Berlin – Der Vorschlag des CDU-Wirtschaftsrats, Zahnarztbehandlungen künftig aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu streichen, stößt beim Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) auf deutliche Kritik. Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des vdek, erklärt:
„Dieser Vorschlag ist aus medizinischen und sozialen Gesichtspunkten der völlig falsche Ansatz. Eine gute Zahngesundheit ist essenziell für die körperliche und geistige Gesundheit und gehört deshalb zwingend in den Leistungskatalog der GKV. Gesunde Zähne dürfen keine Frage des Geldbeutels sein. Diese Privatisierungsdebatten führen in die Irre und verkennen die eigentlichen Probleme.
Statt einzelne Leistungen infrage zu stellen, brauchen wir echte Strukturreformen, die die Ausgabenexplosionen in allen Bereichen des Gesundheitswesens in den Griff bekommen, vor allem bei Arzneimitteln und im Krankenhausbereich. Dazu gehört an erster Stelle eine Rückkehr zur einnahmenorientierten Ausgabenpolitik, wonach Ausgaben nur so stark steigen dürfen wie die Einnahmen. Wenn die Politik das konsequent umsetzt, wärebeispielsweise die Ausgabensteigerung 2025 um zwölf Milliarden Euro geringer ausgefallen.
Bei der anstehenden Krankenhausreform sollte sich die Politik wieder auf Qualität und Wirtschaftlichkeit besinnen. Im Arzneimittelbereich brauchen wir gerade bei den neuen, hochpreisigen Arzneimitteln eine fairere Preisgestaltung und mehr Preisregulierung. Für Standortpolitik zugunsten der Pharmaindustrie ist die GKV nicht zuständig. Die Politik sollte zudem mehr finanzielle Verantwortung übernehmen und für eine kostendeckende Finanzierung der Gesundheitsausgaben für Bürgergeldbeziehende sorgen, womit jährlich zehn Milliarden Euro eingespart werden können.”
Der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) ist Interessenvertretung und Dienstleistungsunternehmen aller sechs Ersatzkassen, die zusammen rund 29 Millionen Menschen in Deutschland versichern:
– BARMER
– KKH Kaufmännische Krankenkasse
– HEK – Hanseatische Krankenkasse
Der vdek wurde am 20. Mai 1912 unter dem Namen „Verband kaufmännischereingeschriebener Hilfskassen (Ersatzkassen)“ in Eisenach gegründet. Heute arbeiten bundesweit fast 800 Beschäftigte beim vdek. Hauptsitz des Verbandes mit mehr als 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Bundeshauptstadt Berlin. In den einzelnen Bundesländern sorgen 15 Landesvertretungen mit nahezu 450 Beschäftigten sowie knapp 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Pflegestützpunkten für die regionale Präsenz der Ersatzkassen.