Übersicht / Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe e.V. (VDAB) / Meldung vom 02.02.2007

Freitag, 02. Februar 2007, 14:19 Uhr

Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe e.V. (VDAB)

Pflegestatistik 2005: Trend zur professionellen Pflege

VDAB: Profi-Pflege braucht politische Rückendeckung

Essen – Es gibt einen deutlichen Trend zur professionellen Pflege in Pflegeheimen und durch ambulante Pflegedienste - dies belegt die aktuelle Pflegestatistik 2005, die das Statistische Bundesamt am 1. Februar 2007 vorgelegt hat. Gegenüber 2003 ist die Zahl der Pflegebedürftigen, die in Heimen betreut wurden, um 5,7 Prozent bzw. um 36.000 Personen gestiegen. Die Zahl der durch ambulante Dienste Versorgten wuchs im Vergleich zu 2003 um 4,8 Prozent bzw. um 21.000 Personen. Insgesamt waren im Dezember 2005 2,13 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes. Von den insgesamt 11.000 zugelassenen Pflegediensten befand sich die Mehrzahl (58 Prozent) in privater Trägerschaft. Bei den bundesweit rund 10.400 Pflegeheimen betrug der Anteil der Einrichtungen privater Trägerschaft 38 Prozent.

"Wie die aktuelle Pflegestatistik erneut bestätigt, kommt der professionellen Pflege und Betreuung zukünftig eine zentrale Bedeutung zu", resümiert Artur Geisler, Bundesvorsitzender des Verbandes Deutscher Alten- und Behindertenhilfe e.V. (VDAB). Vor dem Hintergrund der steigenden Zahl Pflegebedürftiger und dem Rückgang der Angehörigenpflege werde die Gesellschaft immer mehr auf eine fachlich gesicherte Pflege angewiesen sein.

"Die hohe Leistung professioneller Pflege braucht jedoch auch entsprechende Rückendeckung aus der Politik", fordert Geisler. Rationalisierungs- und Einsparbestrebungen in diesem gesellschaftlich verantwortungsvollen Bereich seien mit dem Ruf nach Professionalität der Pflegekräfte und der damit verbundenen Sicherstellung einer hohen Lebensqualität für die betreuten Menschen nicht vereinbar."Auch vor dem Hintergrund knapper Ressourcen erwarten wir von den politischen Entscheidungsträgern, dass sie - insbesondere im Rahmen des Reformprojekts Pflegeversicherung - verantwortungsbewusst handeln und die Zukunft der professionellen Pflege auf sichere Beine stellen."

Hintergrund: Die Pflegestatistik wird von den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder seit 1999 zweijährig durchgeführt und liefert Daten zum Angebot von und der Nachfrage nach pflegerischer Versorgung.