Übersicht / VDGH Verband der Diagnostica-Industrie e. V. / Meldung vom 28.04.2021

Mittwoch, 28. April 2021, 11:30 Uhr

VDGH Verband der Diagnostica-Industrie e. V.

Pressemitteilung

Sonderkonjunktur für Testhersteller: IVD-Markt in Deutschland wächst um 25 Prozent

Berlin – Der Markt für In-vitro-Diagnostika in Deutschland ist im Jahr 2020 um 25,9 Prozent gewachsen. Dies gab der Verband der Diagnostika-Industrie (VDGH) heute in seiner Jahrespressekonferenz bekannt. „Das Ergebnis stellt eine Rekordmarke für die Diagnostika-Industrie dar und ist auf das enorme Testaufkommen in der Corona-Pandemie zurückzuführen“, sagt der VDGH-Vorstandsvorsitzende Ulrich Schmid. Die Marktdaten der IVD-Branche ermittelt der Verband auf Basis seiner repräsentativen Umsatzerhebungen unter den Mitgliedsunternehmen.

Das Marktvolumen der IVD-Branche ist im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 500 Mio. Euro auf insgesamt 2,745 Mrd. Euro gestiegen. Die größte Dynamik verzeichnete dabei das 4. Quartal 2020. „Wir sehen allein die Infektionsdiagnostik als Wachstumstreiber“, so Schmid. Sie machte im Jahr 2020 mit fast 900 Mio. Euro rund 32 Prozent des gesamten IVD-Marktes aus. Im Vorjahr lag der Anteil bei 10,3 Prozent. Vor allem der Bedarf an PCR- und Antigen-Schnelltests zum direkten Nachweis des Coronavirus SARS-CoV-2 schlägt in diesen Zahlen zu Buche: „Seit Beginn der Pandemie stellen mehr als 70 Unternehmen im VDGH „corona-assoziierte“ Produkte zur Verfügung. Die Testindustrie steigerte ihre Produktionen schon in den ersten Monaten der Pandemie um mehr als das Zwanzigfache. Eine breite Palette von Tests unterschiedlicher Technologien ist in kurzer Zeit zur Marktreife entwickelt und in den Verkehr gebracht worden“, sagt Schmid. „Die Industrie liefert, was Politik und Markt fordern.“

Ein ähnliches Ausnahme-Ergebnis verzeichnen die Life-Science-Research-Unternehmen (LSR) im VDGH. Denn auch die LSR-Branche ist in Pandemiezeiten gefragt wie nie. Das Wachstum lag im Jahr 2020 bei mehr als 22 Prozent. Die Ausstatter von Forschungslaboren ermöglichen mit ihren Produkten und Technologien die Erforschung des Virus und die Entwicklung von Diagnostika, Impfstoffen und Arzneimitteln. Beide Industrien bedienen einen weltweit explodierenden Bedarf. „Fast 13 Prozent der Beschäftigten der Diagnostika- und Life-Science-Research-Industrie sind im Bereich Forschung und Entwicklung tätig. Die hohe Qualifikation der Beschäftigten sichert die Innovationskraft und Flexibilität der beiden Branchen“, so Schmid.

Die Rekordzuwächse in der Infektionsdiagnostik sind die eine Seite der Medaille. Demgegenüber steht die gesamte Routinediagnostik unter Druck: Hier lagen die Umsatzrückgänge des Jahres 2020 zwischen 2 und 16 Prozent. Diese Entwicklung bildet unmittelbar das Geschehen im Lockdown ab: „Mit der Einschränkung des öffentlichen Lebens ist auch die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen ambulant und stationär spürbar zurückgegangen“, sagt Schmid.

Für das Jahr 2021 erwartet die Diagnostika-Industrie u. a. eine weitere Dynamik bei Coronavirus-Schnelltests. Die PCR-Testung hat aus Sicht des VDGH ihr Plateau auf hohem Niveau erreicht.

Der Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) vertritt als Wirtschaftsverband die Interessen von mehr als 100 in Deutschland tätigen Unternehmen mit einem Gesamtumsatz von 5,5 Milliarden Euro im Jahr 2020. Sie stellen Untersuchungssysteme und Reagenzien zur Diagnose menschlicher Krankheiten her, mit denen ein Umsatz von mehr als 2,7 Milliarden Euro erzielt wird, sowie Instrumente, Reagenzien, Testsysteme und Verbrauchsmaterialien für die Forschung in den Lebenswissenschaften, mit denen ein Umsatz von 2,7 Milliarden Euro erwirtschaftet wird.

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