Übersicht / UNICEF - Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen / Meldung vom 09.06.2008

Montag, 09. Juni 2008, 14:00 Uhr

UNICEF - Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen

Preisverleihung mit rund 600 Kindern in der Frankfurter Paulskirche / Blacky Fuchsberger und Dr. Jürgen Heraeus ehrten die Sieger

Sanduhren gegen AIDS: Schulklasse ist UNICEF-JuniorBotschafter 2008

Frankfurt – Die Klasse 7a der Bischöflichen Realschule (Johann-Heinrich-Schmülling-Schule) in Warendorf (NRW) ist UNICEF-JuniorBotschafter des Jahres 2008. UNICEF-Botschafter Joachim "Blacky" Fuchsberger und der UNICEF-Vorsitzende Dr. Jürgen Heraeus überreichten den begehrten Preis in der Frankfurter Paulskirche an die 31 Schülerinnen und Schüler für ihre Aktion "Die Zeit läuft ab" zum Thema HIV/AIDS. Der Wettbewerb "UNICEF-JuniorBotschafter des Jahres" feiert 2008 Jubiläum: Der so genannte "Oscar für Kinderrechte" wurde zum fünften Mal verliehen. Bundesweit haben sich dieses Jahr rund 14.000 Kinder und Jugendliche als JuniorBotschafter für Kinderrechte engagiert. Eine Jury aus acht Kindern und acht Erwachsenen wählte aus 129 Einsendungen die Plätze 1 bis 5 des "JuniorBotschafter des Jahres" und die Gewinner des zum ersten Mal vergebenen Sonderpreises "Kinderrechte in der Schule" aus.

UNICEF-Botschafter Blacky Fuchsberger: "Die Rolle eines Botschafters, so wie man sie aus der Diplomatie kennt, ist ja oft schwierig: Da muss man taktieren, abwägen und zurückhaltend sein. Ein Botschafter für UNICEF zu sein ist ganz anders: Da muss man gerade heraus seine Stimme für Kinder erheben und auch mal unbequem sein. Das wollen wir als erwachsene UNICEF-Botschafter, aber die besten Botschafter für Kinderrechte sind die Kinder selbst."

"Kinder und ihre Rechte stehen in Deutschland immer noch nicht dort, wo sie sein sollten: ganz oben auf der politischen Agenda", sagte Dr. Jürgen Heraeus, Vorsitzender von UNICEF. "Mit dem JuniorBotschafter will UNICEF auf Kinderrechte und ihre täglichen Verletzungen aufmerksam machen und Kinder und Jugendliche in ihrem großartigen Engagement für Gleichaltrige auf der ganzen Welt bestärken."

Rund 600 Mädchen und Jungen kamen zur feierlichen Preisverleihung in die Frankfurter Paulskirche. Zu den Laudatoren und Gästen gehörten neben Blacky Fuchsberger und Dr. Jürgen Heraeus die stellvertretende UNICEF-Vorsitzende und Dressur-Olympiasiegerin Ann Kathrin Linsenhoff, ZDF-Moderator Steffen Seibert und die Frankfurter Bürgermeisterin und Dezernentin für Bildung und Frauen, Jutta Ebeling. Für Stimmung sorgten die "Buschtrommler" der Grundschule Breckenheim in Wiesbaden und die A-Cappella-Band "Basta". "Basta" ist schon länger für UNICEF aktiv und unterstützt die Aktion "Schulen für Afrika".

Die Veranstaltung in der Paulskirche, moderiert von Ki.Ka-Moderator Juri Tetzlaff, war außerdem der Startschuss für eine neue Kampagne: 19 Fußballerinnen der UNICEF-Kicker des FC St. Hubert (Kreis Viersen/ NRW) starteten gemeinsam mit Fußball-Nationalspielerin Katrin Kliehm offiziell das Projekt "Mädchenfußball für UNICEF" anlässlich der Fußball-WM der Frauen in Deutschland im Jahr 2011.

Die Preisträger Die Schulklasse aus Warendorf wurde für ihre Aktion "Die Zeit läuft ab" von der Jury einstimmig zum Sieger des ersten Platzes gewählt. Die 31 Kinder haben 1.000 Sanduhren organisiert, dafür Papp-Hintergründe mit Bildern zum Thema HIV/AIDS gestaltet und sie in mehreren Aktionen verkauft. Damit machen sie darauf aufmerksam, dass in jeder Minute ein Kind an AIDS stirbt. Während des einjährigen Projekts haben sich die Schüler intensiv mit dem Thema AIDS beschäftigt und die von ihnen recherchierten Informationen auch vielen anderen Menschen vermittelt. Der Jury gefiel besonders, dass die sehr originelle Idee kreativ umgesetzt wurde.

Den zweiten Platz belegen Veronika Wiemker, Johanna Foldt und Hannah Lefel aus dem Kreis Segeberg (Schleswig-Holstein). Die drei 12-jährigen Mädchen haben unter dem Motto "Neues Leben - Eine Zukunft für Kinder in Indien" 150 Pflanzensamen-Tütchen gebastelt, mit Informationen über Indien aufwändig bemalt und dadurch dazu aufgerufen, sich für arbeitende Kinder einzusetzen.

Auf den dritten Platz kam die erst zehn Jahre alte Kim Vivien Sombrutzki aus Stadensen in der Nähe von Uelzen (Niedersachsen), die sich mit dem Thema Schutz vor Gewalt befasst hat. Sie hat dazu einen eigenen kurzen Film gedreht und im Rathaus ihrer Stadt für interessierte Eltern, Jugendliche und Kinder einen Vortrag gehalten.

Mit ihrem Theaterstück "Zaubervogel UNICEF", das sich mit dem Thema Kinderarbeit auseinandersetzt, gewann ein Kurs der Adolf-Reichwein-Gesamtschule in Lüdenscheid (NRW) den vierten Platz. Den fünften Platz belegen sieben 13-jährige Freundinnen aus Aachen (NRW). Sie haben mit großem Fleiß insgesamt 800 bunte Papiervögel in so genannter Flechttechnik gebastelt, sie verkauft und die Einnahmen - rund 800 Euro - für das UNICEF-Bildungsprojekt "Schulen für Afrika" gespendet.

Der erstmals von UNICEF vergebene Sonderpreis "Kinderrechte in der Schule" geht an die Grundschule Süd in Landau (Rheinland-Pfalz). Die Schüler setzten sich über einen längeren Zeitraum hinweg inhaltlich mit den Kinderrechten auseinander. In einer Themenwoche haben sie die Informationen dann künstlerisch mit selbst gebauten "Himmelsleitern" und einem "Kinderrechte-Rap" umgesetzt und die Ergebnisse vor Eltern und dem Oberbürgermeister präsentiert.

Der Wettbewerb Der Preis "UNICEF-JuniorBotschafter des Jahres" wurde 2008 zum fünften Mal verliehen. Bewertet wurden von der Jury die Gründlichkeit in der Beschäftigung mit einem Thema, der Grad der Eigenaktivität, die Originalität und Nachhaltigkeit der Aktion, die Qualität der Öffentlichkeitsarbeit sowie die Präsentation.

Neben der Auszeichnung "UNICEF-JuniorBotschafter 2008" zu sein, erhalten die fünf Erstplatzierten und der Gewinner des Sonderpreises wertvolle Zusatzpreise, darunter ein Besuch des Musicals "Starlight Express", ein Wochenende in der UNICEF-Partnerstadt Leipzig oder ein Besuch des Schafhofs von Ann Kathrin Linsenhoff in Kronberg.

Für viele UNICEF-JuniorBotschafter ist die Preisverleihung in der Paulskirche ein Höhepunkt, aber nicht der Abschluss ihres Engagements. Ehemalige Preisträger setzen sich kontinuierlich für die Kinderrechte ein und bleiben UNICEF verbunden. Vier ehemalige Preisträgerinnen waren zum Beispiel dieses Jahr selbst in der Jury, um die neuen UNICEF-JuniorBotschafter auszuwählen.

Partner des Wettbewerbs sind das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der Verein "Macht Kinder stark für Demokratie!", der Kinderkanal von ARD und ZDF (Ki.Ka) und die Kinderzeitschrift GEOlino. Die Veranstaltung in der Paulskirche wurde von "Capri-Sonne" unterstützt.

Weitere Informationen unter http://www.unicef.de und http://www.juniorbotschafter.de

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