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Mittwoch, 08. April 2009, 14:06 Uhr

Saarland - Ministerium für Justiz, Arbeit, Gesundheit und Soziales

Gesundheitsminister Vigener

Parkinson Selbsthilfegruppen im Saarland leisten vorbildliche Arbeit

Saarbrücken – * Enorme Behandlungsfortschritte durch Früherkennung von Parkinson * Männer von Parkinson stärker betroffen als Frauen * Selbsthilfegruppen leisten vorbildliche Arbeit: Therapie und Selbsthilfe für Betroffene sind wichtig

„Je früher die Parkinson-Krankheit erkannt wird, desto besser gelingt die Therapie. Eine Heilung der Betroffenen ist leider nach wir vor nicht möglich, doch in der Behandlung hat es in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte gegeben. Es ist meist kein Problem mehr, dass die Betroffenen die Symptome ihrer Krankheit auch langfristig in den Griff bekommen. Menschen mit Parkinson dürfen daher nicht ins gesellschaftliche Abseits gedrängt werden, sondern haben ein Anrecht auf gesellschaftliche Teilhabe und Integration“, so Gesundheitsminister Gerhard Vigener anlässlich des diesjährigen Parkinson-Tages, der am 11. April stattfindet.

Minister Vigener rät Betroffenen, sich nicht nur um frühe medizinische Behandlung und Betreuung zu bemühen, sondern auch Anschluss an eine der zahlreichen Selbsthilfegruppen im Saarland zu suchen. Es gebe viele Menschen im Land, die ebenfalls mit der Diagnose „Parkinson“ konfrontiert wurden und nun Wege gefunden haben, mit der Krankheit zu leben. „Nutzen Sie deren Wissen“, so Vigener. Parkinson ist eine der häufigsten Nervenerkrankungen. Die Erkrankung führt vor allem zu Bewegungsproblemen, aber auch zu Belastungen im emotionalen und sozialen Bereich. In Deutschland wird die Zahl der Betroffenen auf rund 300.000, weltweit auf 4.000.000 Menschen geschätzt. Im Saarland gibt es rund 1600 Parkinson-Erkrankungen. Prominente Betroffene sind unter anderem der Boxsportler Muhammad Ali, der amerikanische Schauspieler Michael J. Fox oder aber der verstorbene Papst Johannes Paul II.

Ausgelöst wird die Parkinsonsche Krankheit durch den Ausfall der Dopamin-Produktion. Dopamin ist ein menschlicher Botenstoff, der für die Koordination der Bewegungen wichtig ist. Die Symptome können daher von Fall zu Fall verschieden sein. Erste Anzeichen können beispielsweise vermeintlich rheumatische Beschwerden im Schulter- oder Beckenbereich, Zittern in Ruhephasen und Muskelstarre sein. Auch ein verändertes Schriftbild kann erstes Warnsignal sein. Das gelte besonders, wenn Auffälligkeiten beim Bewegungsablauf hinzu kommen, etwa wenn beim Gehen der Arm mitschwingt oder ein Bein nachgezogen wird. Beobachtet man solche Veränderungen, sollte man unbedingt eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen, rät der Gesundheitsminister.

Am häufigsten tritt die Erkrankung zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr auf. Lediglich 10% aller Patienten sind jünger als 40 Jahre. Etwa 1% aller über 60-Jährigen in Deutschland leidet an Parkinson in unterschiedlichster Ausprägung. Es gibt keine Hinweise darauf, wer erkranken könnte und wer nicht. Männer sind insgesamt etwas häufiger betroffen als Frauen.

Die Therapie erfolgt hauptsächlich durch Medikamente. Daneben sind für die Selbstständigkeit und das Wohlbefinden des Patienten unterstützende Behandlungen, wie Krankengymnastik, Entspannungstherapien und eine ausgewogene Ernährung wichtig. Minister Vigener unterstreicht in diesem Zusammenhang die Wichtigkeit der Selbsthilfegruppen. Hier finde der Patient und seine Angehörigen Rat und Unterstützung bei anderen Betroffenen und Fachleuten.

Selbsthilfe:

KISS – Kontakt- & Informationsstelle für Selbsthilfe im Saarland Kaiserstraße 10 66111 Saarbrücken Telefon: 0681 / 37 57 38 0681 / 37 57 39 Telefax: 0681 / 37 57 48 E-Mail: kontakt@selbsthilfe-saar.de http://www.selbsthilfe-saar.de

Deutsche Parkinson-Vereinigung e. V.

Landesbeauftragter Robert Walter 0681 - 3 90 88 88 Regionalgruppen Leiter/in Telefon Merzig Gisela Koschitz 06861 - 79 39 15 Neunkirchen Edgar Dörr 06825 - 4 19 79 Saarbrücken Karl Musielak 0681 - 75 46 96 Saarlouis/Dillingen Irma Layendecker 06835 - 27 65 St.Wendel Rita Zick 06854 - 87 50 Club U40 Magda Fritz 06803 - 35 95

Deutsches Rotes Kreuz - Parkinson-Kontaktgruppe Homburg Ansprechpartner/in: DRK-Kreisverband Homburg e. V. Anschrift: Eisenbahnstr. 69 PLZ / Ort: 66424 Homburg Telefon: 06841/99309-0

Links:

http://www.parkinson-vereinigung.de http://www.parkinson-information.de http://www.kompetenznetz-parkinson.de