Übersicht / Ministerium für Gesundheit und Soziales des Landes Sachsen-Anhalt / Meldung vom 03.09.2007

Montag, 03. September 2007, 12:05 Uhr

Ministerium für Gesundheit und Soziales des Landes Sachsen-Anhalt

Pressemitteilung

Unterschiedliche Prüfreihen zur Situation in der Pflege

Magdeburg – Zur Situation der Pflege in Sachsen-Anhalt gibt es verschiedene Prüfergebnisse. Zum einen erhebt der Medizinische Dienst der Kassen (MDK) zu unterschiedlichen Zeiten mit unterschiedlichen Schwerpunkten Daten. Des Weiteren ist die Heimaufsicht mindestens einmal pro Jahr in den Pflegeeinrichtungen.

Das Sozialministerium erklärt: "Jede Prüfung und jede aufgedeckte Schwachstelle werden ernst genommen. MDK und Heimaufsicht gehen allen Hinweisen, Kritiken und Anregungen sorgfältig nach. Werden bei den Kontrollen Mängel dokumentiert, wird alles Nötige veranlasst, um diese abzustellen.

Dennoch wird ein Problem offenkundig. Das Thema Qualität in der Pflege ist ein in der Fachöffentlichkeit vieldiskutiertes. Verschiedene Prüfreihen mit verschiedenen Schwerpunkten führen jedoch auch zu teils sehr verschiedenen Schlussfolgerungen in der Fachszene. Nötig sind mehr Transparenz und Klarheit. Das Motto muss lauten: Eine Frage, eine Antwort. Der Schlüssel dazu sind einheitliche Prüfkriterien und Qualitätsstandards.

Sachsen-Anhalt wird in Kürze ein bundesweit einmaliges Internetangebot starten, über das sich Bürgerinnen und Bürger über die Qualität vieler Pflegeeinrichtungen selbst informieren können. Sie finden dann Angaben über Kosten und Qualität gebündelt an einem Ort. Das ist auf diese Art und Weise einmalig in Deutschland. Grundlage ist ein Kooperationsvertrag zwischen Sozialministerium, den Verbänden der Leistungserbringer, Pflegekassen und dem MDK. Die Teilnahme am Transparenzverfahren ist für die Pflegeeinrichtungen freiwillig. Das Projekt geht auf eine Initiative des Landespflegeausschusses zurück, der im April 2005 eine Arbeitsgemeinschaft "Transparenz in der Pflege" einberief. Das Projekt läuft ein Jahr lang als Modell und wird in dieser Zeit wissenschaftlich begleitet. Untersuchungsziele sind, wie verständlich und bürgerfreundlich die Daten präsentiert werden und die Tauglichkeit des Transparenzbogens."

Zu den Prüfergebnissen: Die Heimaufsicht Sachsen-Anhalt war 2006 in jedem Heim zur Kontrolle, in 35 Prozent der Fälle auch unangemeldet. Dabei wurde 53 Beschwerden nachgegangen, von denen sich 17 letztlich als begründet erwiesen haben. Bei den festgestellten Mängeln handelte es sich vor allem um Versäumnisse in der Betreuungsplanung und -dokumentation. Alle Mängel konnten unverzüglich abgestellt werden, was bei einer Nachkontrolle der Heimaufsicht auch überprüft wurde

Der Medizinische Dienst der Kassen Sachsen-Anhalt prüft nach zwei Verfahren: Erstens gibt es eine Pflegebegutachtung. Bei Antrag auf Pflegeleistung oder Änderung der Pflegestufe werden der Pflegezustand und Pflegemängel begutachtet. Dabei ergaben sich für das Jahr 2005 Beanstandungen im Bereich von zwei bis drei Prozent der untersuchten Pflegebedürftigen. So wurde für zwei Prozent der begutachteten Pflegebedürftigen bilanziert, dass sie zu wenig essen und trinken. Etwa drei Prozent wiesen Druckstellen auf, die auf ein zu seltenes Umbetten schließen lassen können.

Zweitens führt der MDK eine Qualitätsprüfung durch. Der MDK geht auf Antrag der Pflegekasse in die Heime und begutachtet je nach Größe der Einrichtung in der Regel fünf bis 15 Pflegebedürftige. In dem aktuellen Prüfbericht für 2005 heißt es für den stationären Bereich, dass etwa 27,6 Prozent der Pflegebedürftigen öfter umgebettet werden müssten und bei 19,3 Prozent stärker auf die Ernährung geachtet werden müsste.

In Sachsen-Anhalt gibt es 433 Pflegeheime und Tagespflegeinrichtungen mit knapp 24.500 Bewohnerinnen und Bewohnern.