Übersicht / Akkreditierte Labore in der Medizin - ALM e.V. / Meldung vom 16.03.2021

Dienstag, 16. März 2021, 12:17 Uhr

Akkreditierte Labore in der Medizin - ALM e.V.

Pressemitteilung

SARS-CoV-2-PCR-Positivrate steigt wieder deutlich an: ALM-Labore raten, die Situation ernst zu nehmen

Berlin, 16. März 2021 – Datenauswertung der Akkreditierten Labore in der Medizin zur SARS-CoV-2-PCR-Testung in KW 10.

Die Analyse der Akkreditierten Labore in der Medizin – ALM e.V. aus der vergangenen Kalenderwoche zeigt deutlich steigende Zahlen an SARS-CoV-2-Infizierten und bestätigt die erneut zunehmende Infektionsdynamik von COVID-19. So zeigt die Auswertung der Daten von nunmehr 173 (171) Laboren bei steigenden an SARS-CoV-2-PCR-Testzahlen (1.084.771; Vorwoche: 1.021.024) eine im Vergleich zur Vorwoche von 6,4 auf nun 7,2 Prozent gestiegene Positivrate. Insgesamt fielen 20 Prozent mehr SARS-CoV-2-PCR-Tests (77.660) positiv aus als in der Vorwoche (64.981). „Wir in den Laboren sind besorgt angesichts dieser Entwicklung, denn auch der Anteil der Varianten, insbesondere von B.1.1.7, nimmt weiter zu. Deswegen gilt unverändert und gerade jetzt: Wir sollten die Ergebnisse und die Situation ernst nehmen“, sagt Dr. Michael Müller, 1. Vorsitzender des ALM e.V. Nina Beikert, Vorständin im fachärztlichen Verband bestätigt: „Bis zu einer echten Entspannung wird es noch einige Zeit dauern. Wir sind deshalb auf ein gutes Konzept und wirksame Maßnahmen zur Pandemieeindämmung angewiesen.“

Die Schulen öffnen langsam wieder, in einigen Regionen auch der Einzelhandel und weitere Einrichtungen. Die Akkreditierten Labore bremsen die Freude über die mit den Öffnungen verbundenen Freiheiten ein wenig. „Wir nehmen die Entwicklungen sehr ernst“, erklärt Dr. Michael Müller. Zwar sei die Begleitung der geplanten Öffnungsschritte mit der erneuten Erweiterung der Teststrategie, die einen noch breiteren Einsatz von SARS-CoV-2-Antigen-Vor-Ort-Tests („Schnelltests“) vorsieht, wichtig. „Wir sollten jedoch unbedingt darauf achten, dass wir diese ergänzenden diagnostischen Möglichkeiten so einsetzen, dass wir die wichtigsten Ziele in der COVID-19-Pandemie umsetzen können: Möglichst viele Infektionen früh zu erkennen, über eine effiziente Kontaktpersonentestung die Ausbreitung von SARS-CoV-2 zu verhindern und zusammen mit guten Hygiene- und Infektionsschutzkonzepten vulnerable Gruppen in der Pflege, der Bildung und Betrieben zu schützen“, so der ALM-Vorsitzende.

Die SARS-CoV-2-Antigentests zur breiten Eigenanwendung durch die Bürgerinnen und Bürger sollten klug und mit Bedacht eingesetzt werden. „Wir müssen die Menschen im Umgang mit den neuen Antigen-Selbsttests noch besser aufklären. Alle sollten wissen, dass sie sich im Falle eines positiven Antigen-Schnelltests sofort isolieren müssen, um das Risiko weiterer Ansteckungen zu minimieren.“ Jeder positive Antigentest sei darüber hinaus umgehend durch eine PCR zu bestätigen. „Wichtig ist auch zu verstehen, dass negative Antigen-Schnelltests nur eine Momentaufnahme mit maximal einem Tag Gültigkeit sind. Durch die Tests haben wir zwar die Chance, viel mehr Infektionen frühzeitig zu entdecken – aber nicht alle“, stellt Nina Beikert fest.

Daher gelte es, weiterhin die „Regeln“ (Kontakte reduzieren, AHA-Regel befolgen, Lüften in Innenräumen, Corona-Warn-App benutzen) einzuhalten. Etwaige Teststrategien von Unternehmen, Pflegeeinrichtungen, Schulen und auch Sportvereinen sollten immer eine diesbezügliche Aufklärung beinhalten und die Einhaltung der bestehenden Regelungen sicherstellen.

Fachärztliche Labore sind auf steigende PCR-Testzahlen bestens vorbereitet

Auf eine steigende Zahl an Anforderungen von SARS-CoV-2-PCR-Tests sind die fachärztlichen Labore vorbereitet: „Wir haben ausreichend Kapazitäten auf- und in den vergangenen Wochen noch weiter ausgebaut“, erläutert ALM-Vorstand Evangelos Kotsopoulos. „Bisher sind unsere Kapazitäten zu etwas mehr als der Hälfte ausgeschöpft. Wir sollten die vorhandenen Ressourcen nutzen, um mit breiter Testung weiterhin größtmögliche Sicherheit zu erreichen.“

Die Nationale Teststrategie des Bundesministeriums für Gesundheit finden Sie auf der Homepage des Robert Koch-Instituts.

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Ein Hinweis in eigener Sache: Um insbesondere Landrät*innen und Bürgermeister*innen sowie Entscheider*innen für die labordiagnostische Versorgung vor Ort einen besseren Überblick zu geben, haben wir die Informationsseite „Corona Diagnostik Insights“ mit Laborfinder sowie Zahlen, Daten und Fakten zur Covid-19-Labordiagnostik eingerichtet. Außerdem finden Sie dort eine erste Übersicht der fachärztlichen Labore in Deutschland, die Vollgenomsequenzierungen durchführen.

Auf unserer Homepage finden Sie FAQ zum Thema. Diese aktualisieren wir regelmäßig. Bei weiteren Fragen freuen wir uns über Ihre schriftliche Anfrage an c.wanke@alm-ev.de.

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die hier ermittelten Daten mit weiteren Daten am RKI zusammengeführt werden. Die daraus entstehenden Daten stellen das Gesamtbild über das Testgeschehen in Deutschland dar. Eine anderweitige Nutzung der Daten darf nur mit Hinweis auf die Erhebung des ALM e.V. als Quelle erfolgen.

Weitere Infos zum SARS-CoV-2-Virus, zu COVID-19 und zur aktuellen Lage finden Sie unter:
www.rki.de / www.bmg.bund.de / www.kbv.de

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Über die Akkreditierten Labore in der Medizin – ALM e.V.
ALM e.V. ist der Berufsverband der Akkreditierten Medizinischen Labore (ALM) in Deutschland. Der Verband vertritt derzeit über 200 medizinische Labore mit 900 Fachärzt*innen, rund 500 Naturwissenschaftler*innen und etwa 25.000 qualifizierten Mitarbeiter*innen. Der Zweck des Vereins ist die Förderung und Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen labormedizinischen Patientenversorgung in Deutschland. Die Mitglieder des Verbandes sichern eine flächendeckende Patientenversorgung, auch in strukturschwachen Gebieten. Die Mitgliedslabore sind nach der höchsten Qualitätsnorm für medizinische Laboratorien (DIN ISO EN 15189) akkreditiert und erfüllen uneingeschränkt die Richtlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung labormedizinischer Untersuchungen (RiliBÄK). Die Aus- und Weiterbildung des ärztlichen und technischen Personals ist ein wesentlicher Aspekt ihrer täglichen Arbeit, um langfristig die zuverlässige Versorgung von Millionen von Patienten sicherstellen zu können. Der Verein strebt eine kollegiale Zusammenarbeit mit der gemeinsamen Selbstverwaltung, den medizinischen Fachgesellschaften, Berufsverbänden und Vereinen an, um gemeinschaftlich die Zukunft der Labore in der medizinischen Diagnostik in Deutschland zu gestalten.