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Donnerstag, 08. März 2007, 11:54 Uhr

Klinikum der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Hals-Nasen-Ohrenklinik und Poliklinik

Wie bitte? - Schwerpunkt für Kommunikationsstörungen feiert 45-jähriges Jubiläum

Mainz – Einst als Abteilung für Hör-, Sprach- und Stimmstörungen von Prof. Dr. Peter Biesalski gegründet, feiert der Schwerpunkt Kommunikationsstörungen an der Hals-Nasen-Ohrenklinik des Mainzer Universitätsklinikums in diesen Tagen sein 45-jähriges Jubiläum.

Damit war die Abteilung eine der ersten deutschlandweit, die sich in Krankenversorgung, Forschung und Lehre mit den medizinischen Disziplinen der Phoniatrie (Stimm-, Sprach- und Schluckstörungen) und Pädaudiologie (Hörstörungen im Kindesalter) beschäftigt hat. Aus Anlass des Jubiläums veranstaltet der Schwerpunkt Kommunikationsstörungen unter Leitung von Prof. Dr. Annerose Keilmann am 9. März 2007 für niedergelassene Ärzte, Logopäden, Psychologen und Pädagogen das Fachsymposium "45 Jahre Kommunikationsmedizin in Mainz".

Entsprechend der zunehmenden Bedeutung der Kommunikation in unserer Gesellschaft spielt die Diagnostik und Therapie von Hör-, Stimm-, Sprach- und Schluckstörungen eine immer wichtigere Rolle. Gleichzeitig dokumentieren Statistiken steigende Zahlen von Sprach- und Lesestörungen. Bis zu einem Viertel der zweieinhalb- bis dreijährigen Kinder haben eine verzögerte Sprachentwicklung. Bei 17 Prozent aller vier- bis sechsjährigen finden Kinderärzte sogar therapiebedürftige Defizite in der Sprachentwicklung. Entsprechend viele Schüler haben massive Probleme beim Lesen und Schreiben und können somit nur unzureichend am Schulunterricht teilnehmen. Schlechte Noten, Frustration und Ausgrenzung sind einige Folgen, die sich entscheidend auch auf das spätere Berufsleben und die Lebensqualität auswirken können.

Am Universitätsklinikum Mainz hat sich über die Jahre ein ausgewiesenes Zentrum für die Diagnose und Behandlung von Kommunikationsstörungen etabliert. "In den letzten Jahrzehnten konnten für unsere Patienten wesentliche Fortschritte erreicht werden, die sich entscheidend auf die allgemeine Entwicklung von Kindern sowie deren Schul- und Berufslaufbahn auswirken", betont Prof. Annerose Keilmann, Leiterin des Schwerpunktes Kommunikationsstörungen. "Bei Patienten jeden Lebensalters ist die Wiederherstellung einer normalen Stimme, Sprache und Ernährung oft entscheidend für deren Berufsfähigkeit und die Lebensqualität."

Zu den jährlich rund 3500 Patienten des Schwerpunktes Kommunikationsstörungen gehören viele Kinder mit Hör- und Sprachstörungen. Sie werden durch ein interdisziplinäres Team aus Ärzten, Logopäden, Audiologischen Assistenten, Wahrnehmungstherapeuten, Erziehern, Schwestern, Ingenieuren, Psychologen und Physikern betreut. Aber auch erwachsene Patienten mit Stimm-, Sprach- und Schluckstörungen werden in Mainz behandelt. "Für uns in der Klinik ist es wichtig, den Patienten ganzheitlich zu untersuchen, zu beraten und zu behandeln", erläutert Annerose Keilmann. "Mit unserem Jubiläumssymposium ,45 Jahre Kommunikationsmedizin in Mainz' wollen wir unseren Schwerpunkt vorstellen, über den aktuellen medizinischen Stand informieren und die immensen Entwicklungen und Fortschritte der letzten Jahrzehnte aufzeigen."

Weitere Informationen: Das Fachsymposium "45 Jahre Kommunikationsmedizin in Mainz" findet statt am 09. März 2007 von 14 bis 18:00 Uhr im Hörsaal der Frauenklinik (Gebäude 102, Klinikum der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Langenbeckstr. 1, 55131 Mainz).

Programm: http://www-klinik.uni-mainz.de

Ansprechpartner Caroline Hänsch, Pressestelle, Tel. 06131 / 17-7424, Fax 06131 / 17-3496, E-Mail: presse@vorstand.klinik.uni-mainz.de