Übersicht / AOK-Bundesverband / Meldung vom 11.04.2013

Donnerstag, 11. April 2013, 12:03 Uhr

AOK-Bundesverband

Mengenentwicklung in Krankenhäusern

Mit Qualität gegen die steigende Zahl an Operationen

Berlin – Die Zahl der Operationen in Deutschland steigt stetig an und liegt auch im internationalen Vergleich an der Spitze. Das zeigen Analysen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) genauso wie der Krankenhaus-Report 2013. Die Studienergebnisse machen aus Sicht der AOK deutlich, dass umfassende Reformen der stationären Versorgung nötig sind.

„Innerhalb von fünf Jahren hat sich die Zahl der Eingriffe an der Wirbelsäule verdoppelt“, sagte Uwe Deh, Geschäftsführender Vorstand des AOK-Bundesverbandes anlässlich der Konferenz "Mengenentwicklung im Krankenhausbereich" in Berlin. "Die meisten Ärzte leisten hervorragende Arbeit. Doch die jährlich neuen Fallzahlrekorde sind ein gefährliches Symptom“, so Deh. Die Folge: Patienten könnten sich nicht mehr sicher sein, allein aus medizinischen Gründen operiert zu werden. „Das muss sich dringend ändern, denn die Gesundheit der Patienten steht an erster Stelle“, sagte Jürgen Graalmann, Vorstand des AOK-Bundesverbandes.

Die AOK appelliert daher an die Politik, das Vergütungssystem nach Pauschalen grundsätzlich beizubehalten, aber weiterzuentwickeln. So dürfe es sich künftig nicht mehr finanziell lohnen, unnötige Operationen vorzunehmen, forderte AOK-Chef Graalmann. Ein Weg dazu ist für die AOK, die Vergütung einer Klinik stärker mit der Qualität der Behandlungen zu verknüpfen, wie es auch die OECD in ihrer aktuellen Studie empfiehlt. „Derzeit müssen wir alle Kliniken gleich bezahlen, egal ob sie gut oder schlecht arbeiten", kritisierte Deh.

Die Kassen sollten die Möglichkeit erhalten, bei planbaren Eingriffen nur noch jene Krankenhäuser zu vergüten, die hohe Qualität aufweisen. Dies hätte nur geringe Auswirkungen auf die flächendeckende Versorgung. Würden bei planbaren Hüftoperationen alle Krankenhäuser mit schlechter Qualität nicht mehr berücksichtigt, verlängerte sich die durchschnittliche Fahrzeit zur nächsten Klinik um zwei Minuten. „Das sind 120 Sekunden im Gegenzug für die Gewissheit, hervorragend versorgt zu werden“, so Graalmann.