Übersicht / Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe e.V. (VDAB) / Meldung vom 06.11.2006

Montag, 06. November 2006, 10:00 Uhr

Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe e.V. (VDAB)

Die Krankheit des Vergessens: 100 Jahre Alzheimer

VDAB: Herausforderungen an Pflege und Betreuung steigen

Essen – Vor 100 Jahren veröffentlichte Alois Alzheimer seine erste Studie über die nach ihm benannte Krankheit und lieferte damit wegweisende Grundlagen für das Verständnis der heutigen Volkskrankheit. Was Alzheimer auf einem Tübinger Ärztekongress am 3. November 1906 als "eine eigenartige Krankheit der Hirnrinde" beschrieb, betrifft heute über eine Million Menschen deutschlandweit - Tendenz steigend. Mit der zunehmenden Lebenserwartung in unserer Gesellschaft nimmt auch die Zahl der altersverwirrten Menschen kontinuierlich zu. Derzeit leben schätzungsweise 1,3 bis 1,6 Millionen altersverwirrte Menschen in Deutschland. 60 bis 70 Prozent der von Demenz Betroffenen leiden als Alzheimer - sie ist die die häufigste Form der Demenz. Jährlich erkranken rund 100.000 Menschen. Für das Jahr 2030 erwarten Experten einen Anstieg auf zwei Millionen Betroffene.

"Diese Entwicklung stellt die Pflegebrache vor viele Herausforderungen", betont Michael Schulz, Bundesgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Alten- und Behindertenhilfe e.V. (VDAB). Insbesondere in den Einrichtungen der stationären Altenpflege spiele die Betreuung und Pflege von Menschen mit Demenzerkrankungen bereits heute eine gewichtige Rolle. Über 50 Prozent der rund 640.000 pflegebedürftigen Heimbewohnerinnen und Heimbewohner leiden an einer dementiellen Erkrankung. "Die ambulante und stationäre Pflege konnte in den letzten Jahren bereits erfolgreich neue Wege einschlagen, um den Bedürfnissen und der Lebenswelt der Demenzkranken gerecht zu werden", so Schulz. "Der umfangreiche Betreuungsbedarf von Menschen mit Alzheimer erfordere jedoch eine weitere Verbesserung der Versorgungskonzepte und vor allem eine verbesserte Qualifizierung des Personals hinsichtlich Fragen der Demenz.

"Weiterentwicklungen im Umgang mit Altersdemenz sind auch eine sozialpolitische Aufgabe", betont Schulz. Auf die Agenda der anstehenden Reformen im Gesundheits- und Pflegebereich gehörten ein verbessertes Zusammenwirken der Versorgungsstrukturen sowie die Bereitstellung finanzieller Ressourcen für den besonderen Behandlungsaufwand Demenzkranker. Weiter müsse in diesem Zusammenhang auch ein neuer Pflegebegriff zum Tragen kommen, der die vielfältigen Facetten der Alzheimererkrankung berücksichtigt.