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Dienstag, 15. Mai 2007, 13:26 Uhr

Klinikum der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Klinik und Poliklinik für Neurologie

Uniklinikum Mainz startet große Studie zur Behandlung von Epilepsie im Alter - Patienten können noch an der Studie teilnehmen

Mainz – Die Neurologische Universitätsklinik Mainz hat in Deutschland, Österreich und der Schweiz eine große Studie zur Behandlung von Epilepsie bei älteren Menschen gestartet. In der "STEP-ONE" Studie werden Patienten, die 60 Jahre oder älter sind und an einer Epilepsie leiden, über ein Jahr mit einem von drei zugelassenen und etablierten Arzneimitteln gegen Epilepsie therapiert. Von dieser erstmals als länderübergreifendes Projekt durchgeführten Studie erhoffen sich die Forscher aus Mainz, Zürich und Innsbruck wichtige Erkenntnisse über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Medikamente bei Patienten mit Altersepilepsie.

Epilepsien treten mit zunehmendem Alter immer häufiger auf. Sie gehören gar zu den häufigsten Erkrankungen des Gehirns im Alter und entwickeln sich oft als Folge von Schlaganfällen und Erkrankungen, die mit einem Abbau des Gehirns verbunden sind (z.B. Alzheimer Demenz). Bisher ist die Wahl des richtigen Medikamentes bei Epilepsie im Alter schwierig, da es nur wenig Studien gibt, die die am Markt erhältlichen Medikamente miteinander verglichen haben.

"Eine solche Studie wird auch deshalb dringend benötigt, da die Zahl der Patienten mit Epilepsie im Alter ständig steigt", erklärt der LKP (Leiter der Klinische Prüfung) der Studie und Oberarzt an der Mainzer Universitätsklinik für Neurologie, PD Dr. Konrad J. Werhahn. "Mit ‚Step-One’ haben wir eine sehr umfassende Studie konzipiert, die in etwa 70 Zentren in Deutschland, Österreich und der Schweiz durchgeführt wird. Insgesamt sollen 360 Patienten teilnehmen."

Die Studienteilnehmer werden über ein Jahr begleitet. Die Behandlung rfolgt angelehnt an das übliche Vorgehen in der Routine. Nach Einschluss werden die Patienten alle drei Monate untersucht. Hierbei werden auch Veränderungen der geistigen Leistung gemessen, sodass Nebenwirkungen früher erkannt werden können.

"Wir sind zurzeit in der Rekrutierungsphase der Studie, Patienten können also noch teilnehmen", betont Dr. Werhahn. "Mit ersten Ergebnissen rechnen wir in etwa zwei Jahren."

Ansprechpartner: Frau Susan Schröder (Epilepsiefach- und Studienassistenz, Neurologische Klinik, Universität Mainz, Langenbeckstr. 1, 55131 Mainz, Telefon +49(0)6131-17-2222, Fax +49(0)6131-17-5641, e-mail: SuSchroe@uni-mainz.de)

Patienten, die Interesse haben an der Studie teilzunehmen, können sich an Frau Schröder an die o.g. Adresse wenden, um zu erfragen, welches das am nächsten gelegene Prüfzentrum ist.

PD Dr. K.J. Werhahn Oberarzt der Neurologischen Universitätsklinik Mainz Leiter der Klinischen Prüfung