Übersicht / Deutsche Stiftung Eierstockkrebs / Meldung vom 05.06.2020

Freitag, 05. Juni 2020, 15:25 Uhr

Deutsche Stiftung Eierstockkrebs

Pressemitteilung

Neuigkeiten vom weltweit größten Krebskongress

Berlin – Nach dem Welteierstockkrebstag bleibt die Deutsche Stiftung Eierstockkrebs ganz nah bei ihrer Aufgabe, Information und Aufklärung für Frauen mit Eierstockkrebs zu unterstützen und nimmt den weltweit größten Krebskongress der Amerikanischen Krebsgesellschaft ASCO zum Anlass, über die neuesten Entwicklungen beim Eierstockkrebs zu berichten.

Studie körperliche Erschöpfung bei Langzeitüberlebenden

Mit Unterstützung der Deutschen Stiftung Eierstockkrebs in Kooperation mit verschiedenen renommierten internationalen Studiengruppen wurde eine Posterpräsentation vorgestellt zum Thema Fatigue/körperliche Erschöpfung bei Langzeitüberlebenden. Die Studie hat inzwischen weltweit mehr als 1000 Frauen mit einer Krankheitsgeschichte von über 7 Jahren eingebunden und konnte im Rahmen dieses Kongresses eine Analyse vorstellen, die zeigt, dass jede dritte Patientin an körperlicher Erschöpfung/Fatigue leidet, auch wenn die Erkrankung schon viele Jahre zurückliegt. Dies hat zur Folge, dass die Patientinnen in ihrer Lebensqualität, aber auch in ihrer beruflichen Wiedereingliederung sehr eingeschränkt sind.

Das Ergebnis der Studie unterstreicht, dass dies in der Nachsorge strukturiert mit den Patientinnen besprochen werden sollte und Konzepte wie kreative Therapien, Bewegungstherapien zum Einsatz kommen sollten, um dieser lebensqualitätseinschränkenden Erkrankung zu begegnen. Wichtig hier zu betonen ist, dass die Fatigue-Symptomatik verschiedenste Phasen der Symptome hat, die von Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, leichter Erschöpfbarkeit bis zu Müdigkeit zeigen kann.

Neue Ergebnisse von Studien bei Rezidiv

Zusätzlich wurden auf diesem Kongress zwei sehr bahnbrechende Ergebnisse von Studien zum Wiederauftreten der Erkrankung präsentiert. Die sog. DESKTOP III-Studie, die in Deutschland konzipiert worden ist von der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie. Sie untersucht den Stellenwert der Operation beim Wiederauftreten der Erkrankung (erstes Rezidiv) gefolgt von einer Chemotherapie im direkten Vergleich gegen eine alleinige Chemotherapie.

Hier konnte gezeigt werden, dass Patientinnen, die eine makroskopische Tumorfreiheit haben, d. h. alle Tumorknoten im Bauchfell und anderen Organstrukturen entfernt worden sind, auch bezüglich der Zeit bis zum nächsten Wiederauftreten der Erkrankung, sowie im Sinne des Gesamtüberlebens profitieren.

Wichtig hier zu betonen ist, dass die Operation trotzdem nur in ausgewählten und erfahrenen Zentren durchgeführt werden sollte und auch die Patientinnen sehr gut selektioniert werden müssen.

Vorteile der Erhaltungstherapie mit Olaparib

Ein weiterer Höhepunkt dieses amerikanischen Krebskongresses zeigt den Vorteil der sog. Erhaltungstherapie mit Olaparib, eine Substanz, die den Reparaturmechanismus der Krebszelle beeinflusst und bremst. Dieses ist bereits zugelassen für Frauen, wenn der Tumor wiederkommt und die Pat. eine Chemotherapie (platinhaltig) erhalten und darauf angesprochen hat.

Hier hat sich zum ersten Mal gezeigt, dass auch das Überleben insgesamt durch die Erhaltungstherapie verbessert wird und somit ein neues Argument gegen den doch häufig bestehenden Nihilismus, dass der Tumor, wenn er wiederkommt, nicht mehr in seiner Überlebenszeit beeinflussbar ist, entgegenbringt.

Einen Rückblick von Prof. Sehouli zu dem Kongress gibt es auch unter www.youtube.com/watch?v=R6P7WrfWXa0 zu sehen.

Weitere Informationen zur Arbeit der Deutschen Stiftung Eierstockkrebs und über die Erkrankung Eierstockkrebs erhalten Sie unter www.stiftung-eierstockkrebs.de

Für Fotos, Interviewpartner und weiteres Informationsmaterial wenden Sie sich bitte direkt an uns unter 030/ 40054244 oder sfechner@stiftung-eierstockkrebs.de

Die Deutsche Stiftung Eierstockkrebs wurde 2010 auf Initiative von Professor Dr. Jalid Sehouli, Direktor der Frauenklinik CVK/CFB der Charité und Leiter des Europäischen Kompetenzzentrums Eierstockkrebs, gegründet. Ziel der Stiftungsarbeit ist eine umfassende Informationsarbeit, Aufklärung und Forschung über Eierstockkrebs. Die Stiftung erarbeitet spezielles Informationsmaterial wie z. B. Broschüren und Aufklärungsfilme, leitet mit „DIWA“ die größte Facebook-Community rund um das Thema Eierstockkrebs, veranstaltet regelmäßig Informationsveranstaltungen für Betroffene und Fortbildungsveranstaltungen für Ärzte und unterstützt Studien bspw. zum Thema Lebensqualität und Langzeitüberleben bei Eierstockkrebs.