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Dienstag, 24. April 2007, 14:48 Uhr

hear-it AISBL - panta rhei deutschland

Über 80% der Deutschen klagen über Lärmbelästigung

Tag gegen Lärm 2007

Deutschland – 24.04.2007 * * * Lärm macht krank: Laut einer Studie des Umweltbundesamtes fühlen sich über 80 Prozent der Deutschen durch Lärm belästigt. Der Mensch ist in der westlichen Zivilisation zunehmend permanenten Geräuschbelastungen ausgesetzt. Lärm begegnet uns bei der Arbeit, im Straßenverkehr, wir setzen uns ihm aber auch freiwillig durch laute Musik aus dem MP3-Player oder bei Rockkonzerten aus.

Inzwischen ist Lärm eine der Hauptursachen für Hörverlust. Da die moderne Gesellschaft zunehmend immer lauteren Lärmquellen ausgesetzt ist, steigt vor allem die Zahl junger Menschen mit Hörschwäche immer weiter an. Jedoch schädigt Lärm nicht nur das Gehör, sondern belastet auf Dauer den gesamten Organismus.

Noch ist nicht ausreichend erforscht, welche Auswirkungen permanenter Lärm auf den Organismus hat. Eine Langzeitstudie, 2003 veröffentlicht vom Umweltbundesamt, ergab aber, dass sowohl das Herz-Kreislaufsystem als auch das Immunsystem durch Lärm geschwächt werden. So gilt Lärm z.B. als Risikofaktor für den akuten Myokardinfarkt. Weitere Folgen können Asthma, Krebserkrankungen und erhöhte Blutfettwerte sein. Eine neue Studie von genanet, der Leitstelle Geschlechtergerechtigkeit und Nachhaltigkeit (2005) belegt außerdem, dass Lärm nicht alle Menschen gleichermaßen betrifft, sondern dass unterschiedliche Personengruppen spezifisch betroffen sind, was die Orientierung am normal hörenden Erwachsenden aber oft ausblendet. So sind Säuglinge, Schulkinder, Schwangere, Kranke oder ältere Menschen besonders schutzbedürftig gegen Lärm. Dazu kommen auch soziale Faktoren: einkommensschwache Personen sind durch die oftmals günstigeren Preise lauter Wohngegenden tendenziell stärkerem Lärm ausgesetzt, was wiederum Folgen wie z.B. Schlafstörungen oder Konzentrationsschwäche zur Folge hat.

Rund 450 Millionen Europäer (65 Prozent der Gesamtbevölkerung) sind einem durchschnittlichen Lärmpegel von 55 dB ausgesetzt, was zu Unwohlsein und Schlafstörungen führen kann; 117 Millionen (17 Prozent der Bevölkerung) sind einem durchschnittlichen Lärmniveau von 65 dB ausgesetzt, was Auswirkungen auf das körperliche und geistige Befinden haben kann; 9,7 Millionen (1,4 Prozent) leben mit einem täglichen durchschnittlichen Lärmpegel von über 75 dB, was von der Europäischen Umwelt Agentur ("European Environment Agency) als unakzeptabel eingestuft wird.

"Es ist an der Zeit, dass wir uns dafür verantwortlich zeigen, unsere Umgebung leiser zu machen und eine gesunde Umwelt für uns und unsere Kinder zu schaffen", meint Amy Boyle, Leiterin der öffentlichen Bildungsstätte des US-amerikanischen Hörgeschädigtenbundes.

Der internationale Tag gegen Lärm am 25. 04. 2007 rückt den Lärm und die damit verbundenen Probleme in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Weltweit sind für diesen Tag eine Vielzahl an Aktivitäten geplant.. Um 14.15 Uhr werden die Teilnehmer auf der ganzen Welt aufgefordert gemeinsam "15 Sekunden der Ruhe" zu genießen. Diese Aktion verbindet die Veranstaltungen weltweit miteinander.

Für mehr Informationen: - http://www.tag-gegen-laerm.de - http://www.german.hear-it.org z.B. http://www.german.hear-it.org - http://www.umweltbundesamt.de - http://www.charité.de/epidemiologie/german/projekte/noise.html - http://www.genanet.de

Ihr Pressekontakt für Deutschland:

Medienstelle Hear-it AISBL c./o. panta rhei pr deutschland Martina Evers Rosastrasse 4 79098 Freiburg Tel.: 0761 380 99 89 Fax: 0761 380 99 81 Mail: m.evers@pantarhei-marketing.de

Als Agentur unterstützen wir die internationale Non-Profit- Organisation "Hear-It AISBL" in Deutschland. Hear-It betreibt mit der Portal-Seite http://www.german.hear-it.org die weltweit größte Webseite zum Thema Hören, Gehör und Hörverlust. Die Organisation dokumentiert aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema Hörschädigung und deren Folgen für Mensch, Gesellschaft und Wirtschaft und ist Anlaufstelle für Betroffene.