Übersicht / Apothekerkammer Sachsen-Anhalt / Meldung vom 03.05.2007

Donnerstag, 03. Mai 2007, 10:16 Uhr

Apothekerkammer Sachsen-Anhalt

Pressemitteilung der Apothekerkammer Sachsen-Anhalt:

Sicherheitsstation Apotheke

Magdeburg – Ergebnisse einer Studie in Sachsen-Anhalt: Nicht nur zu Risiken und Nebenwirkungen, auch zu Wirkungen, zur Verträglichkeit mit anderen Arzneimitteln oder Nahrungsmitteln sowie zur richtigen Anwendung, kurz zu allen arzneimittelbezogenen Problemen - Fragen Sie Ihren Apotheker!

Die Therapie von Erkrankungen mit Arzneimitteln ist die am häufigsten angewendete und preisgünstigste Therapie überhaupt. Arzneimittel enthalten hochwirksame Stoffe, für deren Produktqualität der Hersteller verantwortlich zeichnet. Ihre Wirksamkeit wird aber wesentlich von der richtigen Anwendung bestimmt. Hierfür tragen Arzt, Apotheker und Patient gemeinsam die Verantwortung.

"Als Apotheker sind wir verpflichtet, Verordnungen inhaltlich und formell zu prüfen. In einer Reihe von Fällen werden dabei Probleme erkannt, die unsere Intervention vor der Arzneimittelabgabe erforderlich machen", informiert der Präsident der Apothekerkammer Sachsen-Anhalt, Apotheker Gerd Haese anlässlich der Vorstellung der Ergebnisse einer Studie zur Arzneimittelsicherheit in Sachsen-Anhalt. Diese Aufgabe nehmen die Apotheker in den öffentlichen und Krankenhausapotheken Tag für Tag wahr, was in der Öffentlichkeit kaum bekannt ist.

Die Apothekerkammer hatte deshalb vor einiger Zeit ein Projekt gestartet, bei dem Probleme, die mit der Anwendung von Arzneimitteln verbunden sind, dokumentiert werden sollten. Ca. ¼ aller Apotheken des Landes haben sich daran beteiligt und sogenannte arzneimittelbezogene Probleme dokumentiert. Eine große Anzahl von Daten wurde dabei gesammelt. Pro Tag und Apotheke wurden im Durchschnitt 1 - 2 Probleme detailliert dokumentiert. Unter Berücksichtigung weiterer, per Strichliste erfasster Probleme sowie der nicht 100%-igen Dokumentation während des Routinebetriebes sind es mindestens 4 - 5 arzneimittelbezogene Probleme, die jede Apotheke täglich zu lösen hat.

Am häufigsten wurden in den Dokumentationsbögen die Arzneimittel Diclofenac (Schmerzmittel), Insulin (Mittel gegen Diabetes), sowie Metoprolol und Captopril (Mittel gegen Bluthochdruck) genannt. "Arzneimittelbezogene Probleme können die Gesundheit von Patienten gefährden, die Effektivität der Arzneimitteltherapie schwächen und zusätzliche Kosten verursachen. Insoweit ist die Prüfung jeder Verordnung in der Apotheke unverzichtbar" schlussfolgert Haese aus dieser Untersuchung und konstatiert: "Die Apotheke bildet die letzte Sicherheitsstation, bevor ein Arzneimittel vom Patienten angewendet wird. Sie dient damit der Sicherheit des einzelnen Patienten und dem Verbraucherschutz." Er empfiehlt jedem Patienten, insbesondere den chronisch Kranken, eine Hausapotheke zu wählen, in der die gesamte Medikation gespeichert und ausgewertet werden kann. Zudem sollte niemand zögern, den Apotheker zu fragen oder mit ihm seine persönlichen arzneimittelbezogenen Probleme zu beraten.

Kontakt:

Apothekerkammer Sachsen-Anhalt KdöR
Gerd Haese, Präsident
Doctor-Eisenbart-Ring 2
39120 Magdeburg

Tel.: +49 391 60 90 40
Fax: +49 391 6090435

E-Mail kammer@ak-sa.de