, können die Aufnahme der Bisphosphonate reduzieren“, macht Töbing deutlich.

Antibiotika wie beispielsweise die so genannten Gyrasehemmer und Tetrazykline können ebenfalls in ihrer Wirkung durch Calcium, Magnesium oder Zink beeinträchtigt werden. „Auch hier empfiehlt sich, einen Einnahmeabstand von zwei Stunden einzuhalten“, empfiehlt Graue.

Werden mehrere Mineralstoffprodukte angewendet, können ebenfalls Wechselwirkungen auftreten. Zum Beispiel werden Calcium und Magnesium über den gleichen Mechanismus vom Körper aufgenommen. Werden beide Präparate gleichzeitig eingenommen, kann der Körper sie eventuell nicht ausreichend verwerten.

Hinweise an die Redaktion: Die Apothekerkammer Hamburg ist die Berufsorganisation aller Apotheker in der Freien und Hansestadt Hamburg. Der Hamburger Apothekerverein e.V. ist der Verband der selbstständigen Apothekenleiter in Hamburg.