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Donnerstag, 26. September 2019, 10:37 Uhr

CGC Cramer Gesundheits-Consulting GmbH

Enzymsubstitution bei exokriner Pankreasinsuffizienz:

Rizoenzyme als Therapieoption bei Vorbehalten gegenüber bestimmten tierischen Wirkstoffen

Eschborn – Bei der Behandlung einer exokrinen Pankreasinsuffizienz (EPI) ist die Substitution der fehlenden körpereigenen Verdauungsenzyme Therapie der Wahl. Hierzu stehen Verdauungsenzyme aus Schweinepankreas (Pankreatin) oder Rizoenzyme aus Reispilzen zur Verfügung. Mehr als 13 Millionen Menschen in Deutschland lehnen bestimmte tierische Produkte ab1, dazu zählen auch Medikamente. „Etwa ein Drittel der Patienten in unserer Praxis haben Vorbehalte gegenüber Medikamenten mit tierischen Wirk- und Inhaltsstoffen. Überwiegend sind dies Vegetarier, aber auch Muslime“, so der Allgemeinmediziner Dr. Jörn Reckel aus Ahrensburg. „Nicht ideologie-konforme Arzneimittel bringen diese Patienten in Gewissenskonflikte. Das wirkt sich auf die Compliance und somit auch auf den Therapieerfolg aus“, gibt die Heilpraktikerin Ferah Sivga aus Lörrach zu bedenken. Einer Studie zufolge würden etwa 43 Prozent der Patienten mit solchen Vorbehalten lieber ganz auf eine Therapie verzichten, als Arzneimittel mit tierischen Stoffen einzunehmen2. Ein Verzicht auf die Enzymsubstitution ist jedoch insbesondere bei schweren Verlaufsformen der EPI im Hinblick auf mögliche Langzeitfolgen wie Gewichtsverlust und Mangelernährung und der schmerzhaften Symptomatik nach dem Essen keine Option. „Patienten mit Vorbehalten gegenüber der tierischen Herkunft von Pankreatin sollte eine Alternative angeboten werden. Eine effektive Alternative ohne tierische Wirkstoffe zur Therapie der EPI ist derzeitig das Arzneimittel NORTASE®“, so Reckel.

Ideologie-konforme Optionen erhöhen den Therapieerfolg

Bei Vegetariern und Veganern stehen gesundheitliche, ethische und moralische Beweggründe für den freiwilligen und selbstbestimmten Verzicht auf tierische Produkte im Vordergrund; religiöse Bedenken haben ihre Ursachen in strikten Speisegeboten. „In meiner Praxis betreue ich unter anderem muslimische Patienten. Fast alle legen sehr viel Wert auf ideologie-konforme Medikamente und fragen aktiv nach der Zusammensetzung“, erläutert die Heilpraktikerin Sivga. „Gläubige Muslime sind meist sehr gut informiert und wissen, dass es heute für sehr viele Präparate eine entsprechende Alternative ohne Wirk- und Inhaltsstoffe von Schweinen gibt“, weiß die Muslimin aus der Erfahrung mit ihren Patienten zu berichten. „Eine Medikation sollte solche Patientenbedürfnisse berücksichtigen“, so Sivga weiter.

„Bei den Vegetariern in meiner Praxis besteht oft eine allgemeine ideologiebedingte Ablehnung von tierischen Verdauungsenzymen wie auch ein gewisser Ekel vor der im Schlachthof aus Schweinen entnommenen Bauchspeicheldrüse, ganz sicher auch mangels Kenntnis solcher Herstellungsprozesse,“ berichtet Reckel. Eine erfolgreiche Behandlung der EPI setze jedoch voraus, dass keine Bedenken bei der Medikamenteneinnahme bestünden. „Ich erfrage in der Regel solche Vorbehalte und begegne ihnen mit Verständnis, denn die Patienten müssen ein gutes Gefühl gegenüber den Medikamenten haben. Vorbehalte hemmen die Compliance“, gibt der Arzt zu verstehen „Einige Patienten sehen aufgrund des hohen Leidensdrucks über ihre Bedenken gegenüber Pankreatin hinweg. Dabei ist dies nicht notwendig, denn es gibt eine Alternative“, betont Reckel.

Alternative mit Verdauungsenzymen aus Reispilzen

Das verordnungs- und erstattungsfähige Arzneimittel3 NORTASE® enthält die Verdauungsenzyme Lipase, Amylase und Protease aus Reispilzen (Rizoenzyme), eine Kapsel aus pflanzlicher Cellulose und auch der Hilfsstoff Magnesiumstearat ist pflanzlicher Herkunft. Die enthaltene Lactose ist tierischer Herkunft. „Ich biete von vornherein beide Therapieoptionen an. Dann erkläre ich die gleichwertige Wirkung dieser Verdauungsenzyme“, erläutert Reckel sein Vorgehen in der Praxis. Die biotechnologisch gewonnenen Rizoenzyme übernehmen die Funktion der körpereigenen Lipase, Protease und Amylase. Bei einer konsequenten Einnahme der Rizoenzyme zu den Haupt- und Zwischenmahlzeiten sowie milch- und sahnehaltigen Getränken reduzieren sie die typischen EPI-Symptome wie Steatorrhoe, Diarrhoe, Meteorismus und Oberbauchschmerzen, selbst bei einem kompletten Funktionsverlust des Pankreas4-7.

Faktoren für den Therapieerfolg und die Patientenakzeptanz

Aufgrund ihres natürlichen pH-Spektrums von pH 3-98,9 benötigen Rizoenzyme weder einen galenischen Säureschutz noch eine Comedikation zur Neutralisierung des sauren Chymus. Diese besondere Eigenschaft kann gerade bei einer schweren EPI mit gleichzeitig reduzierter Bicarbonatproduktion oder bei unphysiologisch übersäuertem Duodenum entscheidend für den Erfolg der EPI-Therapie sein. „Die Akzeptanz der Rizoenzyme bei meinen EPI-Patienten ist sehr hoch“, so der Mediziner. „Daneben sind die Rizoenzyme sehr gut verträglich, unkompliziert dosierbar und wegen der um 20 Prozent kleineren Kapsel auch für Patienten mit Schluckbeschwerden, wie Kinder oder geriatrische Patienten, gut einzunehmen“, so Reckel zu den weiteren Vorteilen des Arzneimittels im Hinblick auf die Compliance.

Aufgrund der Säurestabilität und der speziellen Aufreinigung werden nur geringe Mengen der Rizoenzyme benötigt und es ist kein kompliziertes Errechnen der Enzymeinheiten anhand des Fettgehaltes der Mahlzeiten erforderlich. „Patienten, die bereits eine Therapie mit Pankreatin erhalten hatten und höhere Enzymdosen gewohnt sind, sollten darauf hingewiesen werden, dass sich die Dosierung der Rizoenzyme davon unterscheidet“, betont der Mediziner Jörn Reckel. Die Dosierung ist einfach: Empfohlen werden bei einer leichten bis mittelschweren EPI zunächst 2 bis 3 Kapseln mit je 7.000 F.I.P.-Einheiten Rizolipase zu jeder Mahlzeit, bei einer schweren EPI 3 Kapseln. Fettarme Zwischenmahlzeiten sollten mit einer Kapsel substituiert werden. Die Menge der Kapseln kann dem individuellen Beschwerdeempfinden angepasst werden.

NORTASE® ist ein Arzneimittel der Repha GmbH Biologische Arzneimittel. Das mittelständische Familienunternehmen hat sich auf Phytotherapeutika und andere Arzneimittel mit Wirkstoffen aus der Natur spezialisiert. Einer der Unternehmensschwerpunkte liegt auf der Behandlung von Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse sowie von Magen-Darm-Erkrankungen.

Repha GmbH - Biologische Arzneimittel, Alt-Godshorn 87, 30855 Langenhagen, www.repha.de

Literatur:
1 www.remid.de/info_zahlen und vebu.de/veggie-fakten, April 2018
2 Vissamsetti B. et al. Postgraduate Medical Journal 88: 497-798 (2012); DOI: 10.1136/postgradmedj-2011-130306
3 Bei Vorliegen einer Ausnahmeindikation nach Nr. 36 Anlage I der Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL)
4 Löffler A. et al. Ther D Gegenw 115: 439ff (1976)
5 Pointner H. et al. Arzneimittel-Forschung (Drug Res.) 25, 111:1833-1835 (1975)
6 Berndt W. et al. Therapiewoche 29: 7095ff (1979)
7 Grözinger KH. et al. Münch. Med. Wschr. 129, Nr. 13: 238-240 (1987).
8 Unterberg Ch. et al. Fette, Seifen, Anstriche. 88:561-564 (1986)
9 Fieker A. et al. Clin Exp Gastroenterol. 4:55–73 (2011)