Mehr Reichweite im Gesundheitsmarkt

Schließen

Registrierung

Melden Sie sich noch heute an, um gezielt und effektiv Ihre Nachrichten in der Gesundheitsbranche verbreiten zu können.

Kontoinformationen

Ansprechpartner:in

Adresse

Kontakt

Es wurde eine E-Mail zur Bestätigung an Sie gesendet. Nach der Bestätigung sind Sie erfolgreich registriert.


Umfassendes Konzept zur Prävention und Behandlung psychischer Erkrankungen erforderlich

Pressemitteilung

Berlin – Anlässlich der Veröffentlichung des Krankenhausreports 2010 erklärt die stellvertretende gesundheitspolitische Sprecherin Hilde Mattheis:

17 Prozent aller Behandlungstage in deutschen Kliniken entfallen inzwischen auf psychische Erkrankungen. Zu diesem Ergebnis kommt der gestern vorgestellte Krankenhausreport 2010 der Barmer Ersatzkasse. 1990 betrug der Anteil noch acht Prozent.

Psychische Erkrankungen sind auf dem Weg zur Volkskrankheit. Bei der Prävention, Behandlung, Rehabilitation und der Teilhabe psychisch Kranker am Arbeitsleben gibt es immer noch viel zu tun. Die Bundesregierung muss zügig ein Gesamtkonzept erarbeiten, Hilfsangebote müssen ausgebaut werden und für die Betroffenen transparent und leicht zugänglich sein.

Nach wie vor gibt es erheblichen Handlungsbedarf. Wir brauchen mehr Prävention, die bereits bei Kindern und Jugendlichen ansetzt und die in der Arbeitswelt mehr Angebote zum Abbau psychosozialer Belastungen bereitstellt. In der ambulanten wie stationären Versorgung fehlt Personal, die Wartezeiten für einen Termin beim Psychiater oder für einen Therapieplatz sind zu lang. Eine ambulante Rehabilitation und Nachsorge für psychisch Kranke, die Therapieabbrüche, Rückfälle und die Wiederaufnahme in stationäre Einrichtungen reduziert, ist in Deutschland so gut wie gar nicht vorhanden. Hier muss sich dringend etwas tun.

Immer noch sind kaum spezifische Maßnahmen zu erkennen, psychisch Kranken die Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen. Viel zu viele fallen aus dem Arbeitsleben heraus. Das muss nicht sein.

Psychische Störungen kommen in allen gesellschaftlichen Schichten vor. Das Risiko, im Laufe seines Lebens eine psychische Krankheit zu bekommen, liegt dem Bundesgesundheitssurvey 1998 zufolge bei 42,6 Prozent. Die häufigste psychische Störung sind nach einem Bericht der Techniker Krankenkasse 2008 Depressionen.

Gründe für den Anstieg der Behandlungstage sieht die Barmer-Studie in instabilen wirtschaftlichen Verhältnissen vieler Menschen und zunehmenden familiären Problemen. Zudem ist die Behandlung psychischer Erkrankungen zeitaufwendig: Frauen bleiben im Durchschnitt 26 Tage in der Klinik, Männer 20 Tage. Die durchschnittliche Verweildauer aller Krankenhausbehandlungen lag im vorigen Jahr bei 8,5 Tagen.