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Zukunft des Arzneimittels nach der Reform

BAH-Jahresversammlung 2007:

Bonn – Der Arzneimittelmarkt in Deutschland – Eine Standortbestimmung – unter diesem Motto diskutierte der Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e.V. (BAH) heute (19.09.2007) auf seiner 53 Jahresversammlung in Berlin ein halbes Jahr nach Inkrafttreten der Gesundheitsreform die Zukunft des Arzneimittels in der Gesundheitsversorgung und bezog Position für eine Zukunftssicherung des Pharmastandorts Deutschland mit wirtschaftspolitisch klaren und planungssicheren Rahmenbedingungen für die größtenteils mittelständisch strukturierte Arzneimittelindustrie.

Der BAH-Vorsitzende Hans-Georg Hoffmann stellte dabei zunächst in seiner Eröffnungsrede fest, dass das “Unwort” des Jahres für die Arzneimittelindustrie “Rabattverträge” laute. Seit dem 1. April 2007 hätten Rabattverträge, die zuvor nur eine begrenzte öffentliche Beachtung gefunden hätten, eine erhebliche Marktbedeutung erhalten. Hoffmann kritisierte in diesem Zusammenhang, dass man bei der Preisbildung von Arzneimitteln und der damit verbundenen Erstattungsfähigheit inzwischen eine auch in den Auswirkungen recht unübersichtliche Fülle von staatlichen, halbstaatlichen und Selbstverwaltungsmaßnahmen wie z.B. Generikaabschlag, Festbetrag, Arzneimittel-Richtlinien, Zuzahlungsbefreuung, Aut-idem, Bonus-malus-Regelung für den Generikabereich, Herstellerzwangsabschlag, Kosten-Nutzen-Bewertung, Zweitmeinung bei besonderen Verordnungen und Erstattungshöchstbeträge im Markt patengeschützter Arzneimittel hätte. Damit liege – so der BAH-Vorsitzende – eine absolute Überregulierung vor, die abgebaut werden müsse. Es müsse ferner die Bereitschaft der Politik erkennbar werden, Rahmenbedingungen zu schaffen, die auch mittleren und kleinen Unternehmen die Möglichkeit gäben, sich am Markt zu behaupten, und nicht prinzipiell und auschließlich einer ökonomischen Stärke von Unternehmen den Vorrang einzuräumen.

Der BAH-Vorsitzende betonte weiterhin, ein ganz wichtiger Punkt für den BAH und seine Mitglieder sei die Zukunft der Apotheke. Hoffmann bekannte sich zum jetzigen Distributions- und Abgabesystem von Arzneimitteln über die Apotheke. Eng zusammen gehörten aber auch die Stichworte Selbstmedikation und Apotheke. Es gäbe keinen Zweifel, dass nach der Herausnahme der rezeptfeien apothekenpflichtigen Arzneimittel aus der GKV-Erstattung in der Bevölkerung erhebliche Zweifel an der Qualität dieser Arzneimittel aufgetaucht seien. Diesen Irrglauben in der Bevölkerung gelte es im Zusammenschluss mit allen “Selbstmedikations-Stakeholdern” inklusive des Gesundheitsministeriums auszuräumen und den Stellenwert des rezeptfreien Arzneimittels für die Bürgerinnen und Bürger erkennbar zu machen.

Hoffmann erklärte abschließend, eine Reihe von Problemen im Arzneimittelbereich warteten auf Lösungen. Der BAH habe es immer für sinnvoll gehalten, eigene Vorschläge für Lösungen zu machen, statt in Erwartungen zu verharren und damit abzuwarten, bis andere oder die Politik Lösungsvorschläge auf den Tisch legten. Wenn man das Rabattgeschehen beispielsweise nüchtern analysiere, dann sei dies nichts anderes als Preisverhandlungen im niedrigsten Festbetragsbereich, intransparent und mit einem hohen Maß an Verdrängungswettbewerb. Man müsse daher darüber nachdenken, ob man nicht für den Generikabereich ein anderes Erstattungssystem einführen solle, um diesem Regulierungswirrwarr zu entgehen. Die komplette Eröffnungsrede finden Sie unter http://www.bah-bonn.de.

Bonn, 19. September 2007