Übersicht / Universitätsklinikum Heidelberg / Meldung vom 12.11.2007

Montag, 12. November 2007, 16:21 Uhr

Universitätsklinikum Heidelberg

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Qualitätsbericht 2006: Universitätsklinika in Baden-Württemberg veröffentlichen zusätzliche Qualitätsindikatoren

Heidelberg – Daten belegen hohe Behandlungsqualität bei Lungenentzündung und effektive Vermeidung von Komplikationen nach Operationen

Die fünf Universitätsklinika in Baden-Württemberg (Heidelberg, Freiburg, Mannheim, Tübingen und Ulm) haben erstmals in ihren aktuellen Qualitätsberichten 2006 sieben zusätzliche gemeinsame "Qualitätsindikatoren" veröffentlicht, die Patienten und Ärzten einen besseren Aufschluss über die Qualität der Krankenversorgung ermöglichen und Angaben zu Sterberaten bei bestimmten Erkrankungen machen.

Das Risiko für Patienten in den fünf Universitätsklinika Baden-Württembergs im Jahr 2006, an den Folgen einer Lungenentzündung zu sterben, an der sie bereits vor Aufnahme in das Klinikum gelitten hatten, war geringer als im Bundesdurchschnitt aller Kliniken in Deutschland. Während in den Universitätsklinika rund 10 Prozent der Patienten verstarben, waren es in den bundesdeutschen Kliniken im Durchschnitt rund 14,5 Prozent.

Besseres Ergebnis als im Bundesdurchschnitt der Kliniken

"Die Daten belegen weitgehend, dass in wichtigen Bereichen z.B. der Behandlung einer Lungenentzündung und dem Auftreten einer Sepsis (Blutvergiftung) nach einer Operation, bessere Ergebnisse erzielt werden als im Bundesdurchschnitt aller rund 2.200 Krankenhäuser", erklärte Dr. André Michel, Qualitätsmanager des Universitätsklinikums Heidelberg, bei einer Pressekonferenz am 12. November 2007 in Heidelberg.

Die Qualitäts-Initiative in Baden-Württemberg geht über die vom Gesetzgeber verlangte Veröffentlichung von 30 Qualitätsindikatoren im aktuellen Qualitätsbericht hinaus. Sie ist zudem ein weiterer Fortschritt in der Qualitätssicherung: Die fünf Klinika haben sich verpflichtet, ihre Daten gegenseitig offenzulegen und zu bewerten. Die Daten der fünf Klinika wurden nicht speziell für den Qualitätsbericht erhoben, sondern zur Abrechnung bei den Krankenkassen - allerdings nach den Kriterien der Qualitätssicherung. Sie sind in dem Qualitätsbericht als gemeinsamer Mittelwert angegeben und werden zum Teil mit den Daten aller rund 2.200 Krankenhäuser verglichen, die von der Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung (BQS) veröffentlicht wurden, oder den Daten der entsprechenden Baden-Württembergischen Qualitätssicherung.

Folgende Qualitätsindikatoren wurden veröffentlicht (s. auch Abb. 1): * Sterblichkeit bei Lungenentzündung, die bereits vor Klinikaufnahme bestand * Sepsis (Blutvergiftung) nach einer Operation * Tiefe Venenthrombose (Blutgerinnsel) nach Operation * Lungenembolie nach Operation * Dammschnitt (Episiotomie) nach Entbindung * Dammrisse * Sterblichkeit nach Schlaganfall

Höhere Sterblichkeit nach Schlaganfall durch kränkere Patienten und riskante Therapien

"Nicht für alle Ergebnisse gab es Vergleichszahlen", erklärte Dr. Michel. So fehlen bundesweite oder Baden-Württemberg weite Angaben zur Venenthrombose, Lungenembolie und Sepsis nach Operation. Die Qualitätsmanager der Baden-Württembergischen Universitätsklinika halten diese Daten jedoch für wichtige Indikatoren der Qualität eines Krankenhauses.

Bei den Dammschnitten und den Dammrissen liegen die Universitätsklinika Baden-Württembergs im Bundesdurchschnitt. Die Sterblichkeit nach Schlaganfall ist dagegen um rund drei Prozent höher. "Dies liegt daran, dass die Patienten in den Universitätsklinika mehr schwerwiegende Begleiterkrankungen haben", erklärte Dr. Michel. "Außerdem werden sie in eine Universitätsklinik gebracht, um besondere Behandlungen zu bekommen, die lebensrettend, aber auch riskant sein können." Dazu gehört u.a. die Eröffnung des Schädels nach einem Schlaganfall, um den Hirndruck zu senken.

Den Qualitätsbericht des Universitätsklinikums Heidelberg finden Sie im Internet hier: http://www.klinikum.uni-heidelberg.de

Bei Rückfragen: Dr. André Michel Leiter der Stabsstelle Qualitätsmanagement und Medizincontrolling Universitätsklinikum Heidelberg E-Mail: andre.michel@med.uni-heidelberg.de

Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter http://www.klinikum.uni-heidelberg.de