Übersicht / Die Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. / Meldung vom 25.09.2006

Montag, 25. September 2006, 10:10 Uhr

Die Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V.

Die Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V.

Tödlicher Spinatskandal – Gefahr für Deutschland?

Aachen – Bereits drei Menschen starben in den USA nach dem Verzehr von mit Kolibakterien verseuchtem Spinat. Das wirft die Frage auf, ob dieses Problem auch in Deutschland akut werden kann, alarmiert Diplom Ernährungswissenschaftlerin Doreen Nothmann, Vizepräsidentin der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. heute in Hannover. Ein US-amerikanischer Bio-Spinat-Hersteller hatte abgepackten frischen Blattspinat in den Handel gebracht, der offensichtlich einen beängstigenden Gehalt an einer bestimmten Form des Bakteriums Escherichia coli (E. coli) aufwies. Der Verzehr dieser belasteten Lebensmittel führt zum Ausbruch eines blutigen Durchfalls und einem damit zusammenhängenden hohen Flüssigkeitsverlust, der besonders bei Risikogruppen, wie Kindern, Schwangeren, kranken und alten Menschen eine tödliche Gefahr darstellt. Nimmt die Gruppe der gefährlichen Keime im Darm überhand, kann es rasch zu epidemisch anmutenden Durchfallerkrankungen kommen, wie die Fälle in den USA zeigen. Noch immer scheint unklar, wie die Erreger in den Spinat gekommen sind. Nicht auszuschließen ist, dass die Düngung mit Tierfäkalien eine Rolle spielen könnte oder aber während des Verpackungsprozesses Keime durch möglicherweise infizierte Mitarbeiter oder unsauberes Wasser in Umlauf gebracht wurden. Könnte diese Epidemie auch in Deutschland auftreten?

Experten bestätigen, dass genau der Bio-Spinat nicht nach Europa exportiert wurde. Daher gibt die Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. zunächst Entwarnung.

In Deutschland hat, erläutert Ernährungswissenschaftlerin Doreen Nothmann, tiefgekühlter Spinat den größten Marktanteil. Dieser wird vor dem Verpacken gut gewaschen, stark erhitzt und schockgefroren, was eine Keimausbreitung stoppt. Bei frischen Spinat, so Nothmann, muss der Verbraucher darauf achten, dass er diesen optimal reinigt und durchkocht.

Die Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik gibt dem Verbraucher Regeln für den risikolosen Umgang mit Spinat: - Unterbrechen Sie nicht die Kühlkette von tiefgefrorenen Spinat! - Transportieren Sie Tiefkühlspinat stets in mit Kühlakkus versehenen Kühlboxen oder -taschen! - Legen Sie nach der Ankunft zu Hause zuerst den Tiefkühlspinat in den Gefrierschrank! - Waschen Sie frischen Spinat sorgfältig unter fließendem Wasser ab! - Garen Sie in jedem Fall den Spinat gut durch! - Verzichten Sie auf das Erwärmen bereits zubereitetem Spinats, vor allem in Haushalten mit Personen aus Risikogruppen!