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Donnerstag, 17. November 2016, 14:47 Uhr

Deutsche Kontinenz Gesellschaft e.V.

Pressemitteilung der Deutschen Kontinenz Gesellschaft zum Internationalen Männertag am 19. November

Typisch Mann? Bei Inkontinenz-Problemen „lieber in den Baumarkt als zum Arzt“

Frankfurt am Main – Inkontinenz ist eine Volkskrankheit, die auch Männer in ihren sogenannten „besten Jahren“ trifft. Der Leidensdruck ist hoch. „Betroffene scheuen sich vor längeren Reisen oder sitzen im Kino immer außen. Sie richten ihr Leben zwangsweise nach der nächsten Toilette aus“, sagt Urologin Dr. Ricarda M. Bauer vom Klinikum der Universität München – Großhadern. Dabei ist professionelle Hilfe sehr gut möglich. „Aber es gibt viele Männer die anstatt zum Arzt lieber in den Baumarkt gehen.“

Was zum Internationalen Männertag wie ein schlechter Scherz klingt, ist traurige Realität. „Männer sind – auch was diese Krankheit angeht – äußerst erfinderisch.“ Diese Erfahrung macht die Oberärztin und Privatdozentin oft. Sie berichtet von Kabelbindern aus dem Baumarkt oder den Binden der Frau, die das Problem kaschieren sollen. „Noch mit Küchenrolle obendrauf.“ Dabei ist in bis zu 80 Prozent der Fälle Linderung möglich, die Hälfte der Patienten kann sogar geheilt werden. „Wenn die betroffenen Männer endlich einen Spezialisten aufsuchen würden.“

Es ist vor allem die sogenannte Dranginkontinenz, die manchen Männern ab 50 zu schaffen macht. Auch Männer – ob Manager oder Arbeiter – die ansonsten kerngesund mitten im Leben stehen. „Alles ist gut. Aber zwei Sekunden später müssen sie plötzlich und ganz schnell auf die Toilette.“ Dr. Ricarda M. Bauer, die sich auch in der Deutschen Kontinenz Gesellschaft engagiert, appelliert eindringlich: „Mit Inkontinenz muss sich grundsätzlich niemand abfinden. Ein guter Arzt kann helfen!“ Die Deutsche Kontinenz Gesellschaft bietet rund 1.300 zertifizierte Beratungsstellen und 80 Beckenbodenzentren. Im Schnitt informiert sich alle zwei Minuten jemand auf der Seite www.kontinenz-gesellschaft.de – und findet professionelle Hilfe in seiner Nähe. Dr. Ricarda M. Bauer: „Es geht um Lebensqualität statt Leidensdruck. Also um sehr, sehr viel.“

Inkontinenz ist eine Volkskrankheit. Es gibt in Deutschland über neun Millionen Betroffene. Die Deutsche Kontinenz Gesellschaft e.V. setzt sich seit 1987 für eine Verbesserung der Diagnose, Behandlung und Prävention ein – von Harn- und Stuhlinkontinenz sowie dem Einnässen beim Kind. Unter www.kontinenz-gesellschaft.de finden Betroffene und Angehörige wertvolle Informationen, zertifizierte ärztliche Beratungsstellen, sowie Kontinenz- und Beckenbodenzentren in ihrer Nähe. Die Deutsche Kontinenz Gesellschaft ist eine gemeinnützige, medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft. Durch regelmäßige Fortbildungs-Veranstaltungen trägt sie zudem maßgeblich zur Qualitätssicherung in der Behandlung und Beratung von Menschen mit Inkontinenz bei.