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Freitag, 15. November 2013, 14:52 Uhr

Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration

Europäischer Antibiotikatag am 18. November 2013

Weniger ist mehr: Durch einen gezielten Einsatz die Wirksamkeit wertvoller Antibiotika erhalten.

Hannover – Antibiotika sind neben Impfungen und einer verbesserten Hygiene die wichtigsten Waffen im Kampf gegen Infektionskrankheiten, die durch Bakterien verursacht werden. Durch übermäßigen und unsachgemäßen Einsatz von Antibiotika verlieren diese jedoch zunehmend ihre Wirksamkeit, resistente Bakterien sind dadurch weiter auf dem Vormarsch.

Auf die Gefahren zunehmender Resistenzen hinzuweisen und an einen umsichtigen Einsatz von Antibiotika zu appellieren, ist das Anliegen des europäischen Antibiotikatages, der jedes Jahr am 18. November stattfindet.

„Antibiotika müssen wirksam bleiben", sagt Niedersachsens Gesundheitsministerin Cornelia Rundt. „Sie müssen gezielt eingesetzt werden - dort, wo sie wirklich nötig sind. Denn nur so können wir die Entwicklung von Resistenzen begrenzen."

„Antibiotika sind für viele Patientinnen und Patienten die einzige Hoffnung im Kampf gegen schwere Infektionskrankheiten ", so Dr. Matthias Pulz, Präsident des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes (NLGA). „Um deren Wirksamkeit auch in Zukunft zu erhalten, sollten Antibiotika nur dann eingesetzt werden, wenn ihr Einsatz medizinisch erforderlich ist."

Antibiotika helfen nur bei bakteriellen Infektionen und sind nicht bei Infektionen wirksam, die durch Viren verursacht werden, z. B. Erkältung oder Grippe. Die zutreffende Diagnose und die Entscheidung darüber, ob und in welcher Dosierung ein Antibiotikum notwendig ist, kann nur ein/e Ärztin/Arzt vornehmen. Restbestände von Antibiotika sollten nicht für den „Fall der Fälle" aufgehoben werden, sondern über den Hausmüll entsorgt werden. Antibiotika sollten niemals ohne ärztliche Beratung eingenommen werden.

Über den sachgerechten Umgang mit Antibiotika informiert das Faltblatt „Antibiotika müssen wirksam bleiben. Helfen Sie mit!", das durch das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration und das NLGA in Kooperation mit der Ärztekammer Niedersachsen und der Apothekerkammer Niedersachsen herausgegeben wird.

Die Aufklärung über den verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika ist ein Baustein der Niedersächsischen Antibiotika-Minimierungsstrategie, die darüber hinaus folgende Aktivitäten umfasst:

  1. Fortbildungsveranstaltung „Antibiotikatherapie": Für die Aus- bzw. Weiterbildung von Antibiotikabeauftragten Ärztinnen und Ärzten in Krankenhäusern bietet das NLGA seit 2013 dreitägige Fortbildungsveranstaltungen zur Antibiotikatherapie an.
  2. Ratgeber „Antibiotikatherapie": Da der größte Anteil von Antibiotika im niedergelassenen Bereich verschrieben wird, hat das NLGA gemeinsam mit niedersächsischen Expertinnen und Experten einen Ratgeber entwickelt, der die Diagnostik und Antibiotikatherapie von Infektionen behandelt, die häufig im niedergelassenen Bereich auftreten.
  3. Antibiotika-Resistenz-Monitoring: ARMIN (Antibiotika-Resistenz-Monitoring in Niedersachsen) bietet Fachinformationen insbesondere für die Ärzteschaft sowie für interessierte Bürgerinnen und Bürger zur Resistenzlage und deren Entwicklung in Niedersachsen. Damit ist ARMIN bundesweit eines der ersten Überwachungssysteme zur Antibiotikaresistenz, das eine umfassende Datenbasis auch für regionale Fragestellungen liefert.
  4. Grenzüberschreitendes EU-Projekt ‚EurSafety Health-net': Gemeinsam mit Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden ist Niedersachsen unter der Koordination des NLGA Teilnehmer im EU-Projekt ‚EurSafety Health-net: Euregionales Netzwerk für Patientensicherheit und Infektionsschutz'. Neben der direkten Vernetzung gehen von diesem Projekt wichtige Impulse für Initiativen gegen Antibiotika-Resistenzen und nosokomiale Infektionen aus.

Servicehinweis: www.antibiotikastrategie.niedersachsen.de